SanDisk-Aktie fällt trotz Rekordzahlen – sind 3.000 US$ noch möglich?
SanDisk hat mit seinen jüngsten Quartalszahlen erneut gezeigt, wie stark das Unternehmen vom weltweiten KI-Boom profitiert. Der Speicherchiphersteller konnte seinen Umsatz innerhalb eines Jahres nahezu verfünffachen und auch beim Gewinn deutlich besser abschneiden als erwartet. Zusätzlich kündigte das Management einen Aktiensplit im Verhältnis 8 zu 1 an. Trotzdem geriet die Aktie nach Veröffentlichung der Zahlen unter Druck und verlor vorbörslich zeitweise fast -8%. Warum reagieren Anleger derart zurückhaltend und wie viel Potenzial sehen Analysten nach dem Rücksetzer noch?
SanDisk übertrifft Erwartungen: Umsatz steigt um 378%
SanDisk hat am Donnerstagabend seine Geschäftszahlen für das erste Quartal des Geschäftsjahres 2027 veröffentlicht und dabei erneut kräftig zugelegt. Der Umsatz kletterte gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 378 % auf rund 11 Milliarden US$. Analysten hatten zuvor lediglich mit etwa 10,7 Milliarden US$ gerechnet.
Auch beim Gewinn konnte das Unternehmen überzeugen. Bereinigt verdiente SanDisk 49,51 US$ je Aktie und übertraf damit die Erwartungen von rund 46,67 US$. Der Nettogewinn erreichte sogar 8,1 Milliarden US$, nachdem im Vorjahresquartal lediglich 112 Millionen US$ erwirtschaftet worden waren.
Hinter dem enormen Wachstum steckt die weiterhin hohe Nachfrage nach Speicherchips. SanDisk stellt unter anderem NAND-Flash-Speicher her, die in SSDs zum Einsatz kommen. Diese werden längst nicht mehr nur in Computern und Smartphones benötigt, sondern zunehmend auch in großen KI-Rechenzentren.
Wie stark das Geschäft inzwischen davon profitiert, zeigt die Entwicklung der Rechenzentrumssparte. Hier stieg der Umsatz allein gegenüber dem vorherigen Quartal um 61 % auf rund 4,8 Milliarden US$. Gleichzeitig bleibt das Angebot an leistungsfähigen Speicherchips knapp, wodurch die Hersteller weiterhin hohe Preise durchsetzen können.
Für die kommenden Monate erwartet das Management deshalb weiteres Wachstum. Im laufenden Quartal soll der Umsatz bereits auf 12,2 bis 12,6 Milliarden US$ steigen. Auch beim bereinigten Gewinn je Aktie rechnet SanDisk mit 55 bis 57 US$ und liegt damit über den bisherigen Analystenerwartungen. Das Unternehmen profitiert somit nicht nur von einer steigenden Nachfrage, sondern auch von den hohen Verkaufspreisen am Speichermarkt. Allerdings erklärt das allein noch nicht, weshalb die Aktie trotz dieser Ergebnisse so deutlich nachgibt.
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Aktie rutscht ab – selbst der angekündigte Aktiensplit hilft nicht
An der Börse kamen die starken Zahlen überraschend schlecht an. Bereits am Donnerstag hatte die SanDisk-Aktie rund -5,3% verloren und bei 1.330 US$ geschlossen. Nach Veröffentlichung der Ergebnisse setzte sich die Schwäche fort. Am Freitagmorgen ging es vorbörslich zeitweise weitere knapp -8% nach unten.
Dabei hatte SanDisk neben den Rekordzahlen noch eine weitere Nachricht für seine Aktionäre. Das Unternehmen kündigte einen Aktiensplit im Verhältnis 8 zu 1 an, der im November umgesetzt werden soll. Aus einer bisherigen Aktie werden dadurch acht neue, während sich der Kurs rechnerisch auf ein Achtel reduziert.
Für Anleger ändert sich dadurch zunächst nichts am Gesamtwert ihrer Beteiligung. Allerdings werden die einzelnen Aktien optisch günstiger und könnten damit für zusätzliche Privatanleger interessant werden. Hinzu kommt, dass SanDisk im vergangenen Quartal eigene Aktien im Wert von rund 5 Milliarden US$ zurückgekauft hat. Das Management nutzt also einen erheblichen Teil seiner Gewinne, um Kapital an die Aktionäre zurückzugeben.
Warum fällt die Aktie dann trotzdem?
Ein Grund dürfte die enorme Rallye der vergangenen Monate sein. Allein seit Jahresbeginn hat SanDisk zeitweise mehrere Hundert Prozent an Wert gewonnen. Entsprechend hoch sind inzwischen die Erwartungen an das weitere Wachstum. Zudem ist die Stimmung gegenüber KI-Aktien zuletzt vorsichtiger geworden. Anleger hinterfragen zunehmend, wie lange die hohen Investitionen in Rechenzentren und die damit verbundene Nachfrage nach Speicherchips anhalten können.
Auch bei SanDisk bleibt die Frage, ob sich die derzeit außergewöhnlich hohen Preise dauerhaft halten lassen. Schließlich ist die Speicherbranche dafür bekannt, dass auf Phasen mit einer hohen Nachfrage irgendwann wieder ein Überangebot folgen kann. Nach der gewaltigen Kursrallye reichen deshalb selbst starke Quartalszahlen offenbar nicht mehr aus, um sämtliche Anleger zu überzeugen.
Analysten bleiben optimistisch – Kursziele bis 3.000 US$
Trotz der jüngsten Kursverluste halten zahlreiche Analysten weiterhin an ihren positiven Einschätzungen fest. Allerdings gehen die Meinungen darüber auseinander, wie viel Potenzial die SanDisk-Aktie nach ihrer starken Rallye tatsächlich noch bietet. Die Bank of America hat ihr Kursziel nach den Quartalszahlen von 2.500 auf 2.000 US$ gesenkt, empfiehlt die Aktie aber weiterhin zum Kauf. Auch Goldman Sachs reduzierte seine Erwartungen und nahm das Kursziel von 2.200 auf 2.000 US$ zurück. Gegenüber dem Schlusskurs vom Donnerstag bei rund 1.330 US$ würde selbst dieses niedrigere Kursziel noch einem möglichen Aufwärtspotenzial von etwa +50% entsprechen.
Wesentlich optimistischer zeigt sich Bernstein. Die Investmentbank bestätigte erst wenige Tage vor den Quartalszahlen ihre Kaufempfehlung und hält weiterhin an einem Kursziel von 3.000 US$ fest. Sollte die Aktie diesen Wert erreichen, wäre das gegenüber dem jüngsten Schlusskurs ein Anstieg von rund +125%.
Dass die Einschätzungen so weit auseinanderliegen, hängt auch mit den unterschiedlichen Erwartungen an die Speicherchippreise zusammen. Während einige Analysten davon ausgehen, dass der KI-Boom die Nachfrage noch über Jahre antreiben wird, rechnen andere damit, dass sich das außergewöhnlich profitable Marktumfeld irgendwann wieder normalisiert.
Für Anleger macht das einen erheblichen Unterschied. Solange SanDisk seine Speicherchips zu hohen Preisen verkaufen kann, dürfte das Unternehmen weiterhin kräftig verdienen. Sollten die Preise jedoch wieder sinken, könnten auch die derzeit hohen Gewinnmargen deutlich zurückgehen.
ℹ️ Sandisk Corporation in Kürze
- SanDisk (WKN: A411ZM) mit Sitz in Milpitas im US-Bundesstaat Kalifornien ist ein weltweit führender Hersteller von Speichermedien, die auf der NAND-Flash-Technologie basieren.
- Das 1988 gegründete Unternehmen wurde 2016 von Western Digital übernommen und 2025 erneut als eigenständiges, börsennotiertes Unternehmen abgespalten.
- Bekannt ist SanDisk vor allem für die Entwicklung und Herstellung von Speicherkarten, USB-Sticks und Solid-State-Drives (SSDs).
- Seit einiger Zeit fokussiert sich das Unternehmen auf spezialisierte Hochleistungs-SSDs, die für das Training von KI-Modellen in Rechenzentren benötigt werden.
- SanDisk ist seit November 2025 Mitglied im US-Leitindex S&P 500 und ca. 177 Milliarden US$ wert.
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Fazit
Die Geschäftszahlen von SanDisk fallen erneut hervorragend aus. Auch der Ausblick und die angekündigten Aktienrückkäufe sprechen dafür, dass das Unternehmen weiterhin viel Geld verdient. Der jüngste Kursrutsch könnte deshalb für Anleger interessant werden, die bislang noch nicht eingestiegen sind. Immerhin sehen selbst einige vorsichtigere Analysten noch erhebliches Aufwärtspotenzial.
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