Evonik-Aktie: Kommt jetzt doch eine schnelle Übernahme?
Kommt ein höheres Angebot?
Medienberichten zufolge tritt die mögliche Übernahme von Evonik durch BASF in eine entscheidende Phase. Offenbar steht der Chemieriese aus Ludwigshafen kurz davor, dem Spezialchemiekonzern aus Essen ein neues, höheres Angebot zu unterbreiten.
Im September hat die Evonik-Unternehmensführung ein unverbindliches Angebot in Höhe von 22,15 € zurückgewiesen. Nun steht offenbar ein Preis von bis zu 25 € pro Evonik-Aktie im Raum.
Nach Modellrechnungen der US-Großbank Citi würde BASF selbst bei diesem höheren Kaufpreis eine akzeptable Steigerung von Gewinn und Cashflow bis 2030 erzielen. Allerdings würde die Rendite auf das investierte Kapital nach Berechnungen der Citi-Analysten auf ca. 9% fallen. Angesichts der Komplexität der Integration von Evonik in den BASF-Konzern kein besonders hoher ROIC-Wert.
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Jetzt kommt Bewegung in die Sache
Bewegung in die Sache könnte heute die RAG-Stiftung bringen, die mit 43% der Anteile der dominierende Aktionär von Evonik ist. Eine Sprecherin der Stiftung bestätigte, dass das Kuratorium heute zu einer Sitzung zusammenkommen wird. Bei dieser Sitzung wird es zweifellos um das Übernahmeinteresse von BASF gehen.
Inzwischen hat sich auch die Politik in die brisante Konsolidierung der deutschen Chemieindustrie eingemischt. Die SPD in Nordrhein-Westfalen hat einen Antrag in den Landtag eingebracht, demzufolge die Landesregierung einen Einstieg in Evonik prüfen solle. Sie befürchtet, dass eine Übernahme durch BASF viele Arbeitsplätze in NRW kosten könnte.
Fällt das 3-Jahreshoch?
Die Evonik-Aktie klettert heute auf den höchsten Stand seit März 2025. Das damals aufgestellte 3-Jahreshoch liegt nur noch knapp +5% über dem aktuellen Kurs. Charttechnisch dürfte es in den kommenden Tagen deshalb ebenfalls spannend werden.
Nicht auf eine Kaufpreisprämie spekulieren
Ich rate Anlegern, derzeit nicht in die Evonik-Aktie zu investieren. Eine mögliche Übernahmeprämie ist erstens nicht garantiert und dürfte zweitens auch nicht besonders hoch ausfallen. Eine Übernahmeangebot in Höhe von 25 € je Evonik-Aktie wäre ein Upside von knapp +20% gegenüber dem aktuellen Kurs.
Ich gehe davon aus, dass die RAG-Stiftung vorerst nur Sondierungsgesprächen zwischen den beiden Chemiekonzernen zustimmen wird. Eine andere Entscheidung halte ich für politisch kaum durchsetzbar. Bis zu einem konkreten Übernahmeangebot durch BASF dürfte also noch eine Weile vergehen.
Zudem trägt die Evonik-Aktie ein nicht kalkulierbares Downside-Risiko. Sollte der Deal mit BASF scheitern, was meiner Meinung nach überhaupt nicht auszuschließen ist, könnte die Aktie deutlich nach unten korrigieren.
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ℹ️ Evonik in Kürze
- Evonik Industries AG (WKN: EVNK01), kurz Evonik, ist ein weltweit führender Konzern für Spezialchemie. Die Produkte kommen sowohl im Nahrungsmittelbereich als auch im Industriebereich zum Einsatz.
- Neben dem Hauptsitz in Essen unterhält das Unternehmen 27 internationale Produktionsstandorte, und ist in mehr als 100 Ländern tätig.
- Das im MDAX gelistete Unternehmen wird an der Börse aktuell mit ca. 10 Milliarden € bewertet.
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Fazit
Der Kurs der Evonik-Aktie ist meines Erachtens in den letzten Wochen bereits zu gut gelaufen, um jetzt noch zu investieren. Ein Großteil der Übernahmefantasie durch Evonik ist bereits eingepreist. Anleger sollten deshalb nicht mehr auf eine höhere Übernahmeprämie spekulieren.