Shell-Aktie: Noch kaufen oder jetzt rausgehen?
Fabelhafte Ergebnisse
Wie angesichts der seit Monaten hohen Öl- und Gaspreise nicht anders zu erwarten war, lieferte Shell hervorragende Zahlen für das dritte Quartal 2026 ab, die die Erwartungen der Analysten deutlich übertrafen. Der bereinigte Gewinn des Ölmultis kletterte im abgelaufenen Vierteljahr auf 10,81 Milliarden US$. Damit lag er spürbar über dem Wert des zweiten Quartals (ca. 9,84 Milliarden US$) und fast doppelt so hoch wie im Vorjahreszeitraum (ca. 5,43 Milliarden US$).
Der ausgewiesene Nettogewinn belief sich auf 12,06 Milliarden US$ und verdoppelte sich im Jahresvergleich ebenfalls nahezu. Beim bereinigten Gewinn je Aktie gelang Shell eine mehr als Verdoppelung von 0,93 US$ im Vorjahr auf 1,93 US$ im letzten Quartal.
Der Mittelzufluss aus der operativen Geschäftstätigkeit erreichte starke 21,04 Milliarden US$. Die Nettoverschuldung des Konzerns sank auf 39,70 Milliarden US$.
In Anbetracht der klingelnden Kassen bei Shell dürfen sich Aktionäre auf weitere Aktienrückkaufprogramme und steigende Gewinnausschüttungen freuen. Der Öl- und Gasriese kündigte ein neues Aktienrückkaufprogramm im Volumen von 5 Milliarden US$ an, das in den kommenden Monaten umgesetzt werden soll. Die Quartalsdividende wird auf ca. 0,35 € steigen, wodurch sich die Jahresdividende 2026 auf 1,35 € erhöht.
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Der Trend kann weitergehen
Das Chartbild der Shell-Aktie befindet sich in allerbester Verfassung. Sowohl kurz- als auch langfristig steckt der Öltitel in einem Aufwärtstrend fest.
Die untere Trendlinie des seit Ende 2020 anhaltenden Langfristtrends und des seit Juli 2026 anhaltenden Kurzfristtrends hat bislang gehalten. Solange die Öl- und Gaspreise auf dem aktuellen Niveau verharren, ist meiner Meinung nach nicht mit einem Trendbruch zu rechnen.
Analysten setzen auf Entspannung
Die aktuellen Kursziele der Shell-Aktie liegen in einem Bereich zwischen 45 und 55 €. Damit sehen die Bullen nur noch wenig Upside, während die Bären sogar an ein leichtes Downside glauben.
Ob die Bewertung der Shell-Aktie mit einem Forward-KGV von 10 gerechtfertigt ist, hängt im Wesentlichen von der Prognose des zukünftigen Ölpreises ab. Die aktuellen Schätzungen für das Jahr 2027 bewegen sich in einem Korridor zwischen 65 und 95 US$ für ein Barrel der Sorte Brent. Aktuell steht der Preis jedoch bei fast 115 US$.
Das bedeutet, dass die meisten Banken in den kommenden Monaten von einer deutlichen Entspannung der Situation im Nahen Osten ausgehen. Ich sehe nicht, dass sich so eine Entwicklung abzeichnet.
Darum wird sie nicht kommen
Bei den im November anstehenden Midterm-Wahlen in den USA zeichnet sich ein herber Rückschlag für die Republikaner und US-Präsident Trump ab. Es ist zu erwarten, dass Trump in den verbleibenden zwei Jahren seiner Präsidentschaft aufgrund einer demokratischen Mehrheit im Kapitol zu einer sogenannten „Lame Duck“ wird. Das bedeutet, dass er gegen den Willen seiner Widersacher kaum noch politische Projekte durchbringen kann und wird.
Umso entschlossener dürfte sein Vorgehen im Nahen Osten sein. Ich rechne damit, dass die USA zum Jahresende ihre Angriffe gegen den Iran erneut aufnehmen werden. Die Folgen für den Ölpreis sind bekannt.
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ℹ️ Shell in Kürze
- Shell (WKN: A3C99G) ist ein multinationaler Energiekonzern mit Schwerpunkt auf der Öl- und Gasindustrie. Das Unternehmen wurde 1907 gegründet und hat heute seinen Hauptsitz in London.
- Es ist in allen Bereichen der Öl- und Gasproduktion sowie der Raffination aktiv. Darüber hinaus engagiert sich Shell in der Petrochemie, im Flüssigerdgas (LNG)-Geschäft und in erneuerbaren Energien wie Wind- und Solarenergie.
- Shell notiert an der Londoner Börse und ist rund 272 Milliarden € wert.
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Fazit
Die Shell-Aktie ist vor diesem Hintergrund in meinen Augen auf auf ihrem historischen Höchststand noch ein Investment wert. Die Kasse des Konzerns wird angesichts weiterhin hoher Öl- und Gaspreise über viele Quartale hinaus klingeln.
Vor allem für Dividendenanleger sollte zu den Basisinvestments im Depot gehören.Die Dividendenrendite von aktuell 2,7% ist für einen Ölkonzern zwar nicht besonders hoch, aber Shell ist seit einigen Jahren für seine kontinuierliche Dividendenwachstumspolitik bekannt. Diese dürfte sich auch in den kommenden Jahren fortsetzen.