ServiceNow-Aktie crasht um fast -20% – was steckt dahinter?
ServiceNow wächst kräftig, verfehlt aber die Gewinnerwartungen
ServiceNow hat am Mittwochabend seine Geschäftszahlen für das dritte Quartal 2026 veröffentlicht. Der Umsatz stieg gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 20,5 % auf rund 4,11 Milliarden US$ und lag damit leicht über den Erwartungen der Analysten. Auch das wichtige Geschäft mit Software-Abonnements entwickelte sich weiterhin gut und legte um 21 % zu.
Beim Gewinn konnte das Unternehmen die Erwartungen dagegen nicht ganz erfüllen. Bereinigt verdiente ServiceNow 1,00 US$ je Aktie, während Analysten mit 1,02 US$ gerechnet hatten. Der Unterschied fällt zwar relativ gering aus, allerdings wurde die Entwicklung unter anderem durch Finanzierungskosten im Zusammenhang mit der Übernahme des Cybersicherheitsunternehmens Armis belastet.
Im Geschäft mit künstlicher Intelligenz sieht es dagegen weiterhin gut aus. ServiceNow konnte zahlreiche größere Verträge abschließen und hob sein Ziel für den jährlichen Vertragswert seiner KI-Produkte von 1,5 auf 1,7 Milliarden US$ an.
Damit verdient das Unternehmen zunehmend Geld mit KI-Anwendungen, die Firmen dabei helfen sollen, ihre Arbeitsabläufe zu automatisieren. Eigentlich eine erfreuliche Entwicklung, doch an der Börse scheinen die Anleger inzwischen deutlich mehr zu erwarten.
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Warum die ServiceNow-Aktie trotzdem fast -20% abstürzt
Ein wesentlicher Grund für den Kursrutsch liegt im Ausblick auf das kommende Quartal. ServiceNow rechnet damit, dass sich das Wachstum bei den bereits abgeschlossenen Verträgen, deren Umsätze innerhalb der nächsten zwölf Monate verbucht werden sollen, etwas verlangsamt. Diese sogenannten cRPO gelten als wichtiger Hinweis darauf, wie sich das Geschäft in den kommenden Monaten entwickeln könnte. Im dritten Quartal legten sie noch um 20,5 % zu, für das vierte Quartal erwartet ServiceNow dagegen nur noch ein Wachstum von 18,5 %.
Das klingt zunächst nach keinem dramatischen Unterschied, sorgt bei Anlegern aber für Unsicherheit. Schließlich wird ServiceNow an der Börse als wachstumsstarkes Softwareunternehmen bewertet, bei dem entsprechend hohe Erwartungen an die kommenden Jahre bestehen. Das Management erklärte zudem, dass einige Vertragsverlängerungen bereits früher als geplant abgeschlossen wurden und dadurch das Wachstum im kommenden Quartal etwas schwächer ausfallen könnte.
Hinzu kommen die allgemeinen Sorgen rund um künstliche Intelligenz. Einerseits profitiert ServiceNow vom zunehmenden Einsatz neuer KI-Anwendungen, andererseits stellt sich für Anleger die Frage, ob KI langfristig auch klassische Softwarelösungen ersetzen und damit zusätzlichen Wettbewerb schaffen könnte.
Trotzdem hat ServiceNow seine Umsatzprognose für das Gesamtjahr leicht angehoben. Der massive Kursrutsch zeigt damit, wie empfindlich die Börse inzwischen auf kleinere Enttäuschungen bei hoch bewerteten Softwareunternehmen reagiert.
ℹ️ ServiceNow in Kürze
- ServiceNow (WKN: A1JX4P) ist ein 2004 gegründeter US-amerikanisches Software-Konzern mit Sitz in Santa Clara in Kalifornien.
- Der Konzern bietet eine cloudbasierte Plattform an, um Arbeitsabläufe (Workflows) in Unternehmen zu digitalisieren und zu automatisieren.
- Basis der Plattform ist eine einzige, große Datenbank, über die alle Unternehmensprozesse abgewickelt werden können und die isolierte Software in einzelnen Abteilungen überflüssig macht.
- ServiceNow ist Mitglied in den US-Leitindizes Nasdaq 100 und S&P 500. Der Börsenwert liegt aktuell bei ca. 155 Milliarden US$.
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Fazit
Der Kursrutsch von fast -20% fällt angesichts des weiterhin kräftigen Umsatzwachstums ziemlich heftig aus. ServiceNow gewinnt neue Kunden, baut sein KI-Geschäft aus und erwartet auch für das Gesamtjahr höhere Einnahmen. Allerdings haben der verfehlte Gewinn und das schwächere Wachstum bei den kurzfristigen Vertragsverpflichtungen Zweifel geweckt. Sollte ServiceNow in den kommenden Quartalen wieder stärker überzeugen, könnte die Aktie nach dem deutlichen Rückgang durchaus Erholungspotenzial haben. Zunächst muss das Unternehmen aber zeigen, dass es seine hohen Wachstumsraten auch langfristig halten kann.
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