Pfizer-Aktie: Der unterschätzte Turnaround nimmt Gestalt an
Solides Wachstum abseits von Corona
Die jüngsten Zahlen des US-Pharmakonzerns bestätigen wesentliche Punkte unserer damaligen Investmentthese. Pfizer erzielte im zweiten Quartal 2026 rund 15 Milliarden US-Dollar Umsatz und wuchs ohne das inzwischen deutlich kleinere Covid-Geschäft operativ um 5 Prozent.
Damit verliert die Normalisierung bei Comirnaty und Paxlovid zunehmend an Bedeutung. Gleichzeitig wächst das Portfolio aus neuen und zugekauften Medikamenten deutlich und erreichte im Quartal rund 3,2 Milliarden US-Dollar Umsatz.
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Neue Produkte schließen die Patentlücke
Der entscheidende Test für Pfizer bleibt der bevorstehende Verlust wichtiger Patente. Eliquis, Ibrance, Xtandi und Xeljanz stehen in den kommenden Jahren unter zunehmendem Wettbewerbsdruck durch Generika und Biosimilars.
Dem steht ein wachsendes Ersatzportfolio gegenüber. Padcev und Lorbrena verzeichneten zuletzt zweistellige Wachstumsraten. Auch die Pipeline bietet zusätzliche Chancen, insbesondere mit Mevrometostat, für das noch 2026 wichtige Studiendaten erwartet werden.
Vyndaqel erhält zusätzliche Wachstumsjahre
Ein wichtiger Erfolg seit unserem Kauftipp ist die verbesserte Patentperspektive für Vyndaqel und Vyndamax. Pfizer hat mit mehreren Generika-Herstellern Vereinbarungen getroffen, wodurch sich die effektive US-Patentlaufzeit von Vyndamax bis Juni 2031 verlängert hat.
Das ist für Pfizer besonders relevant, weil die Franchise bereits Milliardenumsätze generiert und weiter wächst. Ein früherer Umsatzrückgang ab 2029 dürfte dadurch zumindest teilweise nach hinten verschoben werden.
Milliarden-Einsparungen stärken den Gewinn
Parallel arbeitet Pfizer an seiner Kostenbasis. Bereits realisierte Einsparungen sollen bis 2029 durch weitere Maßnahmen deutlich ausgebaut werden. Hinzu kommen Optimierungen in der Produktion.
Damit entsteht ein zusätzlicher Puffer für die Jahre, in denen die Patentverluste den Umsatz belasten. Zugleich will Pfizer die erzielten Effizienzgewinne teilweise wieder in wichtige Forschungsprogramme investieren.
Die Bewertung spricht weiterhin für Geduld
Auch nach dem Kursanstieg seit unserem Kauftipp auf rund 29 US-Dollar liegt die Bewertung der Aktie weiterhin auf einem vergleichsweise niedrigen Niveau. Der Markt berücksichtigt damit bereits einen erheblichen Teil der bevorstehenden Patentbelastungen.
Gleichzeitig sind die Fortschritte bei neuen Medikamenten, Vyndaqel und den Sparprogrammen noch nicht vollständig in der langfristigen Ertragsentwicklung angekommen. Pfizer selbst erwartet, dass der Umsatz 2028 seinen Tiefpunkt erreicht und anschließend wieder wächst.
Die Dividende von rund 6 Prozent bietet während der Übergangsphase weiterhin einen erheblichen laufenden Ertrag. Gleichzeitig könnte eine Stabilisierung der Gewinne in den kommenden Jahren den Bewertungsabschlag der Aktie reduzieren.
Risiken bleiben Teil der Investmentthese
Die Patentabläufe stellen derweil immer noch die größte Belastung dar. Sollte das Wachstum der neuen Produkte nachlassen oder sollten wichtige Pipeline-Kandidaten enttäuschen, könnte die erwartete Kompensation langsamer ausfallen.
Auch bei den Sparprogrammen kommt es auf die Umsetzung an. Verzögerungen könnten die Gewinnentwicklung stärker belasten als derzeit erwartet.
ℹ️ Pfizer in Kürze
- Pfizer ist einer der weltweit größten Pharma- und Biotechnologiekonzerne. Das Unternehmen erforscht, entwickelt, produziert und vertreibt vor allem verschreibungspflichtige Arzneimittel. Kernbereiche der Tätigkeit sind Entzündungskrankheiten, Immunologie, Impfstoffe, Innere Medizin, Onkologie und seltene Krankheiten.
- Neben dem Hauptsitz in New York City unterhält der Konzern weltweit Niederlassungen.
- Pfizer ist Mitglied im US-Leitindex S&P 500 und gehört mit einem Börsenwert von rund 164 Milliarden US$ zu den größten Pharmakonzernen weltweit.
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Fazit
Unser Kauftipp von Ende Juni bei rund 24 US-Dollar hat sich bislang glänzend ausgezahlt. Die Kombination aus wachsendem Ersatzportfolio, verlängertem Vyndaqel-Patentzeitraum, milliardenschweren Einsparungen und hoher Dividende bleibt die zentrale Grundlage der Investmentstory.
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