Schaeffler-Aktie: Zählt hier die Zukunft?
Einmalige Sonderkosten belasten
Bei der Bekanntgabe der vorläufigen Geschäftszahlen für das dritte Quartal fällt die einmalige Sonderbelastung im Segment der E-Mobilität auf.
Die Sonderbelastungen lagen bei 240 Millionen €, davon wurden 220 Millionen € im dritten Quartal verbucht. Hier geht es um eine Kapazitätsanpassung und Portfoliobereinigung.
Bereinigt um diesen Sondereffekt reduzierte sich die EBIT-Marge geringfügig von 4,5% im Vorjahreszeitraum auf 4,2%. Der Umsatz blieb mit 5,8 Milliarden € konstant. Deutlich verbessern konnte sich der Free Cashflow, er stieg von 175 auf 260 Millionen €.
Auf Sicht der ersten neun Monate verbesserte sich die EBIT-Marge vor Sondereffekten von 4,2 auf 4,5%. Beim Free Cashflow wurde jedoch ein negativer Wert von 40 Millionen € erzielt.
Im Segment Humanoide Roboter verbesserte sich der Auftragseingang. Der Auftragsbestand Ende September lag bei 400 Millionen €.
Klaus Rosenfeld, Vorstandsvorsitzender von Schaeffler erklärte:
Mit der Anpassung unserer Kapazitäten und der Bereinigung unseres Portfolios in der Sparte E-Mobilität reagieren wir konsequent auf die sich verändernden Marktbedingungen.
Insgesamt sind die Geschäftszahlen unter dem Aspekt der angespannten Lage in der Automobilbranche solide ausgefallen.
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Ergebnisverbesserungsprogramm endet vorzeitig
Das Ende 2024 angekündigte Ergebnisverbesserungsprogramm wurde abgeschlossen. Ursprünglich sollte es bis 2029 laufen. Aufgrund der bereits erzielten Ergebnisse wird es bereits 2028 abgeschlossen. Von den geplanten 4.700 Stellenstreichungen wurden bis Ende September bereits 3.715 erreicht. Die restlichen werden bis Ende 2028 wegfallen.
Im Zuge der anstehenden Rentenreform wurden knapp 1.800 neue Altersteilzeitverträge abgeschlossen.
Bereits 2027 werden sich laut Unternehmensangaben beim Ergebnis erste positive Auswirkungen zeigen. Bis 2029 sollen die Einsparungen insgesamt bei 290 Millionen € liegen.
Bewertung
Die Einmalaufwendungen im Segment der E-Mobilität sind aufgrund überhöhter Kapazitäten positiv zu werten. In den Folgejahren wirkt sich die Anpassung positiv aus.
Sehr positiv ist, dass die Jahresprognose sowie die Ziele bis 2028 bestätigt wurden. Demnach soll die EBIT-Marge für 2026 bei 3,5 bis 5,5% liegen und bis 2028 auf 6 bis 8% steigen.
Das Gesamtbild zeigt, dass der Konzern seine Baustellen konsequent abarbeitet und sich verstärkt neuen Geschäftsfeldern zuwendet.
ℹ️ Schaeffler in Kürze
- Die Schaeffler Gruppe ist ein weltweit führender Zulieferer der Automobil- und Industriebranche. Der Schwerpunkt dabei liegt bei Getriebe und Fahrwerk sowie Wälz- und Gleitlagerlösungen. Der Konzern befindet sich in einer Umbauphase hin zur Elektromobilität.
- Der Hauptsitz befindet sich in Herzogenaurach, daneben ist der Konzern weltweit aufgestellt.
- Das Unternehmen ist im SDAX gelistet und wird aktuell mit etwa 5,5 Milliarden € bewertet.
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Fazit
Im Hinblick auf das negative Momentum der Aktie sollten kurzfristig orientierte Anleger aus meiner Sicht vorerst abwarten. Zuerst sollte sich ein stabiler Boden bilden.
Für langfristig orientierte Anleger mit einer höheren Risikobereitschaft bietet das aktuelle Kursniveau jedoch eine solide Einstiegsbasis. Im Fokus des Konzerns steht die Ergebnisverbesserung. Die Bestätigung der Ziele für 2028 zeigen, dass die Richtung stimmt. Mittelfristig halte ich Kurse von 8 € für realistisch.
Ergänzend sei erwähnt: Während Panzerproduktion boomt, deckt „Rüstung – Megatrend im Rohstoffsektor“ zwei Unternehmen auf, die dank des Nachfrageschubs den entsprechenden Rohstoffe bald massiv profitieren werden.