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Abbvie oder Novo Nordisk: Welche Pharma-Aktie überzeugt jetzt mehr?

Günstig reicht nicht aus
Redaktion
AbbVie und Novo Nordisk zählen zu den bedeutenden Unternehmen der globalen Pharmabranche, verfolgen jedoch unterschiedliche Wachstumsstrategien. Während AbbVie mit neuen Medikamenten den Verlust früherer Umsatzbringer ausgleichen will, steht Novo Nordisk trotz seiner führenden Position im Markt für Abnehmmedikamente unter zunehmendem Wettbewerbsdruck. Für langfristige Anleger stellt sich daher die Frage, welche Aktie das attraktivere Verhältnis von Chancen, Risiken und Bewertung bietet.

AbbVie: Wachstum durch neue Medikamente

AbbVie erzielte 2025 einen Umsatz von rund 61,2 Milliarden US-Dollar, ein Plus von etwa 8,6 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Der Nettogewinn lag bei rund 4,2 Milliarden Dollar, während der freie Cashflow mit 17,8 Milliarden Dollar eine solide finanzielle Grundlage für Forschung, Entwicklung und Dividendenzahlungen schuf.

Im Mittelpunkt der Wachstumsstrategie stehen die Immunologiepräparate Skyrizi und Rinvoq, die den Rückgang des früheren Blockbusters Humira zunehmend kompensieren sollen. Mit der Übernahme von Apogee Therapeutics stärkt AbbVie zudem seine Medikamentenpipeline. Weitere Hoffnungsträger sind neue Therapien gegen neurologische Erkrankungen und bestimmte Tumorarten. Risiken bestehen weiterhin durch den Preisdruck im Pharmamarkt, Patentverluste und die Abhängigkeit von wenigen umsatzstarken Produkten.

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Novo Nordisk: Chancen im boomenden Adipositasmarkt

Novo Nordisk erwirtschaftete 2025 rund 46,3 Milliarden Dollar Umsatz und einen Nettogewinn von etwa 15,3 Milliarden Dollar. Die hohe Nettomarge von rund 33 Prozent unterstreicht die Ertragskraft des dänischen Konzerns. Mit Ozempic und Wegovy profitiert das Unternehmen von der weltweit steigenden Nachfrage nach Diabetes- und Adipositasmedikamenten.

Gleichzeitig wächst der Konkurrenzdruck durch Eli Lilly, während politische Eingriffe in die Medikamentenpreise die Margen belasten könnten. Auch der Ausbau der Produktionskapazitäten erfordert erhebliche Investitionen. Neue Produkte, darunter die Wegovy-Tablette in den USA, eröffnen zusätzliche Absatzmöglichkeiten. Dennoch rechnen Marktbeobachter für 2026 zunächst mit rückläufigen Umsätzen und Gewinnen, bevor neue Präparate wieder für Wachstum sorgen könnten.

Bewertung: Novo Nordisk günstiger, AbbVie mit Wachstumsperspektiven

Bei der Bewertung hat Novo Nordisk derzeit einen deutlichen Vorteil. Das erwartete Kurs-Gewinn-Verhältnis liegt bei etwa 11,7, während AbbVie auf 20,2 kommt. Auch das Kurs-Umsatz-Verhältnis fällt mit 3,5 gegenüber 7,7 bei Novo Nordisk niedriger aus. Die günstigere Bewertung könnte eine Chance für Anleger darstellen, spiegelt jedoch auch die Unsicherheit über die weitere Geschäftsentwicklung wider.

AbbVie erscheint dagegen höher bewertet, bietet aber eine breiter aufgestellte Wachstumsperspektive durch neue Medikamente und starke Cashflows. Entscheidend wird sein, ob das Unternehmen seine jüngsten Umsatzsteigerungen in nachhaltiges Gewinnwachstum umwandeln kann. Novo Nordisk muss hingegen beweisen, dass es seine Marktposition trotz wachsender Konkurrenz und sinkender Preise verteidigen kann.

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Redaktion

Fazit

Für langfristig orientierte Anleger erscheint AbbVie aktuell als die attraktivere Wahl, da neue Wachstumstreiber und eine starke Cashflow-Generierung für weiteres Gewinnpotenzial sprechen. Novo Nordisk könnte aufgrund seiner niedrigeren Bewertung und des langfristig wachsenden Adipositasmarktes ebenfalls interessant sein, steht kurzfristig jedoch unter größerem Wettbewerbs- und Preisdruck. Beide Aktien bergen Risiken, weshalb die Entscheidung letztlich von der persönlichen Risikobereitschaft und dem Anlagehorizont abhängt.

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