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Rheinmetall-Aktie: Nur noch 1020 € Kursziel – was nun?

Analysten senken Daumen
Redaktion | Börse

Berenberg zieht bei Rheinmetall die Reißleine: Die Privatbank hat den Rüstungskonzern von "Buy" auf "Hold" abgestuft und das Kursziel von 1600 auf 1020 € zusammengestrichen. Das ist eine Kürzung um gut ein Drittel. Damit stellt sich die Frage: Ist die Wachstumsstory von Rheinmetall tatsächlich an ihre Grenzen gestoßen?

Zweifel an der Auftragslage

Analyst George McWhirter von Berenberg begründet die Abstufung in seiner am Freitag vorliegenden Studie mit Unsicherheiten rund um die mittelfristigen Wachstumsperspektiven des Konzerns, der neben dem Rüstungsgeschäft auch als Automobilzulieferer aktiv ist. Sein zentraler Kritikpunkt betrifft den Zeithorizont jenseits von 2030. Nach seiner Einschätzung braucht Rheinmetall deutlich mehr Aufträge, um auch über dieses Jahr hinaus Wachstum zu erzeugen.

Damit verschiebt sich die Perspektive. Der Blick richtet sich nicht länger allein auf die laufenden Programme, sondern auf die Zeit danach und auf die Frage, was den Umsatz trägt, wenn die heutigen Verträge abgearbeitet sind.

Der Kursrutsch wirkt vorweg

McWhirter räumt ein, dass der Kursrückgang seit Jahresbeginn einen Teil dieser Bedenken bereits eingepreist haben könnte. Die Aktie hat also schon nachgegeben, bevor die Herabstufung kam. Die schlechte Nachricht trifft damit nicht auf einen Kurs, der zuvor von Rekord zu Rekord geeilt wäre.

Entscheidend für die Geschäftsentwicklung bleibt die Nachfrage der Auftraggeber. Rüstungsaufträge entstehen aus politischen Beschlüssen und Haushaltsplanungen. Bleibt die Beschaffungsdynamik hoch, relativiert sich die Sorge um die Zeit nach 2030 schnell. Flacht sie ab, trifft das einen Konzern, dessen Bewertung auf anhaltend hohem Wachstum aufbaut.

Fazit

Aus unserer Sicht ist die Herabstufung weniger ein Urteil über das laufende Geschäft als über die Annahmen, die im Kurs stecken. Wer Rheinmetall kauft, bezahlt Wachstum, das zu großen Teilen weit in der Zukunft liegt, und genau dort setzt Berenberg das Fragezeichen. Für bestehende Anleger könnte es sinnvoll sein, die Position zu halten, solange die Beschaffungsprogramme weiterlaufen. Ein Nachkauf könnte dagegen erst dann interessant werden, wenn konkrete Aufträge die Lücke nach 2030 schließen. Das Risiko liegt darin, dass solche Abschlüsse ausbleiben und der Markt die hohen Wachstumserwartungen weiter zurücknimmt. Dass Berenberg das Ziel in einem Schritt derart kappt, zeigt, wie schnell sich Erwartungen an diesem Markt drehen können.

Quelle: dpa-AFX

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