Rheinmetall-Aktie: Was braucht es für Kurse über 1.100 €?
Neuer Großauftrag sorgt für Rückenwind
Für positive Nachrichten sorgte Rheinmetall am Donnerstag mit der Bekanntgabe eines weiteren Großauftrags. Die europäische Rüstungsagentur OCCAR hat das Gemeinschaftsunternehmen Artec, an dem Rheinmetall und KNDS Deutschland beteiligt sind, mit der Lieferung von 69 zusätzlichen Radschützenpanzern des Typs Schakal beauftragt. Davon sind 35 Fahrzeuge für die Bundeswehr und 34 für die niederländischen Streitkräfte vorgesehen. Der auf Rheinmetall entfallende Auftragswert liegt nach Unternehmensangaben im dreistelligen Millionen-Euro-Bereich. Der neue Vertrag unterstreicht damit die unverändert hohe Nachfrage nach modernen gepanzerten Fahrzeugen.
Auch operativ bleibt der Düsseldorfer Rüstungskonzern auf Wachstumskurs. Im ersten Halbjahr 2026 stieg der Umsatz um +39% auf 5,23 Milliarden €, während das operative Ergebnis sogar um +74% auf 786 Millionen € zulegte. Für das Gesamtjahr erwartet das Management weiterhin Erlöse zwischen 13,7 und 14,2 Milliarden € sowie eine operative Marge von rund 19%. Allerdings bleiben der massive Kapazitätsausbau und die erfolgreiche Abwicklung des hohen Auftragsbestands wichtige Herausforderungen. Weitere Erkenntnisse dürften bereits die Quartalszahlen am 5. November liefern. Bis dahin bleibt die Frage, ob die überzeugende Geschäftsentwicklung auch für eine nachhaltige Fortsetzung der Kurserholung ausreicht.
In diesem Zusammenhang: Regierungen stocken strategische Rohstoffreserven massiv auf – unser Report „Rüstung – Megatrend im Rohstoffsektor“ analysiert zwei Aktien, die zu großen Profiteuren werden dürften.
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Quelle: stock3
Die Aktie von Rheinmetall bewegt sich nach dem erfolgreichen Ausbruch über die zuvor dominierende Abwärtstrendlinie weiterhin in einer Konsolidierungsphase. Zwar wurde die Unterstützung bei 1.028,60 € im Wochenverlauf zwischenzeitlich unterschritten, doch bereits am Donnerstag gelang mit einem Schlusskurs von 1.048,20 € die Rückeroberung. Damit konnte auch die steigende Aufwärtstrendlinie wieder überwunden werden, was die Chancen auf eine Fortsetzung der Erholung begünstigt. Entscheidend ist nun, dass sich Rheinmetall oberhalb von 1.028,60 € behauptet und anschließend das Oktober-Zwischenhoch um 1.090 € attackiert. Gelingt dieser Schritt, dürfte sich der Aufwärtsimpuls bis 1.122 € ausdehnen. Darüber wartet schließlich die bedeutende Widerstandszone zwischen 1.177 und 1.233,40 €, deren Überwindung eine wesentlich umfangreichere Trendwende ermöglichen könnte.
Scheitert dagegen die aktuelle Stabilisierung und fällt die Aktie erneut unter 1.028,60 € sowie die steigende Aufwärtstrendlinie zurück, wäre zunächst mit einer weiteren Belastungsprobe der Unterstützungsregion um 1.000 beziehungsweise 989,20 € zu rechnen. Bereits mein Kollege Peter Wolf-Karnitschnig stellte am Montag unter „Halten die 1.000 € jetzt felsenfest?“ die Bedeutung dieser psychologischen Marke heraus. Sollte allerdings auch die darunterliegende Unterstützung bei 989,20 € nachhaltig aufgegeben werden, würde sich das Chartbild spürbar eintrüben. In diesem Fall wären Rücksetzer bis 946,60 und gegebenenfalls sogar 900,20 € denkbar. Noch spricht die jüngste Käuferreaktion jedoch eher für eine Fortsetzung der Erholung als für eine erneute größere Verkaufswelle.
ℹ️ Rheinmetall in Kürze
- Rheinmetall (WKN: 703000) ist ein deutscher Rüstungskonzern und Automobilzulieferer mit Sitz in Düsseldorf.
- Nach Airbus ist Rheinmetall der zweitgrößte deutsche Hersteller von Rüstungsgütern.
- Schwerpunkte der Waffenproduktion sind militärische Rad- und Kettenfahrzeuge wie Kampf- und Schützenpanzer sowie Munition.
- Rheinmetall ist Mitglied in den Leitindizes DAX und EuroStoxx 50. Der Börsenwert liegt aktuell bei rund 48 Milliarden €.
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Fazit
Die Rheinmetall-Aktie behauptet sich bislang oberhalb der wichtigen 1.000-€-Region und besitzt weiterhin gute Chancen auf eine Fortsetzung der Erholung. Solange 1.028,60 € verteidigt werden, favorisiere ich einen erneuten Vorstoß in Richtung 1.090 und anschließend 1.122 €. Ein nachhaltiger Ausbruch darüber würde weiteres Potenzial bis in die Widerstandszone zwischen 1.177 und 1.233,40 € eröffnen. Erst ein Rückfall unter 989,20 € würde die bullische Präferenz ernsthaft infrage stellen. Die Käufer bleiben somit gefordert, doch die Ausgangslage ist weiterhin konstruktiv.
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