Ethereum: Noch erscheint nichts verloren
Institutioneller Verkaufsdruck hält an
Die jüngste Stabilisierung steht im Kontrast zur weiterhin angespannten Nachrichtenlage. Wie auch die Redaktion in ihrem Wochenauftakt-Beitrag über die neuesten Entwicklungen bei Ethereum berichtete, belasten institutionelle Kapitalabflüsse und das schwache Vertrauen der Anleger die Kryptowährung. Allein am Freitag verzeichneten US-Spot-Ethereum-ETFs Nettoabflüsse von rund 93 Millionen US$. Über die vergangenen fünf Handelstage summierte sich der Mittelabzug auf etwa 365 Millionen US$.
Ungeachtet dessen entwickelt sich das Ethereum-Netzwerk operativ weiter. Zwischen Januar und Oktober stieg die durchschnittliche Zahl täglicher Transaktionen im Mainnet gegenüber dem Vorjahr um +54%. Gleichzeitig erreichte die Staking-Quote Ende Oktober rund 36% des umlaufenden Angebots. Für Unsicherheit sorgt allerdings die Verschiebung weiterer Tests zum geplanten Glamsterdam-Upgrade. Sicherheitsbedenken bei neuen Gas-Abrechnungsregeln müssen zunächst ausgeräumt werden. Die langfristigen Perspektiven bleiben damit grundsätzlich interessant, kurzfristig fehlt jedoch weiterhin ein überzeugender Nachfrageimpuls.
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Die Signallage

Quelle: stock3
Die entscheidende Erkenntnis des Tagescharts ist die bislang erfolgreiche Verteidigung der seit Juli etablierten Aufwärtstrendlinie. Trotz des jüngsten Rücksetzers gelang es den Verkäufern nicht, diese nachhaltig zu durchbrechen. Damit bleibt das bullische Szenario einer erneuten Aufwärtsbewegung vorerst intakt. Allerdings verläuft unmittelbar oberhalb des aktuellen Kursniveaus eine kurzfristige Abwärtstrendlinie, deren Überwindung für frische Impulse sorgen könnte. Gelingt den Käufern der nachhaltige Sprung über rund 2.300 US$, würde sich zunächst Potenzial bis zum Widerstand bei 2.395 US$ eröffnen. Oberhalb dieser Marke erscheint anschließend eine Fortsetzung der Erholung bis 2.630 US$ realistisch.
Allerdings ist die Ausgangslage keineswegs eindeutig. Ein erneuter Rückfall unter die grüne Aufwärtstrendlinie würde die jüngste Stabilisierung infrage stellen und den Unterstützungsbereich zwischen rund 2.200 und 2.125 US$ wieder in den Mittelpunkt rücken. Insbesondere unterhalb von 2.125 US$ wäre die konstruktive Ausgangslage hinfällig. In diesem Fall dürfte sich die Korrektur zunächst bis 1.961 US$ ausdehnen, wobei selbst ein weiterer Rückgang in Richtung 1.832 US$ nicht ausgeschlossen wäre. Entscheidend ist daher, dass Ethereum den laufenden Stabilisierungsversuch nun in einen tatsächlichen Ausbruch über die kurzfristige Abwärtstrendlinie verwandelt. Andernfalls droht die nächste Verkaufswelle.
Interessenkonflikt: Der Autor hält Ethereum. Somit besteht konkret und eindeutig ein Interessenkonflikt. Der Autor beabsichtigt, Ethereum – je nach Marktsituation auch kurzfristig – zu kaufen oder zu veräußern und könnte dabei von erhöhter Handelsliquidität profitieren.
ℹ️ Ethereum in Kürze
- Ethereum (ETH) ist nach Bitcoin die zweitgrößte Kryptowährung und die wichtigste Plattform für Smart Contracts und dezentrale Anwendungen.
- Auf Ethereum basieren zahlreiche Anwendungen aus den Bereichen DeFi, Tokenisierung und NFTs.
- ETH wird unter anderem für Transaktionsgebühren, Staking und zur Absicherung des Netzwerks genutzt.
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Fazit
Ethereum hat die jüngste Belastungsprobe bislang besser überstanden als befürchtet. Solange die Aufwärtstrendlinie seit Juli verteidigt wird, bestehen weiterhin Chancen auf eine Erholung in Richtung 2.395 und anschließend 2.630 US$. Allerdings fehlt noch das entscheidende Kaufsignal. Oberhalb von 2.300 US$ würde sich die technische Situation verbessern, während ein Rückfall unter 2.125 US$ die Bären erneut auf den Plan rufen dürfte. Anleger sollten daher die nächsten Handelstage aufmerksam verfolgen und eine Bestätigung der Stabilisierung abwarten.
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