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Deutsche Telekom

Deutsche Telekom-Aktie: Sind die 32 € von Barclays jetzt drin?

Kursziel angehoben

Barclays hat das Risiko durch KI-Agenten und Satelliten für Europas Telekomkonzerne in Zahlen gefasst. Die Deutsche Telekom bleibt für die Bank trotzdem ein Kernwert. Die Aktie ging am vergangenen Freitag mit einem Plus von +1,64% bei 26,00 € aus dem Handel. Am Donnerstag legt der Konzern die Zahlen zum dritten Quartal vor. Damit stellt sich die Frage: Wie ernst sollten Aktionäre die neuen Wettbewerber nehmen, und was muss der Quartalsbericht liefern?

Barclays beziffert die Belastung

In ihrer Branchenstudie setzt die britische Bank die Belastung europäischer Telekomwerte durch KI und Satellitenwettbewerb mit 4 bis 13% an. Das EBITDA wäre dabei stärker betroffen als der Umsatz. Beim Umsatz allein rechnet Barclays auf Sicht von fünf Jahren mit einem Risiko von etwa 4 bis 7%. Für die Deutsche Telekom kalkulieren die Analysten mit einer Umsatzbelastung von 5,2% und einer EBITDA-Belastung von rund 9%.

Die Kursziele der bevorzugten Titel kürzte Barclays um 5 bis 10%. Bei der Telekom hatte die Bank das Ziel bereits am 20. Oktober von 35 auf 32 € gesenkt und die Einstufung "Overweight" bestätigt. Neben der Telekom zählen KPN, Telia, Tele2 und Zegona zu den fünf Overweight-Werten. Als Kernwert gilt die Telekom für Barclays wegen ihres US-Geschäfts und ihrer Premiumposition in Deutschland. Den wichtigsten Punkt der Studie sehe ich darin, dass die Belastung beim Ergebnis fast doppelt so hoch ausfällt wie beim Umsatz. In einem Netzgeschäft mit hohen Fixkosten schlägt jeder Umsatzverlust deutlich auf den Gewinn durch.

SpaceX belastet den Kurs

Wie empfindlich der Markt auf das Thema reagiert, zeigte sich am 9. Oktober. Damals brach die Aktie wegen der Mobilfunkpläne von SpaceX um rund 8% auf 24,68 € ein. Wenige Tage zuvor hatte der Konzern auf seinem KI-Investorentag die Prognose und die mittelfristigen Ziele bestätigt. Bis 2030 erwartet die Telekom Einsparungen von rund 2,5 Milliarden €.

Rückenwind aus den USA

T-Mobile US hat im dritten Quartal die Erwartungen bei Umsatz, bereinigtem Kern-EBITDA und Gewinn je Aktie übertroffen. Die Tochter gewann 274.000 Vertragskunden hinzu, der Markt hatte mit 250.500 gerechnet. Außerdem grenzte T-Mobile US die Prognose für den freien Cashflow 2026 ein.

Für das dritte Quartal liegt der vom Konzern erhobene Analystenkonsens mit Stand 23. Oktober bei einem Umsatz von rund 30,4 Milliarden € und einem bereinigten EBITDA AL von knapp 12,0 Milliarden €. Im Vorjahresquartal hatte der Umsatz 28,9 Milliarden € betragen. Beim Gewinn je Aktie rechnen Analysten mit 0,61 € nach 0,50 € ein Jahr zuvor. Die US-Zahlen sind schon bekannt. Am Donnerstag dürfte der Blick deshalb vor allem auf das Deutschlandgeschäft und die Bestätigung der Jahresziele gehen.

Bewertung mit Abschlag

Für 2026 erwarten Analysten im Schnitt einen Gewinn je Aktie von 2,26 €, für 2027 von 2,58 €. Daraus ergibt sich beim Schlusskurs vom 30. Oktober ein KGV von rund 11,5 für 2026 und rund 10,1 für 2027. Das durchschnittliche Kursziel der Analysten liegt bei 35,20 €. Auch das gesenkte Barclays-Ziel von 32 € liegt noch rund 23% über dem letzten Kurs, JPMorgan nennt am 29. Oktober sogar 38 €. Ein KGV von rund 11,5 halte ich für einen Konzern mit steigendem Gewinn für niedrig. Der Abschlag zeigt, wie stark der Markt das Risiko durch neue Technologien bereits berücksichtigt.

Fazit

Aus meiner Sicht ist das Szenario von Barclays ernst zu nehmen, aber verkraftbar. Die geschätzte Ergebnisbelastung verteilt sich über fünf Jahre, während Analysten schon von 2026 auf 2027 mit einem spürbar höheren Gewinn je Aktie rechnen. Entscheidend wird nun sein, ob die Telekom am Donnerstag ein stabiles Deutschlandgeschäft zeigt und ihre Jahresziele bestätigt. Für bestehende Anleger könnte es sinnvoll sein, die Aktie zu halten. Ein Neueinstieg könnte nach einem überzeugenden Quartalsbericht interessant werden. Das größte Risiko sehe ich in weiteren Nachrichten zu den Mobilfunkplänen von SpaceX, denn sie haben die Aktie im Oktober bereits deutlich unter Druck gesetzt.

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