LVMH-Aktie: Am 6-Jahrestief auf den Rebound setzen?
Ein verhaltenes Bild
LVMH hat gestern Abend die Umsatzzahlen für das abgelaufene dritte Quartal veröffentlicht. Sie zeigen ein insgesamt verhaltenes Bild, bei dem vor allem die wichtigste Gewinn- und Cashcow des Luxusgüterkonzerns unter Druck steht.
Der Umsatz stieg im letzten Quartal auf 18,50 Milliarden €. Das entspricht einem leichten organischen Wachstum von 1% im Jahresvergleich. Analysten hat im Vorfeld allerdings mit einem Umsatzwachstum von 1,3% gerechnet. Für die ersten neun Monate des Jahres 2026 beläuft sich der Umsatz auf rund 57,1 Milliarden Euro — ein organisches Wachstum von 2%.
Allerdings musste LVMH in seinem Kernsegment Mode & Lederwaren einen starken Dämpfer hinnehmen. Das Geschäft mit Marken wie Dior und Luois Vuitton erlitt einen Umsatzrückgang von 5%. Dies lag vor allem an einer schwächeren Nachfrage im wichtigen asiatischen Raum.
Deutlich dynamischer präsentierten sich die anderen Sparten von LVMH. Im selektiven Einzelhandel legte der Umsatz zuletzt um 8% zu, vor allem dank der starken Entwicklung des Beauty-Einzelhändlers Sephora. Aber auch die Segmente Uhren und Schmuck sowie Weine und Spirituosen steigerten ihre Erlöse um jeweils 6%.
Die regionalen Unterschiede beim französischen Luxuswarenkonzern sind nach wie vor sehr groß. Während der asiatische Markt (insbesondere China) weiterhin schwächelte und dort die Umsätze um rund 5% nachgaben, zeigten sich die Märkte in den USA und Europa robuster. Vor allem die Vereinigten Staaten stützten das Geschäft mit einem Umsatzzuwachs von 5%.
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Wo hört der Kurssturz auf?
Das langfristige Chartbild der LVMH-Aktie ist eine einzige Katastrophe. Seit ihrem Allzeithoch Mitte 2023 befindet sich der Euro Stoxx 50-Titel in einem steilen Abwärtskanal.
Sollte der Support bei rund 360 € nicht halten, wird sich der Kurssturz fortsetzen. Es drohen weitere Mehrjahrestiefs.
Ein Warnsignal
Die sehr verhaltene Kursreaktion der LVMH-Aktie mit einem Plus von lediglich +1% ist meiner Einschätzung nach eher als Warnsignal und nicht als überzeugender Wendepunkt zu werten. Positiv zu werten ist zweifellos, dass den Franzosen in den meisten Geschäftsbereichen wieder ein Wachstum gelungen ist. Aber das margenstarke Kerngeschäft mit Mode und Lederwaren schrumpft weiterhin.
Die jüngste Geschäftsentwicklung von LMVH sah alles andere als gut aus. In den beiden letzten Jahren (von 2023 auf 2025) hat der Luxusgüterkonzern 6% seines Umsatzes und 23% seines operativen Gewinns eingebüßt. Auch 2026 sieht es nach einem weiteren Umsatz- und Gewinnrückgang aus.
Im Klartext: LVMH ist ein schrumpfender Konzern, dessen Gewinn deutlich schneller als der Umsatz einbricht. Das ist ein Alarmsignal.
Vor diesem Hintergrund ist mir ein Forward-KGV von 16 eine immer noch zu hohe Bewertung für die LVMH-Aktie. Sie preist bereits ein, dass dem Luxusgüterhersteller 2027 ein erfolgreicher Turnaround gelingen wird. Das ist meines Erachtens alles andere als gesetzt.
ℹ️ LVMH in Kürze
- LVMH (WKN: 853292) ist der mit Abstand größte und bedeutendste Luxuskonzern der Welt. Der französische Traditionskonzern mit Sitz in Paris hält die Rechte an 75 der führenden Luxusmarken der Welt.
- Zum Markenuniversum von LVMH gehören etwa die Modemarken Fendi, Givenchy, Kenzo und Marc Jacobs, die Koffermarke Rimowa, die Parfum- und Kosmetikmarken Acqua die Parma und Christian Dior Parfums, die Uhren- und Schmuckmarken Hublot, TAG Heuer, Tiffany und Zenith sowie die Ursprungsmarken Louis Vuitton und Moët Hennessy.
- LVMH vertreibt seine Produkte in rund 5.000 Geschäften in 80 Ländern weltweit.
- LVMH ist Mitglied im europäischen Leitindex Euro Stoxx 50 und ca. 187 Milliarden € wert.
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Fazit
In meiner letzten Analyse im April habe ich Anleger vor einem Investment in die LVMH-Aktie gewarnt. Seitdem ist der Kurs um weitere -20% eingebrochen. Heute will ich meine Warnung wiederholen. Die Aktie mag optisch sehr günstig wirken.
Fundamental ist sie es keineswegs. Die Bewertung preist sehr viel Turnaround-Optimismus ein. Solange die margenstarken Kernmarken nicht die Trendwende schaffen, sehe ich überhaupt keinen Grund für diesen Optimismus.