Puma-Aktie: Jetzt schon zugreifen?
Erste Fortschritte beim Konzernumbau
Nachdem sich die Ertragslage bereits im zweiten Quartal verbessert hatte, setzte sich diese Entwicklung im dritten Quartal fort. Allerdings ist die Erholung noch nicht abgeschlossen.
Der Konzernumsatz sank im dritten Quartal gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 5% auf rund 1,78 Milliarden €. Währungsbereinigt betrug der Rückgang 6,3%.
Die Entwicklung in den einzelnen Regionen fiel sehr unterschiedlich aus. Während die Nachfrage in Nordamerika und Europa weiterhin schwach war, erzielte Puma in der Region Asien/Pazifik ein zweistelliges Umsatzwachstum.
Auch bei den Vertriebskanälen zeigen sich Unterschiede: Das Großhandelsgeschäft ging währungsbereinigt um 9,6% zurück. Das Direktgeschäft mit den Endkunden legte dagegen um 1,2% zu. Vor allem der Onlinehandel entwickelte sich positiv.
Erfreulich war die Entwicklung der Rohertragsmarge. Sie stieg um 420 Basispunkte auf 49,5%. Verantwortlich dafür waren niedrigere Beschaffungskosten, positive Währungseffekte und ein günstigerer Vertriebsmix. Allerdings entfielen rund 170 Basispunkte des Margenanstiegs auf einmalige Zollrückerstattungen von 29,8 Millionen €.
Beim operativen Ergebnis bleibt die Lage angespannt. Das EBIT verbesserte sich gegenüber dem zweiten Quartal von einem Verlust in Höhe von 53 Millionen € auf einen Verlust von 11,4 Millionen €. Im Vorjahresquartal hatte Puma allerdings noch einen operativen Gewinn von 16,2 Millionen € erzielt.
Insgesamt zeigt sich damit eine Verbesserung gegenüber dem Vorquartal. Von einer nachhaltigen Rückkehr zur Profitabilität kann jedoch noch nicht gesprochen werden.
Ein positiver Aspekt waren der Vorratsabbau um 24,3% auf 1,6 Milliarden €. Auch der Free Cashflow entwickelte sich gut, aus einem Vorjahresrückgang von 43 Millionen € ergab sich ein Überschuss von 92 Millionen €.
CEO Arthur Höld erklärte, dass die Geschäftsentwicklung im dritten Quartal den Erwartungen entsprach. Gleichzeitig habe man weitere Grundlagen für das künftige Wachstum gelegt.
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Jahresprognose konkretisiert
Aufgrund der bisherigen Geschäftsentwicklung hat Puma die Jahresprognose für 2026 präzisiert. Beim währungsbereinigten Umsatz wird weiterhin mit einem Rückgang im niedrigen bis mittleren einstelligen Prozentbereich gerechnet.
Die Prognose für das operative EBIT wurde auf eine Bandbreite zwischen minus 80 und minus 130 Millionen € eingegrenzt. Zuvor lag die Spanne zwischen minus 50 und minus 150 Millionen €.
Bei den Investitionen erwartet Puma nun einen Wert von weniger als 150 Millionen €. Zuvor waren rund 200 Millionen € vorgesehen.
Bewertung
Die eingeleiteten Restrukturierungsmaßnahmen zeigen erste Wirkungen. Besonders der Vorratsabbau und die Verbesserung des freien Cashflows sind wichtige Fortschritte.
Auch die gestiegene Rohertragsmarge ist positiv. Allerdings wird sie teilweise durch die Zollrückerstattungen gestützt. Gleichzeitig bleiben die Umsätze rückläufig und das operative Ergebnis liegt weiterhin im negativen Bereich.
Entscheidend wird deshalb die Entwicklung im vierten Quartal. Gelingt es Puma, den Umsatzrückgang zu bremsen und die Kostenstruktur weiter zu verbessern, könnte sich die Profitabilität im kommenden Geschäftsjahr deutlich erholen.
Mit Anta Sports als neuem Großaktionär kommt eine zusätzliche strategische Perspektive hinzu. Besonders für das Geschäft in China könnte die Zusammenarbeit interessant werden.
ℹ️ Puma in Kürze
- Die Puma SE (WKN: 696960) ist neben Adidas der führende deutsche Hersteller von Sportartikeln. Das Unternehmen bietet seinen Kunden eine breite Palette aller möglichen Sportutensilien in verschiedenen Sportarten.
- Neben dem Hauptsitz im bayerischen Herzogenaurach unterhält Puma Produktionsstätten in mehr als 25 Ländern: Die Produkte werden in über 105 Ländern weltweit vertrieben.
- Das Unternehmen ist im MDAX gelistet. Die Marktkapitalisierung beträgt knapp 4 Milliarden €.
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Fazit
Die Geschäftszahlen zeigen, dass der Konzernumbau vorankommt. Der Rückgang der Lagerbestände, der positive freie Cashflow und die verbesserte Rohertragsmarge sind wichtige Signale. Allerdings ist die operative Erholung noch nicht abgeschlossen. Der Einstieg von Anta Sports ist eine interessante Perspektive. Daraus könnten sich zusätzliche Absatzmöglichkeiten und Synergieeffekte ergeben. Bis diese tatsächlich in den Geschäftszahlen sichtbar werden, wird es allerdings noch dauern.
Der Kursverlauf dürfte daher volatil bleiben. Einen nachhaltigen Anstieg über 30 € halte ich kurzfristig für schwierig. Sollten die Restrukturierungsmaßnahmen jedoch greifen und Puma im kommenden Geschäftsjahr wieder profitabel werden, sind Kurse von 35 € und mehr durchaus möglich. Aus meiner Sicht besteht derzeit keine Eile zum Einstieg.
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