Commerzbank-Aktie: Ist der Drops gelutscht?

EZB-Genehmigung erteilt
Die Commerzbank-Aktie musste seit ihrem Hoch im September zuletzt wieder Kursverluste hinnehmen. Am Donnerstag notiert sie aktuell bei 36,60 €. Gleichzeitig kommt die Übernahme durch UniCredit einen wichtigen Schritt voran. Hier stellt sich die Frage: Ist die Übernahme noch aufzuhalten und bleibt die Aktie für Anleger interessant?

EZB-Genehmigung liegt vor

Am 15. Oktober teilte UniCredit mit, dass sie die Genehmigung der Europäischen Zentralbank (EZB) erhalten hat, die Beteiligung an der Commerzbank über die Schwelle von 30% hinaus aufzustocken. Weitere Anteilserhöhungen sind damit grundsätzlich ohne eine zusätzliche Obergrenze möglich.

Damit ist eine wichtige regulatorische Hürde auf dem Weg zur Übernahme genommen. Durch die Übertragung der bereits im Übernahmeangebot angedienten Aktien soll UniCredit auf rund 47,6% des Kapitals beziehungsweise knapp 50% der Stimmrechte kommen. Dafür wären keine zusätzlichen Aktienkäufe über die Börse erforderlich.

UniCredit rechnet damit, die verbleibenden regulatorischen Schritte und Bedingungen bis zum Jahresende erfüllen zu können. Zu diesem Zeitpunkt könnte sie die Kontrolle über die Commerzbank übernehmen.

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EU-Genehmigung steht noch aus

Der nächste wichtige Schritt ist die wettbewerbsrechtliche Prüfung durch die Europäische Kommission. UniCredit hat die geplante Übernahme dort angemeldet. Eine Entscheidung wird derzeit bis zum 16. November 2026 erwartet.

Die Kommission kann die Transaktion freigeben, gegebenenfalls mit Auflagen. Falls sie erhebliche Wettbewerbsbedenken sieht, kann sie auch eine vertiefte Prüfung einleiten. Eine Zustimmung ist daher noch nicht garantiert.

Damit ist ein wichtiger Teil des Übernahmeprozesses vorangekommen. Der endgültige Vollzug hängt jedoch weiterhin von den noch offenen regulatorischen und vertraglichen Bedingungen ab.

Gespräche zwischen den Instituten laufen

Bisher verteidigte die Commerzbank ihre Eigenständigkeit. Mit einer Beteiligung von knapp 50% der Stimmrechte könnte UniCredit künftig allerdings erheblichen Einfluss auf wichtige Entscheidungen ausüben.

Die Bundesregierung lehnt eine Übernahme inzwischen nicht mehr grundsätzlich ab. Sie pocht allerdings auf ihre zentralen Anliegen: Der Hauptsitz soll in Frankfurt bleiben, die Börsennotierung erhalten werden, Arbeitsplätze sollen geschützt und die wichtige Rolle der Commerzbank bei der Finanzierung des deutschen Mittelstands gesichert werden.

Zwischen den beiden Instituten finden bereits Gespräche auf Arbeitsebene statt. Dabei dürfte es unter anderem darum gehen, wie eine mögliche Zusammenführung gestaltet werden könnte und welche Rolle die Commerzbank innerhalb des UniCredit-Konzerns künftig spielen würde. Konkrete Ergebnisse liegen bislang nicht vor.

Bewertung

Mit der EZB-Genehmigung ist ein wichtiger Meilenstein erreicht. Gleichzeitig läuft die EU-Prüfung noch, und die Bedingungen für den endgültigen Vollzug sind weiterhin zu erfüllen.

Die Gespräche zwischen Commerzbank und UniCredit werden nun entscheidend sein. Dabei geht es nicht nur um die rechtliche Übernahme, sondern auch um die künftige Unternehmensführung, mögliche Synergien und die Interessen der Beschäftigten.

Ein neues, verbindliches Angebot mit veränderten Konditionen wurde bislang nicht bekanntgegeben. Es dürfte bei dem Angebot von 0,485 Aktien der UniCredit für eine Commerzbank-Aktie bleiben.

ℹ️ Commerzbank in Kürze

  • Die Commerzbank (WKN: CBK100) ist eine Universalbank mit Sitz in Frankfurt am Main. Gemessen an der Bilanzsumme ist sie das viertgrößte Geldhaus Deutschlands.
  • Das Bankinstitut betreut rund elf Millionen Privat- und Firmenkunden in Deutschland und Europa und besitzt mit rund 400 Filialen eines der dichtesten Filialnetze aller deutschen Privatbanken.
  • Die Aktie ist im DAX gelistet, an der Börse ist die Commerzbank derzeit aktuell mit rund 40 Milliarden € bewertet.

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Fazit

Rechtlich ist die Übernahme noch nicht in trockenen Tüchern, faktisch dürfte sie jedoch nicht mehr aufzuhalten sein. Daher ist aus meiner Sicht der Drops gelutscht. Die Genehmigung der EU dürfte erfolgen. Wenn die Gespräche beider Institute erfolgreich laufen, dürfte auch die Bundesregierung zustimmen.

Auf dem aktuellen Kursniveau halte ich einen Neueinstieg in die Commerzbank-Aktie für wenig attraktiv. Was noch für die Aktie spricht, ist die gute Dividendenrendite mit aktuell etwa 3%.

Ergänzend sei erwähnt: Gerade in unsicheren Marktphasen können Dividenden-Aktien als Stabilisator dienen. Diese zehn Titel kombinieren defensiven Charakter mit interessanten Kurschancen – eine Kombination, die aktuell selten geworden ist.