SAP-Aktie +14% im Oktober: Warum ich jetzt nicht mehr kaufen würde!
Fast 14% Kursgewinn in nur einem Monat
Die SAP-Aktie gehörte im Oktober zu den stärkeren DAX-Werten. Besonders nach der Veröffentlichung der Quartalszahlen am 21. Oktober nahm die Erholung noch einmal Fahrt auf. Zwischenzeitlich kletterte der Kurs auf über 216 €.
Dabei verlief die Geschäftsentwicklung ausgesprochen erfreulich. Im dritten Quartal steigerte SAP seinen Umsatz um +13% auf 10,27 Milliarden €. Erstmals überschritt der Softwarekonzern damit die Marke von 10 Milliarden € innerhalb eines Quartals.
Besonders das Cloudgeschäft überzeugte. Die Erlöse legten um +26% auf 6,67 Milliarden € zu. Der kurzfristig realisierbare Cloud-Auftragsbestand wuchs sogar um +28% auf 24,1 Milliarden €.
Auch die Profitabilität stimmt. Das bereinigte operative Ergebnis erhöhte sich um +18% auf 3,03 Milliarden €. SAP schafft es somit weiterhin, steigende Umsätze in überproportional wachsende Gewinne umzuwandeln.
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2027 soll das Wachstum weitergehen
Das Management blickt entsprechend optimistisch nach vorne. Für 2026 erwartet SAP die Clouderlöse inzwischen am oberen Ende der bisherigen Prognosespanne von 25,8 bis 26,2 Milliarden €. Das bereinigte operative Ergebnis soll zwischen 11,8 und 12,2 Milliarden € liegen.
Auch in den kommenden Jahren dürfte sich das Wachstum fortsetzen. Analysten erwarten für 2027 einen Konzernumsatz von rund 45,2 Milliarden €. Im Vergleich zu den für 2026 prognostizierten 40,4 Milliarden € wäre das ein Plus von knapp +12%. Der Gewinn je Aktie soll sogar um rund +18% von 7,08 auf 8,35 € steigen.
Langfristig profitiert SAP davon, dass immer mehr Unternehmen ihre Geschäftsprozesse in die Cloud verlagern. Die bereits vorhandenen Kundenbeziehungen und die tief integrierten Softwarelösungen erschweren einen Anbieterwechsel. Hinzu kommen zusätzliche Möglichkeiten durch künstliche Intelligenz.
Für mich bleibt SAP deshalb ein qualitativ hochwertiges Unternehmen mit guten langfristigen Wachstumsperspektiven.
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Bewertung: Ist ein KGV von 25 zu viel?
Trotzdem würde ich der Aktie jetzt nicht hinterherlaufen. Der Grund liegt in der Bewertung.
Bei 211,25 € und einem erwarteten Gewinn von 7,08 € je Aktie beträgt das KGV für 2026 rund 29,8. Auf Basis der Schätzungen für 2027 reduziert sich die Kennzahl auf 25,3. Selbst für 2028 liegt das Verhältnis noch bei ungefähr 21,6.
Das ist für ein wachstumsstarkes Softwareunternehmen nicht zwangsläufig übertrieben. Allerdings setzt die Bewertung voraus, dass SAP seine ambitionierten Gewinnziele erreicht.
Auch der freie Cashflow liefert eine interessante Orientierung. Für 2026 erwartet das Management rund 10 Milliarden € frei verfügbare Mittel. Bei einem Börsenwert von ungefähr 244 Milliarden € entspricht das einer Free-Cashflow-Rendite von lediglich 4,1%.
Damit wird deutlich: Anleger zahlen aktuell einen leichten Aufpreis für die erwarteten Wachstumsraten. Das wiederum reduziert die Sicherheitsmarge, die wir erhalten.
Sollte sich das Cloudwachstum abschwächen oder die Margenentwicklung enttäuschen, könnte die Bewertung schnell wieder unter Druck geraten. Die starke Kursentwicklung im Oktober hat einen Teil der zukünftigen Erfolge bereits vorweggenommen.
ℹ️ SAP in Kürze
- Die SAP SE (WKN: 716460) gehört weltweit zu den führenden Softwareunternehmen im Bereich Unternehmenssoftware. Der Konzern bietet Lösungen für Geschäftsprozesse, Datenmanagement und Cloud-Anwendungen für Unternehmen jeder Größe.
- Der Hauptsitz befindet sich in Walldorf (Deutschland). SAP ist weltweit tätig und verfügt über zahlreiche Standorte und Kunden in nahezu allen Branchen.
- Die Aktie ist im DAX und Euro Stoxx 50 gelistet und zählt mit einer Marktkapitalisierung von rund 259 Milliarden € zu den wertvollsten börsennotierten Unternehmen Europas.
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Fazit
Ich halte SAP weiterhin für eines der qualitativ überzeugendsten Unternehmen im DAX. Das Cloudgeschäft wächst dynamisch, die Profitabilität steigt und die langfristigen Perspektiven stimmen. Allerdings ist die Aktie nach knapp +14% im Oktober für mich kein offensichtliches Schnäppchen mehr. Ein erwartetes KGV von 25 für 2027 lässt wenig Raum für Enttäuschungen. Deshalb würde ich der aktuellen Rally nicht hinterherlaufen, sondern geduldig auf einen günstigeren Einstieg warten. Gute Unternehmen sind schließlich nicht zu jedem Preis gute Investments.