ServiceNow-Aktie nach Absturz: Was jetzt?
Historischer Kursverlust trotz starken Quartals
Die ServiceNow-Aktie verlor am gestrigen Donnerstag rund 27 Prozent und fiel auf 109,67 US-Dollar. Damit verzeichnete das Papier den stärksten Tagesverlust seit dem Börsengang 2012. Auslöser waren die jüngsten Quartalszahlen und insbesondere die Prognose für das vierte Quartal.
Dabei entwickelte sich das operative Geschäft zunächst positiv: Die Abonnementerlöse stiegen im dritten Quartal gegenüber dem Vorjahr um 21 Prozent auf 3,99 Milliarden US-Dollar und übertrafen damit die Erwartungen.
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Schwächerer Vertragsausblick belastet
Entscheidend für die negative Marktreaktion war die Prognose für die sogenannten Current Remaining Performance Obligations (cRPO). Diese erfassen bereits vertraglich zugesicherte Umsätze, die innerhalb der kommenden zwölf Monate realisiert werden sollen. Für das vierte Quartal erwartet ServiceNow hier lediglich ein Wachstum von 18,5 Prozent.
Damit würde sich die Abschwächung fortsetzen: In den ersten drei Quartalen 2026 lag das Wachstum noch bei 22,5, 21 und 20,5 Prozent. Das Management führt einen Teil des Rückgangs auf vorgezogene Vertragsverlängerungen zurück, die bereits im dritten Quartal verbucht wurden. Zusätzlich dürften bestimmte öffentliche Aufträge das ausgewiesene Wachstum belasten.
Historie macht Hoffnung auf Erholung
Ein Blick auf frühere Kurseinbrüche zeigt, dass sich die Aktie häufig wieder erholen konnte. Bei sieben von zehn vergleichbaren Tagesverlusten von mehr als zehn Prozent lag der Kurs sechs Monate später höher. Der mittlere Wertzuwachs betrug rund 15 Prozent.
Allerdings gibt es auch Warnzeichen: Besonders die starken Verluste Anfang 2025 gingen mit weiteren massiven Kursrückgängen zum Jahresende einher. Ein deutlicher Kurssturz ist hier also keineswegs automatisch ein Kaufsignal.
KI-Risiken und Bewertung im Fokus
Zusätzliche Unsicherheit entsteht durch die Frage, ob KI-Agenten künftig klassische Softwarelösungen und damit auch Geschäftsmodelle von ServiceNow unter Druck setzen könnten. Der Rückgang des Vertragswachstums könnte ein früher Hinweis auf mögliche Veränderungen im Kundenverhalten sein.
Gleichzeitig ist die Aktie deutlich günstiger bewertet als zuvor. Das erwartete Kurs-Gewinn-Verhältnis für 2027 sank von etwa 30 auf rund 23.
ℹ️ ServiceNow in Kürze
- ServiceNow (WKN: A1JX4P) ist ein 2004 gegründeter US-amerikanisches Software-Konzern mit Sitz in Santa Clara in Kalifornien.
- Der Konzern bietet eine cloudbasierte Plattform an, um Arbeitsabläufe (Workflows) in Unternehmen zu digitalisieren und zu automatisieren.
- Basis der Plattform ist eine einzige, große Datenbank, über die alle Unternehmensprozesse abgewickelt werden können und die isolierte Software in einzelnen Abteilungen überflüssig macht.
- ServiceNow ist Mitglied in den US-Leitindizes Nasdaq 100 und S&P 500. Der Börsenwert liegt aktuell bei ca. 113 Milliarden US$.
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Fazit
Die starken Abonnementerlöse sprechen weiterhin für ein solides Kerngeschäft. Entscheidend wird jedoch sein, ob ServiceNow die Prognose von 18,5 Prozent beim Vertragswachstum im vierten Quartal erreicht oder übertrifft. Die historische Erholungstendenz ist ermutigend, bietet angesichts der aktuellen Wachstumsrisiken aber keine Garantie.
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