Deutsche Bank-Aktie: Setzt sich die Lethargie fort?
Rekordgewinn im dritten Quartal
Nachdem bereits das erste Halbjahr gut verlaufen war, setzte sich dieser Trend im dritten Quartal fort. Die am 28. Oktober veröffentlichten Ergebnisse fielen insgesamt positiv aus.
Der Gewinn nach Steuern stieg gegenüber dem Vorjahresquartal um 2% auf rund 1,9 Milliarden €. Das Ergebnis vor Steuern verbesserte sich um 8% auf 2,6 Milliarden €. Auch das verwässerte Ergebnis je Aktie legte zu: Es erhöhte sich um 6% auf 0,94 €.
Die Erträge stiegen im dritten Quartal um 4% auf 8,3 Milliarden €. Gleichzeitig blieben die zinsunabhängigen Aufwendungen mit 5,2 Milliarden € etwa auf Vorjahresniveau. Dadurch verbesserte sich die Aufwand-Ertrags-Relation von 64,4 auf 62,4%.
Die Eigenkapitalrendite auf das materielle Eigenkapital (RoTE) lag bei 10,6%. Damit blieb sie auf einem hohen Niveau, lag jedoch leicht unter den 10,7% des Vorjahresquartals. Dabei ist zu berücksichtigen, dass sich im Vorjahreszeitraum positive Steuereffekte ausgewirkt hatten.
Auf Sicht der ersten neun Monate ergibt sich ein noch erfreulicheres Bild. Hier machte sich insbesondere das starke zweite Quartal bemerkbar. Der Gewinn vor Steuern verbesserte sich um 8% auf 8,4 Milliarden €. Der Gewinn nach Steuern erhöhte sich um 7% auf 5,9 Milliarden €. Davon entfielen 5,1 Milliarden € auf die Aktionäre der Deutschen Bank.
Die Erträge stiegen in diesem Zeitraum um 5% auf 25,5 Milliarden €. Die zinsunabhängigen Aufwendungen erhöhten sich moderat um 2% auf 15,7 Milliarden €.
Auch die Profitabilitätskennzahlen entwickelten sich positiv. Die Eigenkapitalrendite (RoTE) verbesserte sich von 10,9 auf 11,5%. Die Aufwand-Ertrags-Relation reduzierte sich von 63 auf 61,4%.
Die Bezeichnung Rekordergebnis bezieht sich somit auf den Vergleich der jeweiligen Quartale beziehungsweise auf das kumulierte Neunmonatsergebnis. Insgesamt sind die Geschäftszahlen stark ausgefallen und bestätigen die positive Entwicklung der Bank.
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Jahresziele bestätigt
Das Management sieht sich auf einem guten Weg und bestätigte die Jahresziele. Demnach sollen die Erträge 2026 bei über 33 Milliarden € liegen. Bei der Kostenentwicklung erwartet die Bank weiterhin eine Entwicklung im Rahmen der Planung. Die zinsunabhängigen Aufwendungen sollen dabei etwas über 21 Milliarden € liegen.
Bis 2028 soll die Eigenkapitalrendite auf das materielle Eigenkapital auf mehr als 13% steigen. Gleichzeitig soll die Aufwand-Ertrags-Relation auf unter 60% sinken.
Um diese Ziele zu erreichen, muss die Bank ihre Erträge weiter steigern und gleichzeitig die Kosten diszipliniert kontrollieren.
Bewertung
Die Zahlen der ersten neun Monate zeigen, dass sich die Deutsche Bank auf einem guten Weg befindet. Besonders erfreulich ist die Verbesserung der Eigenkapitalrendite. Dennoch ist es noch ein gutes Stück bis zum angestrebten Wert von mehr als 13%.
Im internationalen Vergleich besteht bei der Profitabilität weiterhin Nachholbedarf. UniCredit erzielte im ersten Halbjahr 2026 beispielsweise eine Eigenkapitalrendite auf das materielle Eigenkapital von 23,7%. Ein direkter Vergleich ist zwar nur eingeschränkt möglich, dennoch zeigt der Abstand, dass bei der Deutschen Bank noch erhebliches Verbesserungspotenzial besteht.
Positiv ist, dass die Aktionäre zunehmend an der Geschäftsentwicklung beteiligt werden. Für das Geschäftsjahr 2025 wurde eine Dividende von 1 € je Aktie gezahlt. Das entspricht aktuell einer Dividendenrendite von rund 3,3%. Zusätzlich hat die Bank im laufenden Jahr bereits Aktienrückkäufe im Volumen von 1,5 Milliarden € abgeschlossen.
ℹ️ Deutsche Bank in Kürze
- Die Deutsche Bank (WKN: 514000) ist die größte Bank in Deutschland und gehört zu den führenden Geldhäusern in Europa. Als Universalbank bietet sie alle üblichen Leistungen an.
- Neben dem Hauptsitz in Frankfurt unterhält die Bank an allen wichtigen Handelsplätzen Niederlassungen.
- Die Aktie ist im deutschen Leitindex DAX gelistet und der Börsenwert beträgt aktuell knapp 57 Milliarden €.
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Fazit
Die Deutsche Bank hat im dritten Quartal überzeugt. Der Rekordgewinn von rund 1,9 Milliarden €, die gestiegenen Erträge und die verbesserte Kostenquote bestätigen, dass die Restrukturierung zunehmend Früchte trägt.
Insgesamt halte ich die Aktie weiterhin für unterbewertet. Kurse von 35 € wären aus fundamentaler Sicht durchaus gerechtfertigt. Gegen eine schnelle Kurserholung spricht allerdings die bisher schwache Kursentwicklung. Auch die heutige Korrektur zeigt, dass die Marktteilnehmer vorsichtig bleiben.
Was für die Aktie spricht, ist neben der verbesserten Ertragslage auch die attraktive Dividendenrendite von rund 3,3%. Hinzu kommen die laufenden Aktienrückkäufe.
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