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Commerzbank-Aktie: +45% Gewinn – doch 100 Millionen € bereiten Sorgen!

Quartalszahlen im Blick
Vincent Uhr
Die Commerzbank hat am Donnerstag ihre neuesten Quartalszahlen veröffentlicht und mit einem Gewinnsprung von +45% überzeugt. Nach neun Monaten steht sogar das beste Ergebnis der Konzerngeschichte in den Büchern. Allerdings gibt es einen Wermutstropfen: Die Bank senkt ihre Prognose für den Zinsüberschuss um 100 Millionen €. Dabei hatte die Aktie am Mittwoch noch +4,9% auf 39,85 € gewonnen. Ist die Commerzbank nach den Zahlen weiterhin attraktiv bewertet oder sind die guten Nachrichten inzwischen eingepreist?

45% mehr Gewinn – aber kaum eine Überraschung

Im dritten Quartal steigerte die Commerzbank ihren Nettogewinn von 591 auf 859 Millionen €. Das operative Ergebnis erhöhte sich um +25% auf 1,31 Milliarden €, während die Erträge um +9% auf 3,2 Milliarden € wuchsen.

Damit entwickelt sich das Geschäft weiterhin erfreulich. Allerdings hatten Analysten bereits mit rund 864 Millionen € Nettogewinn gerechnet. Die Erwartungen wurden somit knapp verfehlt.

Interessanter erscheint mir deshalb die Entwicklung der Profitabilität. Die Aufwand-Ertrag-Relation verbesserte sich im dritten Quartal von 57,1 auf 52,4%. Gleichzeitig blieb die Risikovorsorge mit 210 Millionen € unter den erwarteten 223 Millionen €.

Die Bank verdient somit deutlich effizienter als noch vor einem Jahr. Ein Teil des höheren Gewinns resultiert allerdings auch aus geringeren Belastungen gegenüber dem Vorjahr.

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Warum die Zinsprognose sinkt

Der eigentliche Schwachpunkt steckt im Zinsgeschäft. Zwar erhöhte sich der Zinsüberschuss im dritten Quartal um +3,5% auf 2,12 Milliarden €. Das lag allerdings etwas unter den Analystenerwartungen.

Für das Gesamtjahr erwartet die Commerzbank nun lediglich noch 8,5 statt 8,6 Milliarden € Zinsüberschuss. Verantwortlich ist insbesondere der zunehmende Wettbewerb um Kundeneinlagen. Die Bank muss ihren Kunden attraktivere Konditionen bieten, was die Refinanzierung verteuert.

Das könnte auch langfristig zum Problem werden. Schließlich lässt sich steigender Wettbewerb nicht ohne Weiteres durch höhere Kreditmargen ausgleichen.

Immerhin wächst das Provisionsgeschäft. Hier legten die Erträge im dritten Quartal um +9% auf 1,07 Milliarden € zu. Im deutschen Privatkundengeschäft betrug das Wachstum sogar rund +14%.

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3,4 Milliarden € Gewinn bleiben das Ziel

Trotz der gesenkten Zinsprognose hält die Commerzbank an ihrem Gewinnziel von mindestens 3,4 Milliarden € fest. Nach neun Monaten hat sie bereits 2,67 Milliarden € verdient.

Für das Schlussquartal wären damit lediglich noch rund 730 Millionen € notwendig. Das erscheint angesichts der bisherigen Ergebnisse erreichbar, sofern keine größeren Sonderbelastungen auftreten.

Auch die Aktionäre sollen weiterhin profitieren. Für das Gesamtjahr plant die Bank Kapitalrückführungen von rund 3,2 Milliarden € durch Dividenden und Aktienrückkäufe. Das entspricht rechnerisch einem erheblichen Anteil des aktuellen Börsenwertes.

Bewertung und Kursziele: Ist die Aktie günstig?

Bei einem Kurs von rund 40 € und einem erwarteten Gewinn von 3,13 € je Aktie liegt das KGV für 2026 bei etwa 12,7. Für 2027 rechnen Analysten mit rund 3,85 € Gewinn je Aktie, wodurch die Bewertung auf ungefähr 10,4 sinkt.

Das erscheint mir angesichts der hohen Profitabilität durchaus moderat. Allerdings ist die Commerzbank auch kein offensichtliches Schnäppchen mehr.

Bei den Kurszielen liegen die Analysten inzwischen relativ nahe am aktuellen Kurs. JPMorgan erwartet 39 €, RBC und Barclays jeweils 41 €. Die Deutsche Bank sieht 42 €.

Das höchste dieser Ziele bietet gegenüber dem Mittwochsschlusskurs lediglich rund +5% Potenzial. Damit wird deutlich, dass die Börse bereits eine erfreuliche Geschäftsentwicklung erwartet.

ℹ️ Commerzbank in Kürze

  • Die Commerzbank (WKN: CBK100) ist eine Universalbank mit Sitz in Frankfurt am Main. Gemessen an der Bilanzsumme ist sie das viertgrößte Geldhaus Deutschlands.
  • Das Bankinstitut betreut rund elf Millionen Privat- und Firmenkunden in Deutschland und Europa und besitzt mit rund 400 Filialen eines der dichtesten Filialnetze aller deutschen Privatbanken.
  • Die Aktie ist im DAX gelistet, an der Börse ist die Commerzbank derzeit aktuell mit rund 41,6 Milliarden € bewertet.

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Vincent Uhr

Fazit

Die Commerzbank hat starke Zahlen geliefert, allerdings ohne die Erwartungen wesentlich zu übertreffen. Die gesenkte Zinsprognose zeigt zudem, dass der Wettbewerb allmählich Spuren hinterlässt. Fundamental halte ich die Aktie bei einem erwarteten KGV von rund 10 für 2027 weiterhin für interessant. Nach der kräftigen Kursentwicklung würde ich allerdings nicht aggressiv hinterherlaufen. Für einen Neueinstieg wäre mir ein deutlicherer Bewertungsabschlag lieber. Für mich bleibt die Commerzbank daher eine solide Halteposition.