Deutsche Telekom

Deutsche Telekom-Aktie: Sind jetzt wirklich 40 Euro drin?

Kursziel angehoben

Die Deutsche Bank hält an ihrer Kaufempfehlung für die Deutsche Telekom fest. Am Montag bestätigte Analyst Robert Grindle sein Votum Buy mit einem Kursziel von 40 €. Die T-Aktie gab am selben Vormittag dennoch um 0,5% auf 25,76 € nach und liegt seit Jahresbeginn 3,8% im Minus. Die Bank bezeichnet die Schwäche als Überreaktion. Die entscheidende Frage lautet: Haben Anleger gut zwei Wochen vor den Quartalszahlen eine Chance, oder sind die neuen Risiken ernster, als die Analysten glauben?

Zwei Sorgen drücken

Für Grindle hat die schwache Entwicklung im laufenden vierten Quartal zwei Ursachen. Agentenbasierte KI gilt am Markt als Risiko für die Preissetzung der Netzbetreiber. Zudem verunsichern die Pläne von SpaceX, mit Starlink in den terrestrischen US-Mobilfunk einzusteigen. Ausgehend von einem Xetra-Kurs von 25,65 € errechnet die Deutsche Bank ein Kurspotenzial von 56%.

Den stärksten Schlag gab es am 9. Oktober. SpaceX hatte von der Investmentfirma Grain Management Low-Band-Frequenzen gekauft und könnte damit selbst zu einem bedeutenden Mobilfunkanbieter in den USA werden. Die T-Aktie schloss an diesem Freitag bei 24,70 € und damit 7,94% unter dem Vortag. Zeitweise fiel sie auf 24,61 €, den tiefsten Stand seit Anfang Juli. T-Mobile US, AT&T und Verizon verloren ebenfalls deutlich. Seitdem hat sich das Papier nur teilweise erholt.

T-Mobile US entscheidet

Die Starlink-Pläne treffen den wichtigsten Gewinnbringer des Bonner Konzerns. Zum 30. Juni 2026 lag die wirtschaftliche Beteiligung an T-Mobile US bei 54,2%. Ein Preiskampf im US-Mobilfunk würde deshalb unmittelbar auf Umsatz, Ergebnis und Mittelzufluss der Telekom durchschlagen. Der Frequenzkauf muss allerdings noch von den Behörden genehmigt werden. Wie stark ein Satellitenanbieter im Massenmarkt tatsächlich mit etablierten Netzen konkurrieren kann, hat er bisher nicht bewiesen.

Operativ gab es zuletzt keine Warnsignale. Im Mai hob die Telekom ihre Jahresziele an und peilt für 2026 ein bereinigtes EBITDA AL von rund 47,5 Milliarden € sowie einen Free Cashflow AL von mehr als 19,8 Milliarden € an. In Deutschland verlangt der Konzern inzwischen höhere Preise von neuen Festnetz- und Fernsehkunden. Daneben kauft er weiter eigene Aktien zurück. Ich sehe darin Hinweise, dass die Preissetzungsmacht im Heimatmarkt vorerst intakt ist.

Niedriges KGV für 2026

Analysten erwarten für 2026 im Schnitt einen Gewinn je Aktie von 2,26 € und für 2027 von 2,57 €. Beim Kurs von 25,76 € ergibt sich daraus ein KGV von rund 11,4 für 2026 und von rund 10 für 2027. Die Telekom ist damit eher günstig als fair bewertet. Das gilt umso mehr, weil der Konzern stabil wächst. Zum Teil erklärt sich der Abschlag durch die hohe Verschuldung, die den Spielraum begrenzt.

Auch die meisten anderen Analysten liegen klar über dem aktuellen Kurs. Goldman Sachs nennt ein Kursziel von 38 €, Berenberg 35,20 €, UBS 35,10 € bei einem Buy-Votum und Barclays 35 €. Am unteren Ende steht JP Morgan mit 27,50 €. Die Deutsche Bank liegt an der Spitze der Spanne.

Fazit

Aus meiner Sicht preist der Markt bei der T-Aktie derzeit eher ein mögliches Risiko ein als einen bereits messbaren Schaden. Die Bedrohung durch Starlink ist bislang ein Frequenzkauf mit offener Genehmigung, und die KI-Sorge bleibt abstrakt. Angesichts der niedrigen Bewertung halte ich das Chance-Risiko-Verhältnis für attraktiv. Das Kursziel der Deutschen Bank halte ich auf Sicht von zwölf Monaten allerdings für ambitioniert.

Entscheidend wird nun sein, ob die Zahlen zum dritten Quartal am 5. November ein stabiles Kundenwachstum bei T-Mobile US zeigen und die Jahresziele bestätigen. Solange die Aktie über dem Oktober-Tief bleibt, könnte es für bestehende Anleger sinnvoll sein, die Position zu halten. Für Neueinsteiger könnte ein schrittweiser Einstieg interessant sein, wenn sie Kursschwankungen wegen der Wettbewerbsdebatte in den USA aushalten. Sollten die US-Behörden den Frequenzkauf genehmigen und SpaceX aggressive Tarife ankündigen, müsste ich meine Einschätzung überdenken.

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