Vonovia-Aktie: Abwärtstrend verschärft sich
10-Milliarden-Mandat mit Potenzial
Unter dem Punkt „10 Milliarden € sind nicht der zusätzliche Umsatz“ ordnete mein Kollege Vincent Uhr heute Morgen ein mögliches neues Großmandat für Vonovia ein. Der schwedische Pensionsfonds Alecta könnte dem Immobilienkonzern die Verwaltung eines rund 10 Milliarden € schweren Portfolios mit etwa 50.000 Wohnungen übertragen. Bestätigt sind weder die geplante Aufteilung des Portfolios noch das Mandat bislang. Für Vonovia wäre ein Abschluss dennoch strategisch interessant, weil sich die Zahl der bewirtschafteten Einheiten um fast 10% erhöhen würde, ohne dass der Konzern die Immobilien selbst erwerben und zusätzlich finanzieren müsste.
Die wirtschaftliche Bedeutung sollte dabei nicht mit dem Portfoliowert verwechselt werden. Vonovia würde lediglich eine Verwaltungsvergütung erhalten. Mein Kollege rechnet beispielhaft vor, dass bei einer Gebühr von 0,25 bis 0,50% des verwalteten Immobilienwerts jährlich 25 bis 50 Millionen € Umsatz entstehen könnten, wobei dies ausdrücklich nur eine Modellrechnung ist. Strategisch wäre vor allem interessant, dass Vonovia damit seine bestehende Plattform stärker für externe Eigentümer öffnen und sich teilweise vom kapitalintensiven Bestandshalter zum Dienstleister entwickeln könnte. Das operative Fundament bleibt ohnehin vergleichsweise robust: Der EPRA NTA lag Ende Juni bei 46,22 € je Aktie und damit weiterhin erheblich über dem aktuellen Börsenkurs.
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Die Signallage

Quelle Chart: stock3
Der zuletzt favorisierte Abwärtsfahrplan setzt sich nahezu ohne Unterbrechung fort. Nachdem 16,90 € inzwischen nachhaltig unterschritten wurden, rückt im nun feineren Tageschart die Unterstützungszone um 15,36 € in den Mittelpunkt. Genau dort verläuft der nächste markante historische Tiefbereich und ein technischer Konter wäre grundsätzlich denkbar. Noch fehlt dafür allerdings jedes belastbare Umkehrsignal. Solange Vonovia unterhalb der kurzfristigen Abwärtstrendlinie bleibt, präferiere ich daher eine Fortsetzung des Rücklaufs bis in den Bereich um 15 €. Fällt auch diese Zone nachhaltig, würde sich das ohnehin angeschlagene Chartbild nochmals erheblich verschlechtern.
Für eine echte Entspannung müssten die Käufer dagegen zunächst 17,83 € zurückerobern. Darüber wäre eine größere Gegenbewegung in Richtung 19,61 beziehungsweise 20,02 € möglich. Gerade dort trifft eine horizontale Widerstandszone auf den übergeordneten Abwärtstrend und bildet damit einen markanten Kreuzwiderstand. Erst ein nachhaltiger Ausbruch darüber würde die seit Monaten bestehende Serie tieferer Hoch- und Tiefpunkte ernsthaft infrage stellen. Bis dahin bleiben Erholungsversuche für mich lediglich Gegenbewegungen innerhalb eines klar dominierenden Abwärtstrends.
ℹ️ Vonovia in Kürze
- Vonovia (WKN: A1ML7J) mit Sitz in Bochum verwaltet und vermietet Wohnungen in Deutschland, Österreich und Schweden.
- Durch die Übernahme des Konkurrenten Deutsche Wohnen im Jahr 2021 ist das Unternehmen zum größten Immobilienkonzern Europas avanciert, mit ca. 550.000 Wohneinheiten.
- Vonovia ist Mitglied im DAX und aktuell rund 14,25 Milliarden € wert.
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Fazit
Die Vonovia-Aktie verschärft ihren Abwärtstrend und hat mit 16,90 € inzwischen auch die zuletzt wichtige Unterstützung verloren. Im Tageschart rückt damit die Zone um 15,36 € beziehungsweise die runde 15-€-Marke als nächstes Ziel in den Fokus. Dort könnte zwar ein technischer Konter einsetzen, für eine nachhaltige Bodenbildung fehlen bislang jedoch sämtliche Signale. Erst oberhalb von 17,83 und später 20,02 € würde sich das Chartbild wieder spürbar aufhellen.
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