Netflix-Aktie: Letzte Chance verspielt – wie tief noch?

Bären verschärfen den Druck
Die Netflix-Aktie steht nach den jüngsten Quartalszahlen erneut massiv unter Druck und notiert aktuell bei 65,04 US$. In meiner letzten Analyse hatte ich die Unterstützungszone zwischen 70,10 und 67,90 US$ als letzte Chance für eine größere Erholung hervorgehoben. Doch statt des favorisierten Konters setzte sich der Verkaufsdruck fort und inzwischen wurde auch das jüngste Verlaufstief unterschritten. Damit ist die zuvor mögliche Bodenbildung gescheitert und das bereits damals benannte Abwärtsziel bei 58,60 US$ rückt näher. Die Bären wittern buchstäblich ihre Chance.

Starke Gewinne, enttäuschender Ausblick

Eigentlich lieferte Netflix mit den am Dienstagabend veröffentlichten Quartalszahlen durchaus überzeugende Ergebnisse. Wie mein Kollege Alexander Hirschler gestern unter „Netflix-Aktie -6%: Droht jetzt der nächste Kursrutsch?“ hervorhob, stieg der Umsatz im dritten Quartal um +11,8% auf 12,87 Milliarden US$. Der Nettogewinn kletterte um rund +44% auf 3,66 Milliarden US$, während sich die operative Marge von 28,2 auf 34,6% verbesserte. Dennoch enttäuschte der Streamingkonzern mit seinem Ausblick. Für das Schlussquartal erwartet Netflix lediglich rund 13,44 Milliarden US$ Umsatz und damit weniger als von Analysten prognostiziert.

Besonders kritisch bewerten Anleger die Entwicklung des Werbegeschäfts. Statt der bislang angestrebten 3 Milliarden US$ rechnet das Management für 2026 nur noch mit Werbeerlösen von rund 2,7 Milliarden US$. Verzögerungen bei neuen Werbefunktionen bremsen die Monetarisierung, während gleichzeitig der Konkurrenzdruck durch YouTube und andere Streamingplattformen zunimmt. Hinzu kommen der jüngste Stellenabbau sowie personelle Veränderungen im Content-Bereich. Die schwächeren Wachstumsaussichten veranlassten inzwischen zahlreiche Analysten, ihre Kursziele zu senken. Damit reicht selbst die deutlich verbesserte Profitabilität derzeit nicht aus, um das Vertrauen der Anleger zurückzugewinnen.

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Zur Signallage

Quelle: stock3

Mit dem Bruch der zuletzt entscheidenden Unterstützungszone zwischen 70,10 und 67,90 US$ hat sich das Chartbild nochmals erheblich eingetrübt. Auch der bisherige Verlaufstiefpunkt bei rund 65 US$ wurde mit dem gestrigen Tagestief bei 64,10 US$ unterschritten und damit ein weiteres Verkaufssignal generiert. Die seit dem Rekordhoch bei 134,12 US$ bestehende Abwärtsbewegung bleibt somit unverändert dominant. Nach einem möglichen kurzfristigen Erholungsversuch unterhalb von 67,90 beziehungsweise 70,10 US$ favorisiere ich eine Fortsetzung der Korrektur bis zur nächsten wichtigen Unterstützung bei 58,60 US$. Dort nähert sich zugleich die langfristige Aufwärtstrendlinie, sodass zumindest eine stärkere technische Gegenbewegung denkbar wäre.

Alternativ könnten sich die Käufer bereits im aktuellen Kursbereich zurückmelden und den jüngsten Einbruch teilweise relativieren. Dafür müsste Netflix zunächst die ehemalige Unterstützungszone zwischen 67,90 und 70,10 US$ nachhaltig zurückerobern und anschließend die fallende Abwärtstrendlinie überwinden. Erst dann wäre ein größerer Erholungsimpuls bis 76,87 beziehungsweise 83,15 US$ möglich. Allerdings bleibt die übergeordnete Abwärtsstruktur auch bei einer solchen Gegenbewegung zunächst bestehen. Sollte dagegen die Unterstützung bei 58,60 US$ nachhaltig fallen, wäre selbst eine noch umfangreichere Korrektur nicht auszuschließen.

ℹ️ Netflix in Kürze

  • Mit über 300 Millionen Kunden ist Netflix (WKN: 552484) der weltgrößte Streaming-Anbieter für Filme und Serien.
  • Das 1997 gegründete Unternehmen hat seinen Sitz im kalifornischen Los Gatos.
  • Netflix ist Mitglied in den US-Leitindizes Nasdaq 100 und S&P 500 und hat einen Börsenwert von ca. 271 Milliarden US$.

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Fazit

Die Netflix-Aktie hat die letzte Chance auf eine Stabilisierung oberhalb von 67,90 US$ nicht genutzt und mit dem jüngsten Kursrutsch ein weiteres Verkaufssignal geliefert. Solange die ehemalige Unterstützungszone zwischen 67,90 und 70,10 US$ nicht zurückerobert wird, favorisiere ich eine Fortsetzung der Korrektur bis 58,60 US$. Dort könnte die langfristige Aufwärtstrendlinie eine stärkere Gegenbewegung begünstigen. Erst oberhalb von 70,10 und insbesondere 76,87 US$ würde sich die kurzfristige Ausgangslage wieder spürbar verbessern. Bis dahin bleibt die Aktie trotz solider Quartalszahlen technisch angeschlagen.

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