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Ferrari-Aktie: Die Ziele schon wieder angehoben!

40% Marge in der Autokrise
Luxusgeschäft funktioniert also doch? Oder nur bei Ferrari? Obwohl der Autobauer im abgelaufenen Jahresviertel insgesamt weniger Fahrzeuge auslieferte als im Vorjahr, kletterten Erlöse und Gewinne ungebremst nach oben. Die logische Konsequenz: Die Jahresprognose wird bereits zum zweiten Mal in Folge angehoben. Zeichnet sich hier ein stabiler Aufwärtstrend ab, oder bloßer Optimismus nach frischen Quartalszahlen?

Wenn man Ferraris Quartalsbericht in einem Wort runterbrechen müsste, dann wäre es Preissetzungsmacht. Dies ist das zweite Quartal in Folge, in dem Ferrari seine Prognose für 2026 mutig anhebt und das aus zwei Gründen: Weniger ausgelieferte Autos brachten mehr Umsatz und Gewinn und die absolute Sicherheit, dass der Markt die zwei neuen Modelle lieben wird.

40% Marge im Krisenjahr?

Die US-Aktien von Ferrari gaben nach Veröffentlichung der Ergebnisse zunächst nach, drehten dann aber ins Plus und lagen im vorbörslichen Handel etwa +2% höher. Der Umsatz kletterte im dritten Quartal im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 7% auf 1,9 Milliarden €, womit die durchschnittlichen Erwartungen der Wall Street knapp geschlagen wurden.

Das EBITDA legte sogar um 12% auf 753 Millionen € zu, was einer atemberaubenden Marge von 39,7% entspricht (auch eine Steigerung zum vorherigen Quartal). Unter dem Strich verblieb ein Nettogewinn von 431 Millionen € beziehungsweise ein bereinigtes Ergebnis je Aktie von 2,44 €, was spürbar über der Konsensschätzung von 2,37 € lag.

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Auslieferungen fallen, Umsatz steigt

Dass diese Rekorde ausgerechnet bei rückläufigen Stückzahlen aufgestellt wurden, offenbart das wahre Geheimnis des Erfolgs. Zwischen Juli und September lieferte Ferrari 3.368 Sportwagen aus – 33 Einheiten weniger als im Vorjahr. Über die ersten neun Monate summiert sich der Rückgang auf 318 Fahrzeuge, was vor allem an einer spürbaren Nachfragedämpfung in Amerika sowie in China, Hongkong und Taiwan lag.

Dass der Umsatz dennoch steil anstieg, verdanken die Italiener einem exzellenten Produktmix und dem Boom bei hochprofitablen Kunden-Individualisierungen. Allen voran die Auslieferungen des 3,6 Millionen € teuren, limitierten Supersportwagens F80 spülten Rekordsummen in die Kassen.

Hinzu kommt der Trend der Klientel, die Fahrzeuge mit maßgeschneiderten Extras gegen massive Aufpreise nach dem eigenen Geschmack veredeln zu lassen. Macht Ferrari natürlich gerne.

Bis 2028 ausverkauft

Aufgrund dieser anhaltenden Ertragsstärke schraubte die Konzernführung die Guidance für das Gesamtjahr 2026 erneut nach oben. Der Jahresumsatz soll nun rund 7,6 Milliarden € erreichen (zuvor: 7,6 Milliarden €).

Ferrari ging am Dienstag ins Detail und erklärte, dass die Prognoseanhebung das Ergebnis von stärker als erwartet nachgefragten Kunden-Individualisierungen, geringer als befürchtetem Währungsgegenwind und dem zweiten Platz in der Formel-1-Weltmeisterschaft sei.

Unser Auftragsbuch reicht nun bis ins Jahr 2028, und wir haben in diesem Jahr noch zwei weitere Fahrzeugeinführungen vor uns. Darüber hinaus veranstalten wir weiterhin mitreißende Events auf der ganzen Welt, um die Bindung zu unseren Kunden und Partnern in den Bereichen Rennsport, Sportwagen und Lifestyle weiter zu stärken.

sagte Ferrari-CEO Benedetto Vigna in einer Mitteilung und ließ die Augen der Aktionäre glänzen.

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Qualität kostet Aufschlag

An der Börse spiegelte sich die operative Sonderstellung Ferraris schon immer in einer außergewöhnlichen Bewertung wider. Aktuell wird die Ferrari-Aktie mit einem geschätzten Forward-KGV für das laufende Geschäftsjahr 2026 von knapp 35 bis 40 gehandelt. Damit schlägt das Papier keineswegs wie eine klassische Zykliker-Autoaktie zu Buche, sondern wird am Kapitalmarkt – völlig zu Recht – auf Augenhöhe mit den absoluten Giganten der globalen Luxusbranche wie LVMH oder Hermès bewertet.

Doch im Gegensatz zu LVMH und Hermès läuft es bei Ferrari ziemlich rund. Allerdings nicht mit der Aktie. Obwohl es so gut zu laufen scheint, liegt die Kursentwicklung mit nur +9% YTD hinter den Erwartungen. Das ist jedoch nicht als Unterbewertung oder ein konkretes Kaufsignal zu verstehe, mehr als eine spürbare Zurückhaltung seitens der Anleger.

ℹ️ Ferrari in Kürze

  • Ferrari (WKN: A2ACKK) entwickelt, produziert und vermarktet exklusive Sportwagen und Formel-1-Fahrzeuge. Das 1947 vom legendären italienischen Rennfahrer Enzo Ferrari gegründete Unternehmen hat seinen Verwaltungssitz in Maranello bei Modena in Italien und seinen Rechtssitz in Amsterdam.
  • Nachdem der Sportwagenhersteller über viele Jahrzehnte ein Tochterunternehmen von Fiat war, notiert die Ferrari-Aktie seit 2015 an der Börse.
  • Ferrari ist Mitglied im europäischen Leitindex Euro Stoxx 50 und an der Börse ca. 78,9 Milliarden € wert.

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Fazit

Take it or leave it. Günstiger wird es nicht. Wer bei Ferrari ein optisch günstiges Auto-KGV erwartet, hat das Geschäftsmodell nicht verstanden. Wer mit dem Gedanken spielt in eine Aktie aus dem Luxussegment zu investieren, der sollte statt LVMH lieber zu Ferrari greifen. Anders als in der Modebranche verkauft Ferrari echte Sammlerstücke, die wohlhabende Menschen trotz Inflation kaufen. Ein Auto ist eben was ganz anderes als eine Tasche und zieht viel mehr Kaufkraft auf sich.