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Cryoport-Aktie: Zell- und Gentherapien als Wachstumsgarant

Mehr Zulassungen in Sicht
Redaktion
Die Aktie von Cryoport hat seit Jahresbeginn deutlich zugelegt und notiert aktuell gut 80 Prozent höher. Dahinter stehen vor allem die zunehmende Kommerzialisierung von Zell- und Gentherapien sowie die Aussicht auf weitere Zulassungen, die zusätzliche Nachfrage nach den Lagerungs- und Transportlösungen des Unternehmens schaffen könnten.

Infrastrukturpartner der Biotech-Branche

Cryoport ist auf temperaturkontrollierte Lagerung und den Transport biologischer Materialien für die Life-Science-Branche spezialisiert. Das Unternehmen unterstützt Pharma- und Biotechnologieunternehmen insbesondere bei Zell- und Gentherapien und ist weltweit mit 16 Standorten vertreten, zwei weitere Einrichtungen befinden sich im Aufbau.

Das Geschäft gliedert sich in die Bereiche Life-Science-Services und Life-Science-Produkte. Im zweiten Quartal 2026 entfielen rund 57 Prozent des Umsatzes auf Dienstleistungen und 43 Prozent auf Produkte. Zu den Produkten gehört unter anderem MVE Biological Solutions, das kryogene Gefrier- und Lagersysteme sowie Lösungen für die Aufbewahrung biologischer Materialien entwickelt.

Bei den Dienstleistungen bilden BioLogistics sowie BioStorage und BioServices die wichtigsten Bereiche. BioLogistics umfasst den Transport und die Nachverfolgung biologischer Proben. BioStorage und BioServices decken dagegen die Lagerung sowie zahlreiche Prozessschritte von der Beschaffung und Aufbereitung über Verpackung und Kennzeichnung bis hin zu Bestandsverwaltung und Auslieferung ab.

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Wachstum und höhere Profitabilität

Die Zahlen für das zweite Quartal 2026 zeigen eine weitere Verbesserung im operativen Geschäft. Der Umsatz stieg im Jahresvergleich um 8 Prozent auf rund 49 Millionen US-Dollar. Besonders stark entwickelte sich der Bereich Life-Science-Services mit einem Wachstum von 15 Prozent, während der Umsatz mit Life-Science-Produkten nahezu unverändert blieb.

Innerhalb des Servicegeschäfts legte BioLogistics um 13 Prozent zu. BioStorage und BioServices verzeichneten sogar ein Umsatzwachstum von 25 Prozent. Damit setzte sich die Verschiebung hin zu den margenstärkeren Dienstleistungen fort.

Auch beim bereinigten EBITDA zeigte sich eine Verbesserung. Nach einem Verlust von 0,9 Millionen US-Dollar im zweiten Quartal 2025 erzielte Cryoport im zweiten Quartal 2026 ein bereinigtes EBITDA von 0,4 Millionen US-Dollar. Der Nettoverlust belief sich auf 8,3 Millionen US-Dollar, nachdem das Vorjahresquartal aufgrund der Veräußerung des Spezialkuriergeschäfts einen einmaligen positiven Effekt von 108,9 Millionen US-Dollar enthalten hatte.

Innerhalb des Servicegeschäfts stieg der Umsatz mit bereits kommerziell zugelassenen Zell- und Gentherapien um 9 Prozent auf 9,4 Millionen US-Dollar. Besonders dynamisch entwickelte sich das übrige Servicegeschäft mit einem Plus von 26 Prozent. Dazu trug unter anderem die steigende Zahl von Patienten bei, die in ambulanten und wohnortnahen Einrichtungen behandelt werden. Dadurch erhöhten sich sowohl die Probenmengen als auch die Transportvolumina.

Auch die Unterstützung klinischer Studien entwickelte sich positiv. Der damit erzielte Umsatz stieg um 12 Prozent auf 13,4 Millionen US-Dollar.

Zell- und Gentherapien schaffen Rückenwind

Cryoport profitiert von der steigenden Zahl klinischer und kommerzieller Zell- und Gentherapien. Während der klinischen Entwicklung werden Proben transportiert und gelagert, mit einer Zulassung steigen die benötigten Mengen deutlich. Gleichzeitig erweitert sich das Geschäft um zusätzliche Leistungen wie Probenmanagement, Bestandsverwaltung und Fulfillment.

Der Markt für Zell- und Gentherapien wächst dynamisch. Nach Einschätzung von Fortune Business Insights könnte das weltweite Marktvolumen von 16,5 Milliarden US-Dollar im Jahr 2026 auf 143,6 Milliarden US-Dollar im Jahr 2034 steigen. Cryoport unterstützt derzeit 23 kommerziell zugelassene Therapien und ist an 779 klinischen Studien beteiligt, darunter 94 Phase-3-Studien.

Im zweiten Quartal wechselten mehrere unterstützte Projekte in die kommerzielle Phase. Dazu gehörten die Zulassung von Orca Bios TREGZI sowie eine erweiterte Zulassung für Vertex Pharmaceuticals’ CASGEVY. Für 2026 erwartet das Management bis zu elf weitere Zulassungsanträge, fünf neue Therapiezulassungen und eine geografische Expansion. Die wachsende Phase-3-Pipeline könnte damit die Grundlage für weitere kommerzielle Therapien und zusätzliches Umsatzwachstum schaffen. Für 2026 hält Cryoport an seiner Prognose eines Umsatzwachstums von rund 10 Prozent fest.

Finanzlage verbessert sich spürbar

Auch die finanzielle Entwicklung zeigt Anzeichen einer Stabilisierung. Ende des zweiten Quartals verfügte Cryoport über rund 397 Millionen US-Dollar an liquiden Mitteln. Dem steht eine im Dezember 2026 fällige Wandelanleihe mit einem Volumen von 187 Millionen US-Dollar gegenüber.

Der operative Cashflow belief sich im ersten Halbjahr 2026 auf positive 4,9 Millionen US-Dollar, nachdem im entsprechenden Vorjahreszeitraum noch ein negativer Cashflow von 11,7 Millionen US-Dollar angefallen war. Auf Sicht der vergangenen zwölf Monate erreichte der operative Cashflow rund 8 Millionen US-Dollar und lag damit erstmals seit 2024 wieder im positiven Bereich.

Die Verbesserung ist für Cryoport deshalb relevant, weil das Unternehmen damit seine Abhängigkeit von externen Finanzierungsquellen reduzieren und gleichzeitig weiter in Dienstleistungen, Infrastruktur und Technologien investieren kann.

Bewertung im Vergleich

Die starke operative Entwicklung spiegelt sich auch in der Börsenperformance wider. Die Cryoport-Aktie hat seit Jahresbeginn über 80 Prozent hinzugewonnen.

Für einen Vergleich mit anderen Unternehmen der Branche bietet sich insbesondere die Bewertung auf Basis des erwarteten Unternehmenswertes im Verhältnis zum Umsatz an. Cryoport wird auf dieser Grundlage derzeit mit etwa dem 3,9-Fachen des Umsatzes bewertet.

Zum Vergleich liegt der entsprechende Wert bei BioLife Solutions bei rund 15,4 und bei Azenta bei etwa 2. Cryoport bewegt sich damit zwischen den beiden Vergleichsunternehmen. Da die Profitabilität noch begrenzt ist, bleibt der Umsatz als Bewertungsgröße für die Aktie von besonderer Bedeutung.

Chancen und Risiken

Die zentrale Wachstumschance für Cryoport liegt in der weiteren Kommerzialisierung von Zell- und Gentherapien. Eine steigende Zahl zugelassener Therapien könnte die Nachfrage nach Transport, Lagerung und Probenmanagement erhöhen. Gleichzeitig bietet die umfangreiche Phase-3-Pipeline die Möglichkeit, dass weitere Projekte in den kommenden Jahren den kommerziellen Kundenstamm des Unternehmens erweitern.

Dem stehen allerdings erhebliche Risiken gegenüber. Werden wichtige Therapien in der klinischen Entwicklung nicht zugelassen, könnte sich die erwartete Expansion des kommerziellen Geschäfts verzögern. Auch eine schwächere Finanzierung der Biotech-Branche oder die Einstellung klinischer Studien könnte sich negativ auf die Nachfrage auswirken.

Hinzu kommt, dass Cryoport trotz der jüngsten Verbesserung beim bereinigten EBITDA noch keine nachhaltig hohe Profitabilität erreicht hat. Die weitere Entwicklung der Margen und des operativen Cashflows bleibt daher ein wichtiger Faktor für die Bewertung der Aktie.

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Redaktion

Fazit

Cryoport verfügt über eine wachsende Position in der Infrastruktur rund um Zell- und Gentherapien, während die Zahl der unterstützten Phase-3-Studien und kommerziellen Therapien weiter steigt. Gelingt es dem Unternehmen, die erwarteten Zulassungen in zusätzliches Servicegeschäft umzuwandeln und die Profitabilität weiter zu verbessern, könnte die operative Entwicklung weiteres deutliches Kurspotezial untermauern.

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