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BMW-Aktie: Einfach nur zum Heulen – oder?

Kurs weiter auf Talfahrt
Wer BMW-Aktien im Depot hat, dem ist schon lange der Spaß vergangen. Es scheint einfach kein Ende der Talfahrt in Sicht. Am Donnerstag rutschte der Kurs sogar unter 52 € und somit auf ein 52-Wochen-Tief. Was tun mit der BMW-Aktie?

China tut weh

Man kann es drehen und wenden, wie man will: Schön ist das alles nicht, was da seit langem bei der BMW-Aktie passiert. Der Absturz kommt allerdings nicht aus dem Nichts. BMW steckt ebenso wie die meisten anderen Autohersteller mitten in einer ziemlich unangenehmen Phase.

China, lange eine der großen Gewinnmaschinen des Konzerns, bereitet heftig Probleme. Im zweiten Quartal brachen die dortigen Verkäufe um gut 30% ein. Europa und die USA liefen deutlich besser, konnten das aber nicht auffangen.

Das schlägt natürlich richtig auf die Zahlen durch. Im zweiten Quartal sank der Umsatz im Autogeschäft um knapp 8%. Noch mieser sah es beim Ergebnis aus: Die operative Marge im Automobilsegment lag nur noch bei 2,3%. Vor wenigen Jahren hätte man bei BMW bei solchen Zahlen vermutlich ziemlich nervös auf die Uhr geschaut.

Hinzu kommen Währungseffekte, hoher Preisdruck und die Kosten für den Umbau hin zur Elektromobilität.

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Neuer Chef, neuer Plan

Neue Besen sollen bekanntlich gut kehren, aber was ist mit diesem neuen BMW-Besen? Ende September hat der neue Vorstandschef Milan Nedeljković seine Strategie vorgestellt. Die Botschaft war ziemlich klar: BMW muss schlanker und profitabler werden.

Rund 8.000 Stellen sollen in Deutschland wegfallen, ein Fünftel der Managementstrukturen soll bis Mitte 2027 verschwinden. Gleichzeitig will BMW die Modellpalette vereinfachen und künstliche Intelligenz stärker im Konzern einsetzen.

Interessanter ist aber, wo BMW hinwill. Bis 2028 soll die operative Marge im Autogeschäft wieder auf 3 bis 5% steigen, langfristig sogar auf 8 bis 10%. Der freie Cashflow soll ebenfalls kräftig hoch. Das wäre dann eine völlig andere BMW-Welt als die aktuelle.

Der Hoffnungsträger

Die Hoffnung trägt bei BMW einen passenden Namen: Neue Klasse. Der iX3 zeigt bereits, dass BMW elektrisch durchaus etwas kann. Im ersten Halbjahr stiegen die Verkäufe vollelektrischer Fahrzeuge in Europa um 38%. Fast jedes dritte dort ausgelieferte Auto war bereits ein Stromer. Das dürfte dem Autohersteller und somit den Anlegern Mut machen.

Ein gutes Modell reicht aber natürlich nicht, wenn der chinesische Markt weiter wegbrechen sollte und gleichzeitig chinesische Hersteller in Europa immer stärker auftreten. Auf dem Pariser Autosalon waren zuletzt so viele chinesische Marken vertreten wie nie zuvor. Der Druck kommt also längst auch vor der eigenen Haustür an.

Ist die Aktie jetzt billig genug?

Immer wenn sich eine bekannte und vom Namen her starke Aktie so lange wie BMW auf Talfahrt befindet, stellen sich Anleger die gleiche Frage: Ist sie jetzt billig genug, um sie zu kaufen?

Bei den aktuellen Notierungen von 52 bis 53 € stellt sich genau diese Frage wohl drängender denn je. Denn der Kurs liegt inzwischen um mehr als 40% unter seinem 52-Wochen-Hoch. Die Marktkapitalisierung ist auf gut 33 Milliarden € zusammengeschrumpft.

Kurzfristig sieht der Chart weiter übel aus. Das neue Tief knapp unter 52 € spricht eher nicht dafür, dass der Abwärtstrend schon vorbei ist. Ein Rückfall Richtung 50 € wäre wohl keine große Überraschung.

Eine ausführliche Chartanalyse meines Kollegen Christian Kämmerer findest Du in diesem Artikel.

Der Markt übertreibt

Für mich ist die BMW-Aktie derzeit ein spekulativer Kauf. China bleibt ein großes Risiko und der große Konzernumbau wird nicht in wenigen Monaten beendet sein, sondern braucht Jahre. Das sollten Kaufinteressenten wissen.

Aber BMW wird an der Börse inzwischen in meinen Augen so behandelt, als wäre der Konzern dauerhaft kaputt. Der Markt übertreibt mal wieder, denn davon sind wir meiner Meinung nach weit entfernt. Wenn die Neue Klasse funktioniert und der neue Boss Nedeljković bei Kosten und Marge tatsächlich liefert, könnte aus dem heutigen Elend eine ziemlich interessante Turnaround-Story werden.

ℹ️ BMW in Kürze

  • Die BMW AG (WKN: 519000) baut Automobile und Motorräder im Premiumbereich. Neben der Stammmarke BMW gehören auch die Marken Mini und Rolls-Royce zum Autokonzern aus München.
  • Mit rund 2,5 Millionen abgesetzten Fahrzeugen (2025) zählt BMW zu den 15 größten Autoherstellern der Welt.
  • BMW ist Mitglied im deutschen Leitindex DAX und im europäischen Leitindex EuroStoxx 50. Das Unternehmen wird aktuell mit 32,6 Milliarden € bewertet.

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Fazit

Ist die BMW-Aktie nur noch zum Heulen? Im Moment schon ein bisschen. Verkaufen würde ich sie trotzdem nicht, sondern eher kaufen. Die günstige Bewertung mit einem Forward-KGV von 6 spricht auf jeden Fall dafür.

Und eine gute Dividendenrendite von immer noch über 8% dürfte selbst bei einer Reduzierung derselben die zwischenzeitlichen Kurs-Tränen schneller trocknen lassen.

Ein Tipp: Manche Dividenden-Titel werden derzeit vom Markt unterschätzt und bieten dadurch attraktive Einstiegschancen. Hier findest Du zehn konkrete Kandidaten, die sowohl durch Ausschüttungen als auch durch Kurspotenzial überzeugen könnten.