Fresenius Medical Care-Aktie: Seitwärts statt Aufbruch – lohnt sich der Einstieg?“
Geschäftszahlen mit Licht und Schatten
Die starke Geschäftsentwicklung des zweiten Quartals konnte FMC im dritten Quartal nicht fortsetzen. Das zeigt der am 3. November veröffentlichte Quartalsbericht. Währungsbereinigt fielen die Abweichungen allerdings überschaubar aus.
Der Konzernumsatz stieg gegenüber dem Vorjahresquartal leicht um 1% auf 4,94 Milliarden €. In den einzelnen Geschäftsbereichen verlief die Entwicklung unterschiedlich. Das größte Segment Care Delivery, also das klassische Dialysegeschäft, legte um 3% auf 3,49 Milliarden € zu. Care Enablement verzeichnete ein Wachstum von 7% auf 1,45 Milliarden €. Im Segment Value-Based Care musste das Unternehmen hingegen einen Rückgang von 7% auf 537 Millionen € hinnehmen.
FMC befindet sich weiterhin in einem umfassenden Transformationsprozess. Insbesondere die Neuausrichtung des China-Geschäfts verursacht hohe Sonderkosten, die sowohl das operative Ergebnis als auch den Konzerngewinn belasten. Das operative Ergebnis sank von 477 auf 384 Millionen €. Das Konzernergebnis ging im Vergleich zum Vorjahresquartal von 275 auf 160 Millionen € zurück.
Insgesamt fielen die Geschäftszahlen dennoch solide aus. Die hohen Restrukturierungskosten sollen sich langfristig durch Effizienzsteigerungen und Einsparungen auszahlen. Für 2026 erwartet FMC Einsparungen von rund 250 Millionen €, denen allerdings Einmalkosten von etwa 350 Millionen € gegenüberstehen. Im dritten Quartal wurden 74 Millionen € eingespart. Bis Ende 2027 sollen die kumulierten Einsparungen aus dem Transformationsprogramm FME25+ rund 1,2 Milliarden € erreichen.
Der neue Vorstandsvorsitzende Shervin J. Korangy erklärte dazu:
Mit dem FME25+-Transformationsprogramm hat das Unternehmen eine solide Grundlage geschaffen, um profitabel weiter zu wachsen und nachhaltigen Mehrwert für alle Stakeholder zu schaffen.
Tipp: Bleibe mit unserem kostenlosen SD Insider Newsletter immer über die aktuellsten Börsen-Chancen informiert.
Prognose eingegrenzt
Beim bereinigten operativen Ergebnis rechnet FMC inzwischen lediglich mit einer Entwicklung auf Vorjahresniveau bis hin zu einem Rückgang im mittleren einstelligen Prozentbereich. Im Vorjahr hatte der Wert bei rund 2,2 Milliarden € gelegen.
Die Umsatzprognose bleibt dagegen unverändert. Für das Gesamtjahr wird weiterhin ein Umsatz von etwa 19,6 Milliarden € erwartet.
Bewertung
Nach Unternehmensangaben nähert sich der Transformationsprozess seinem Abschluss. Künftig soll wieder das profitable Wachstum stärker in den Vordergrund rücken. Der Übergang zum profitablen Wachstum benötigt jedoch noch Zeit.
Für die weitere Kursentwicklung kommt es insbesondere auf die Zahlen des vierten Quartals und den Ausblick für das kommende Geschäftsjahr an.
ℹ️ Fresenius Medical Care in Kürze
- Die Fresenius Medical Care AG, kurz FMC, mit rechtlichem Sitz in Hof und operativem Sitz im hessischen Bad Homburg vor der Höhe ist ein weltweit führender deutscher Anbieter von Dialyseprodukten und Dialysedienstleistungen zur überlebensnotwendigen medizinischen Versorgung von Menschen mit chronischem und akutem Nierenversagen.
- Weltweit betreibt der Konzern rund 4.000 Dialysecenter sowie 40 Produktionsstätten. Größter Aktionär ist die Muttergesellschaft Fresenius SE. Nach einer Entflechtung wird FMC als eigenständige AG geführt.
- Die Aktie ist im DAX gelistet; die Marktkapitalisierung beträgt rund 10,4 Milliarden €.
Fresenius Medical Care kaufen, halten oder verkaufen? Unsere Experten-Redaktion berichtet regelmäßig über Fresenius Medical Care und informiert Dich in Echtzeit, wenn Handlungsbedarf besteht. Aktiviere dafür einfach unseren kostenlosen Aktien-Alarm und sichere Dir Deinen persönlichen Informationsvorsprung.
Fresenius Medical Care weiterverfolgen – jetzt kostenlosen Aktien-Alarm aktivieren »
Fazit
Die fundamentale Entwicklung liefert derzeit noch keine überzeugenden Argumente für einen nachhaltigen Kursanstieg. Zwar bietet das laufende Transformationsprogramm erhebliches Einsparpotenzial, doch muss FMC erst noch beweisen, dass daraus dauerhaft höhere Gewinne entstehen.
Ich rechne deshalb zunächst mit einer volatilen Seitwärtsbewegung in einer Spanne zwischen 37 und 42 €. Auch die Analysten zeigen sich ebenfalls zurückhaltend. Ihr durchschnittliches Kursziel liegt bei rund 38 €. Für einen Neueinstieg besteht daher aus meiner Sicht keine Eile. Wer bereits investiert ist, kann die weitere Entwicklung zunächst abwarten. Was für die Aktie spricht, ist die aktuelle Dividendenrendite von 3,8%.
Du willst fürs Schlussquartal richtig aufgestellt sein? Wir zeigen dir drei Trend-Aktien mit echtem Multibagger-Potenzial. Hier geht’s zum Gratis-Report für den Jahresendspurt.