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Almonty-Aktie: Fallendes Messer oder Comeback-Chance des Jahres?

Sangdong liefert, die Börse zweifelt
Lange Zeit galt die Almonty-Aktie als absoluter Börsenliebling mit extrem starken Kursgewinnen. Von Anfang 2025 bis zum Hoch von Mitte April 2026 gelang ein Anstieg von über +2.500%. Doch seither hat sich das Bild gewandelt. Der Kurs befindet sich im Abwärtstrend und hat gegenüber dem damaligen Hoch bereits mehr als -60% eingebüßt. Damit stellt sich die Frage: Sollten Anleger den scharfen Rücksetzer zum Einstieg nutzen oder weiter an der Seitenlinie bleiben?

Sangdong wird zum entscheidenden Prüfstein

Fundamental hat Almonty Industries zuletzt wichtige Fortschritte erzielt. Mit dem kommerziellen Produktionsstart der Sangdong-Mine in Südkorea ist das Unternehmen vom Entwicklungsprojekt zum aktiven Wolframproduzenten aufgestiegen. Nach mehr als drei Jahrzehnten wird an dem strategisch bedeutenden Standort wieder Wolfram gefördert. Die Aufbereitungsanlage befindet sich im Hochlauf und soll schrittweise den regulären Betrieb erreichen. Die erste kommerzielle Verschiffung ist für Samstag, den 24. Oktober vorgesehen. Entscheidend wird nun, ob Almonty den angekündigten Zeitplan einhält und aus dem Produktionsanlauf verlässlich steigende Liefermengen entstehen.

Parallel läuft bereits die zweite Ausbaustufe. Bis 2027 soll die Verarbeitungskapazität von geplanten 640.000 auf bis zu 1,2 Millionen Tonnen Erz jährlich steigen. Das eröffnet erhebliches Wachstumspotenzial, verlangt aber auch weitere Investitionen und eine überzeugende Umsetzung.

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Rückenwind aus Politik und Industrie

Zusätzliche Perspektiven liefert ein langfristiger Abnahmevertrag mit der Wolfram Bergbau und Hütten AG, einer Tochtergesellschaft von Sandvik. Vereinbart sind mindestens 1.720 Tonnen enthaltenes Wolframtrioxid aus Material der früheren Los-Santos-Mine in Spanien. Die Kooperation stärkt Almontys Position in europäischen Lieferketten und eröffnet zusätzliche Möglichkeiten zur Verwertung vorhandener Ressourcen.

Auch geopolitisch spielt das Unternehmen eine zunehmend wichtige Rolle. Ab dem 1. Januar 2027 greifen verschärfte US-Beschaffungsbeschränkungen für Wolfram aus China, Russland, Nordkorea und Iran im Verteidigungsbereich. Zudem wurde Almontys Borralha-Projekt in Portugal als strategisches Rohstoffprojekt im Rahmen der europäischen Rohstoffpolitik eingestuft. Für mich ist das ein wesentlicher Teil der Investmentgeschichte: Der Westen braucht verlässlichere Wolframquellen außerhalb Chinas – und Almonty positioniert sich genau in diesem Markt.

Analysten bleiben optimistisch, Risiken bestehen

Die Analystenstimmen fallen trotz der Korrektur überwiegend positiv aus. Die Bank of America hat ihre Kaufempfehlung mit einem Kursziel von 24 US$ bestätigt. Stifel senkte sein Ziel nach vorsichtigeren Lieferannahmen zwar von 25 auf 21 US$, votiert aber ebenfalls weiter mit Kaufen. Oppenheimer blieb bei Outperform, reduzierte sein Kursziel jedoch auf 19 US$. Die Botschaft: Das langfristige Potenzial überzeugt, der Zeitplan muss sich aber erst bewähren.

Belastet wurde der Kurs zuletzt neben möglichen Lieferverzögerungen auch durch die hohen Investitionen, die Verwässerung durch die Ausgabe von Wandelanleihen und die schwächeren Wolframpreise.

Charttechnik: 100-Wochen-Linie im Blick

Nach dem Hoch von über 24 US$ Mitte April hat sich die Korrektur zu einem klaren Abwärtstrend entwickelt. Die Erholung im August blieb vorübergehend; seit September dominieren erneut die Bären das Geschehen. Mit dem Bruch der Unterstützungszone bei 10,68/10,74 US$ und dem Rutsch unter die 10-US$-Marke ist ein wichtiges Warnsignal entstanden. Nun rückt die 100-Wochen-Linie bei 8,82 US$ als mögliches Trendwendesignal in den Fokus. Die Aktie ist technisch stark überverkauft – ein Rebound ist damit denkbar, aber keineswegs sicher.

ℹ️ Almonty Industries in Kürze

  • Almonty Industries (WKN: A1JSSD) ist ein 2011 gegründetes Bergbauunternehmen mit Sitz in Dillon, Montana, USA. Der Schwerpunkt des Unternehmens liegt auf der Förderung von Wolfram.
  • Derzeit betreibt der kanadische Rohstoffproduzent Minen in Portugal, Spanien und Südkorea.
  • Die Hauptnotierung der Aktie erfolgt an der Nasdaq (Ticker: ALM). In Deutschland ist die Aktie unter anderem in Frankfurt und über Tradegate handelbar. Das Unternehmen wird aktuell mit 2,65 Milliarden US$ bewertet.

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Fazit

Aus meiner Sicht ist der scharfe Kursrückgang der Almonty-Industries-Aktie eine klassische Übertreibung nach unten, die vor allem von technischen Faktoren wie Wandelanleihen und einer gesunden Abkühlung des Wolfram-Preises getrieben wurde. Fundamental hat sich die Investmentstory durch den kommerziellen Produktionsstart in Sangdong nicht verschlechtert, sondern im Gegenteil massiv gefestigt.

Almonty ist kein vager Explorer mehr, sondern ein aktiver Produzent eines der kritischsten Rohstoffe unserer Zeit. Der geopolitische Rückenwind durch die US-Verteidigungs-Deadline ab 2027 und die strategische Rückendeckung der EU machen das Unternehmen zu einem unverzichtbaren Partner für den Westen im Kampf gegen das chinesische Wolfram-Monopol.

Dennoch sollten Anleger vor dem Einstieg zunächst einmal eine belastbare Bodenbildung abwarten und nicht ins fallende Messer greifen. Kurzum: Langfristig überwiegen meines Erachtens eindeutig die Chancen, kurzfristig ist die Gefahr für weitere Kursrückgänge aber noch nicht gebannt.

Am Rande erwähnt: Die globale Aufrüstung treibt die Nachfrage nach kritischen Rohstoffen – unser exklusiver Report „Rüstung – Megatrend im Rohstoffsektor“ identifiziert zwei Unternehmen, die von dieser Entwicklung maximal profitieren werden.