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Payment-Aktien: Visa, Mastercard, PayPal & Co. – auf wen jetzt setzen?

Geschäftsmodelle mit Zukunft
Redaktion
Ob beim Einkaufen, im Restaurant oder beim Online-Shopping: Zahlungsdienstleister verdienen an nahezu jeder Kartentransaktion mit. Doch obwohl Visa, Mastercard, American Express, PayPal und Capital One vom wachsenden bargeldlosen Zahlungsverkehr profitieren, unterscheiden sich ihre Geschäftsmodelle und Risiken erheblich. Das zeigt sich auch an der Börse, wo die Bewertungen der fünf Unternehmen weit auseinanderliegen.

Visa: Milliarden Transaktionen bei geringem Kreditrisiko

Visa gehört zu den größten Profiteuren des weltweiten Zahlungsverkehrs. Anders als viele Wettbewerber gibt das Unternehmen selbst keine Kreditkarten aus und vergibt keine Kredite. Stattdessen betreibt Visa das Zahlungsnetzwerk und verdient an jeder abgewickelten Transaktion, während die angeschlossenen Banken das Kreditrisiko tragen.

Im vierten Quartal des Geschäftsjahres, das am 30. September endete, wickelte Visa 74,2 Milliarden Transaktionen ab – ein Plus von zehn Prozent gegenüber dem Vorjahr. Der Nettoumsatz stieg um 13 Prozent auf 12,1 Milliarden US-Dollar. Der bereinigte Gewinn je Aktie legte sogar um 17 Prozent zu. Das Zahlungsvolumen wuchs auf Basis konstanter Wechselkurse um neun Prozent und damit etwas langsamer als im Vorquartal.

Die Aktie notiert derzeit bei 420,42 US-Dollar, die Marktkapitalisierung beläuft sich damit auf stolze 795 Milliarden US-Dollar. Mit einem erwarteten Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) von etwa 28 für 2027 ist Visa hoch bewertet. Die starken Margen, das skalierbare Geschäftsmodell und das geringe Kreditrisiko rechtfertigen jedoch einen Bewertungsaufschlag.

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Mastercard: Wachstumsstarkes Zusatzgeschäft

Auch Mastercard konzentriert sich auf die Zahlungsabwicklung und trägt selbst kein unmittelbares Kreditrisiko der Karteninhaber. Im dritten Quartal stieg das abgewickelte Zahlungsvolumen um sieben Prozent auf rund drei Billionen US-Dollar.

Besonders dynamisch entwickelte sich das Zusatzgeschäft mit Sicherheitslösungen, Datenanalysen und weiteren Dienstleistungen. Die Umsätze aus diesen sogenannten Value-added Services legten um 19 Prozent auf rund 4,1 Milliarden US-Dollar zu und machten bereits etwa 41 Prozent des Nettoumsatzes aus. Die Erlöse aus dem klassischen Zahlungsnetzwerk stiegen um elf Prozent. Insgesamt erhöhte sich der Nettoumsatz um 14 Prozent auf 9,8 Milliarden US-Dollar.

Damit entwickelt sich Mastercard zunehmend zu einem breit aufgestellten Zahlungsdienstleister. Das wachsende Zusatzgeschäft eröffnet zusätzliche Ertragschancen und reduziert die Abhängigkeit vom reinen Transaktionsvolumen. Mit einem KGV von rund 28 für 2027 ist die Aktie zwar anspruchsvoll bewertet, das überdurchschnittliche Wachstum liefert dafür jedoch Argumente.

American Express: Zahlungsgebühren und Kreditgeschäft

American Express kombiniert zwei Geschäftsbereiche: Das Unternehmen verdient an Gebühren, die Händler für die Akzeptanz seiner Karten bezahlen, vergibt aber gleichzeitig selbst Kredite an Karteninhaber. Dadurch entstehen neben den Transaktionserlösen zusätzliche Zinserträge, allerdings auch Kreditrisiken.

Im dritten Quartal stiegen die sogenannten Discount Revenues um acht Prozent auf rund 10,2 Milliarden US-Dollar. Sie machten damit etwa die Hälfte des Gesamtumsatzes aus. Die Nettozinserträge aus dem Kreditgeschäft erhöhten sich um zehn Prozent auf rund 4,9 Milliarden US-Dollar.

Die Rückstellungen für mögliche Kreditausfälle beliefen sich auf etwa eine Milliarde US-Dollar. Gleichzeitig verbesserte sich die Nettoabschreibungsquote auf 1,8 Prozent. Die Aktie notiert bei 325,50 US-Dollar und erreicht damit eine Marktkapitalisierung von rund 218 Milliarden US-Dollar. Mit einem erwarteten KGV von etwa 16 für 2027 liegt American Express bewertungstechnisch zwischen den hoch bewerteten Zahlungsnetzwerken und den günstigeren Wettbewerbern.

PayPal: Steigendes Zahlungsvolumen, sinkende Erlöse je Transaktion

PayPal erzielt den Großteil seiner Einnahmen über einen prozentualen Anteil des Zahlungsvolumens, das über die Plattform abgewickelt wird. Entscheidend ist daher nicht nur das Wachstum der Transaktionen, sondern auch, wie viel Umsatz das Unternehmen damit erzielt.

Im dritten Quartal stieg das Zahlungsvolumen um sechs Prozent auf 487,1 Milliarden US-Dollar. Die Transaktionserlöse legten allerdings nur um drei Prozent zu. Der durchschnittliche Erlösanteil sank damit bereits das dritte Quartal in Folge: von rund 1,65 Prozent Ende 2025 auf zuletzt etwa 1,58 Prozent.

Diese Entwicklung belastet die Wachstumsperspektiven und dürfte ein wesentlicher Grund für die vergleichsweise niedrige Bewertung sein. Immerhin stieg der bereinigte Gewinn je Aktie um acht Prozent. Aktienrückkäufe im Umfang von rund sechs Milliarden US-Dollar innerhalb der vergangenen zwölf Monate stützten zusätzlich den Gewinn je Aktie.

Mit einem erwarteten KGV von etwa zehn für 2027 erscheint PayPal günstig. Entscheidend wird jedoch sein, ob das Unternehmen den Rückgang der Erlöse je Transaktion stoppen kann.

Capital One: Kreditgeschäft und eigenes Zahlungsnetzwerk

Capital One ist in erster Linie ein Kreditinstitut. Im dritten Quartal entfielen rund 12,9 Milliarden US-Dollar des Gesamtumsatzes von 16,3 Milliarden US-Dollar auf Nettozinserträge. Mit der Übernahme von Discover im Mai 2025 sicherte sich das Unternehmen zudem ein eigenes Zahlungsnetzwerk.

Das dort abgewickelte Volumen stieg zuletzt um 25 Prozent auf rund 191 Milliarden US-Dollar. Die Einnahmen aus Händler- und Interchange-Gebühren beliefen sich auf etwa 2,3 Milliarden US-Dollar. Damit gewinnt das Zahlungsnetzwerk zunehmend an Bedeutung, bleibt gegenüber dem Kreditgeschäft aber weiterhin zweitrangig.

Positiv entwickelte sich zuletzt die Kreditqualität. Die Nettoabschreibungsquote im Kreditkartengeschäft sank von 5,05 Prozent im ersten Quartal auf 4,01 Prozent im dritten Quartal. Eine wirtschaftliche Abschwächung könnte diesen Trend allerdings wieder umkehren.

Die Aktie notiert aktuell bei 208,71 US-Dollar, die Marktkapitalisierung liegt bei rund 128 Milliarden US-Dollar. Mit einem erwarteten KGV von lediglich neun für 2027 gehört Capital One zu den günstigsten Unternehmen der Vergleichsgruppe. Der Bewertungsabschlag spiegelt jedoch die höhere Abhängigkeit vom Kreditgeschäft wider.

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Redaktion

Fazit

Visa und Mastercard überzeugen mit besonders skalierbaren Geschäftsmodellen, hohen Margen und geringem Kreditrisiko. Mastercard besitzt dank seines dynamisch wachsenden Zusatzgeschäfts derzeit einen leichten Wachstumsvorteil. American Express bietet eine interessante Kombination aus Gebühren- und Zinserträgen, während PayPal und Capital One vor allem durch ihre niedrigen Bewertungen auffallen.

Trotz der hohen KGVs erscheinen Visa und Mastercard langfristig am attraktivsten. Wegen der ambitionierten Bewertungen bietet sich für Anleger allerdings eher ein schrittweiser Einstieg an.

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