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Vonovia-Aktie: Ist das jetzt endlich die Wende?

Es geht aufwärts
Die Vonovia-Aktie kennt ihn tatsächlich noch, den Vorwärtsgang. Aktuell notiert sie knapp unter 17 €. Diesmal wurde der kräftige Kurssprung vom Mittwoch nicht sofort wieder abverkauft. Aber ist das auch endlich die Wende, auf die viele Anleger warten?

Analysten bleiben zwiegespalten

Die Zahlen vom Mittwoch haben zumindest dafür gesorgt, dass die Aktie wieder etwas Aufmerksamkeit bekommt. Bei den Analysten fällt die Reaktion allerdings sehr unterschiedlich aus.

Goldman Sachs senkte das Kursziel am Donnerstag von 18,20 auf 17,70 € und bleibt bei „Neutral“. Viel Kurspotenzial sieht die US-Bank damit vorerst nicht. JPMorgan ist deutlich optimistischer, bestätigt „Overweight“ und hält an 24,50 € fest. Auch Jefferies liegt mit 23 € klar über dem aktuellen Kurs.

Diese große Spanne passt ziemlich gut zur Lage bei Vonovia. Das Vermietungsgeschäft läuft ordentlich. Die höheren Finanzierungskosten verhindern aber weiter, dass sich das auch überzeugend im Ergebnis niederschlägt.

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Das Kerngeschäft funktioniert

In den ersten neun Monaten legte das bereinigte EBITDA im Vermietungsgeschäft um 3,5% zu. Das ist angesichts eines kleineren Wohnungsbestands durchaus ordentlich. Auch das organische Mietwachstum bleibt robust.

Weniger schön sieht es eine Etage tiefer aus. Höhere Zinskosten drücken auf das bereinigte EBT. Genau hier sitzt derzeit aus meiner Sicht der größte Bremsklotz. Vonovia verdient mit seinen Wohnungen weiter gutes Geld. Nur kostet die Finanzierung dieses Geschäfts deutlich mehr als früher. Das erklärt auch, warum die Aktie trotz hoher Mieten und knappen Wohnraums seit Monaten kaum vom Fleck kommt.

Bescheidener Ausblick

Der Ausblick liefert ebenfalls keinen Grund für Euphorie. Für 2027 stellt Vonovia beim bereinigten EBITDA lediglich einen leichten Anstieg in Aussicht. Beim bereinigten EBT soll es ungefähr auf Vorjahresniveau hinauslaufen. Gleichzeitig bleibt das Transaktionsgeschäft schwierig.

Das klingt alles solide. Mehr aber eben auch nicht. Anleger, die auf eine schnelle Rückkehr zu früheren Wachstumsraten gehofft hatten, müssen sich also weiter gedulden.

Es könnte spannend werden

Charttechnisch betrachtet ist derzeit fast die Reaktion darauf interessanter als die Zahlen selbst. Der Kurssprung vom Mittwoch wurde bislang gehalten. Das ist bei Vonovia schon bemerkenswert genug, denn in den vergangenen Monaten wurden Erholungsversuche regelmäßig wieder kassiert.

Charttechnisch wäre der nächste Schritt jetzt ein sauberer Ausbruch über den Bereich um 17,30 bis 17,50 €. Dann würde die Marke von 18 € wieder ins Blickfeld rücken. Auf der Unterseite sollte der Bereich um 16,50 € möglichst halten.

Ich sehe noch keine bestätigte Trendwende. Aber der Chart zeigt aus meiner Sicht erstmals seit einiger Zeit wieder so etwas wie Stabilität.

ℹ️ Vonovia in Kürze

  • Vonovia (WKN: A1ML7J) mit Sitz in Bochum verwaltet und vermietet Wohnungen in Deutschland, Österreich und Schweden.
  • Durch die Übernahme des Konkurrenten Deutsche Wohnen im Jahr 2021 ist das Unternehmen zum größten Immobilienkonzern Europas avanciert mit ca. 550.000 Wohneinheiten.
  • Vonovia ist Mitglied im DAX und aktuell rund 14,34 Milliarden € wert.

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Fazit

Jetzt bei der Vonovia-Aktie zuschlagen? Für mich bleibt sie auf diesem Niveau um 17 € ein Kauf. Und zwar deshalb, weil das Kerngeschäft funktioniert, die Mieten steigen und der Konzern die Verschuldung im Blick hat. Gleichzeitig liegt der Börsenwert weiterhin deutlich unter dem bilanziellen Immobilienwert.

Der große Hebel bleibt der Zins. Kommt hier Entspannung rein, dürfte Vonovia deutlich stärker profitieren als viele andere DAX-Werte. Bleiben die Finanzierungskosten hoch, wird sich der Aktienkurs wohl weiter schleppend entwickeln.

Ein Tipp zum Schluss: Manche Dividenden-Titel werden derzeit vom Markt unterschätzt und bieten dadurch attraktive Einstiegschancen. Hier findest Du zehn konkrete Kandidaten, die sowohl durch Ausschüttungen als auch durch Kurspotenzial überzeugen könnten.