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VW-Vorzugsaktie: Auf dem jetzigen Kursniveau wieder einsteigen?

Neue Quartalszahlen
Trotz der ernüchternden Quartalszahlen kann sich die VW-Vorzugsaktie am Donnerstag leicht verbessern und notiert aktuell bei 70 €. Die kurze Erholung im September auf rund 82 € ist inzwischen weitgehend verpufft. Der Konzern steckt mitten in einer tiefgreifenden Transformation und muss seine Wettbewerbsfähigkeit dringend verbessern. Hier stellt sich die Frage: Besitzt die Aktie wieder Potenzial?

Milliardenverlust im dritten Quartal

Die am 29. Oktober veröffentlichten Neunmonatszahlen fielen schwach aus. Der Konzernumsatz sank im dritten Quartal gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 6,3% auf 75,3 Milliarden €.

Besonders schwach entwickelte sich das Geschäft in China. Von den weltweit rund 1,9 Millionen an Kunden ausgelieferten Fahrzeugen entfielen im dritten Quartal lediglich 406.000 Einheiten auf den chinesischen Markt. Das entspricht einem Rückgang von 38,5% gegenüber dem Vorjahreszeitraum.

Noch deutlicher verschlechterte sich die Ertragslage. Verantwortlich dafür waren insbesondere hohe Abschreibungen und weitere Sondereffekte. Allein die Wertberichtigung auf den Firmenwert der Tochter Porsche belief sich auf 6,4 Milliarden €. Insgesamt summierten sich die negativen Sondereffekte im dritten Quartal auf rund 7,8 Milliarden €.

Dadurch rutschte das operative Ergebnis von einem Verlust von rund 1,3 Milliarden € im Vorjahresquartal auf einen Fehlbetrag von 5,86 Milliarden €. Der Konzernverlust nach Steuern erhöhte sich von rund 1,1 Milliarden € auf etwa 5,8 Milliarden €.

Die Zahlen sind zweifellos ernüchternd. Allerdings kamen die Probleme nicht völlig überraschend. Bereits im September hatte Volkswagen seine Jahresprognose deutlich reduziert. Statt einer operativen Umsatzrendite von 4 bis 5,5% wird für 2026 nun nur noch eine Marge von höchstens 1% erwartet.

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Transformationsprozess wird beschleunigt

Der Konzern, insbesondere die Kernmarke Volkswagen, leidet unter Überkapazitäten und hohen Personalkosten. Verantwortlich dafür sind unter anderem der rückläufige Absatz in China, der zunehmende Wettbewerbsdruck und die Belastungen durch US-Zölle.

Hinzu kommt die schwierige Transformation hin zur Elektromobilität. Während chinesische Hersteller mit neuen Modellen und teilweise günstigeren Produktionskosten Marktanteile gewinnen, muss Volkswagen seine eigene Modellpalette und die Kostenstruktur grundlegend anpassen.

Diese Probleme werden inzwischen entschiedener angegangen. Neben den bereits vereinbarten Maßnahmen zum Personalabbau stehen konzernweit weitere Einsparungen im Raum. Insgesamt könnten bis zu 100.000 Stellen betroffen sein. Zudem wird für vier deutsche Werke nach einer tragfähigen Perspektive gesucht. Ohne ausreichende Auslastung könnten dort Werksschließungen drohen.

Der Umbau ist allerdings mit erheblichen Kosten verbunden. Gleichzeitig muss Volkswagen weiterhin in neue Modelle, Software und elektrische Antriebe investieren.

Bewertung

Dass die Quartalszahlen schwach ausfallen würden, war angesichts der vorherigen Prognosesenkung absehbar. Der hohe Verlust im dritten Quartal ist vor allem auf Sondereffekte zurückzuführen. Trotzdem bleibt auch das bereinigte operative Geschäft unter Druck.

Entscheidend ist nun, ob Volkswagen die angekündigten Sparmaßnahmen tatsächlich umsetzen und die Profitabilität wieder verbessern kann.

Der Konzernumbau ist aus meiner Sicht notwendig. Nur mit einer wettbewerbsfähigeren Kostenstruktur und einer überzeugenden Modellpalette kann Volkswagen seine Position in China, Europa und Nordamerika langfristig sichern.

Es gibt durchaus positive Signale. Der Auftragseingang bei Elektrofahrzeugen in Europa hat sich verbessert. Gleichzeitig verfügt Volkswagen weiterhin über eine solide finanzielle Basis. Die Nettoliquidität im Automobilbereich lag Ende September bei rund 33 Milliarden €.

Allerdings wird es einige Zeit dauern, bis sich die Restrukturierung nachhaltig in höheren Margen niederschlägt. Bis dahin können weitere negative Nachrichten aus der Automobilbranche und erneute Prognoseanpassungen den Aktienkurs belasten.

ℹ️ VW in Kürze

  • Die Volkswagen AG, kurz VW, (WKN: 766403) ist ein weltweit führender Hersteller von Automobilen und Nutzfahrzeugen mit einem Portfolio von zehn Automarken. Neben der Kernmarke VW gehören unter anderem Audi, Skoda, Seat, Bentley und Porsche zum Konzern.
  • Neben dem Hauptsitz in Wolfsburg unterhält der Konzern weltweit Produktionsstätten.
  • Die Marktkapitalisierung des Konzerns liegt aktuell bei etwa 39 Milliarden €.

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Fazit

Aus meiner Sicht ist auf dem aktuellen Kursniveau bereits viel Negatives eingepreist. Der Kursrückgang von rund 82 € auf aktuell 70,40 € zeigt, wie stark das Vertrauen der Anleger gelitten hat.

Für einen Einstieg besteht keine Eile. Zuerst sollte sich die Ertragslage stabilisieren; das dürfte jedoch erst im nächsten Geschäftsjahr der Fall sein. Die nächste Jahresprognose wird darüber Auskunft geben. Insgesamt rechne ich weiterhin mit einer volatilen Seitwärtsentwicklung.

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