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Allianz-Aktie rutscht ab: Käufer könnten an dieser Marke zurückkommen

Rücksetzer nach Rekordhoch
Die Allianz-Aktie hat gestern einen ziemlich schwachen Handelstag erwischt und knapp 4 % verloren. Nach dem Rekordhoch Anfang September kommt damit deutlich mehr Druck in den Kurs. Eine neue schlechte Unternehmensmeldung steckt hinter dem Rücksetzer allerdings nicht. Im Chart rückt dafür eine Zone näher, an der in den vergangenen Monaten sehr viel gehandelt wurde.

Woher kommt der Verkaufsdruck?

Einen einzelnen negativen Auslöser bei Allianz gab es gestern nach aktuellem Nachrichtenstand nicht. Der gesamte DAX verlor rund -0,7%, nachdem der Ölpreis wieder kräftig anzog. Brent kletterte zeitweise um rund +3,7% auf knapp 103 US$ je Barrel, nachdem erneut ein Schiff in der Straße von Hormus unter Beschuss geraten war. Die Unsicherheit rund um den Nahen Osten und die damit verbundenen Inflationsrisiken kamen am Markt entsprechend schlecht an.

Bei Allianz fiel die Reaktion mit knapp -4% aber deutlich heftiger aus als beim Gesamtmarkt. Ein Teil davon lässt sich mit dem vorherigen Kursverlauf erklären. Erst Anfang September hatte die Aktie bei 454,60 € ein neues 52-Wochen-Hoch markiert. Danach ging es Stück für Stück nach unten, zuletzt fiel auch die 50-Tage-Linie. Damit kamen zusätzlich technische Verkäufe und Gewinnmitnahmen rein.

Operativ hat sich in der Zwischenzeit wenig verschlechtert. Im ersten Halbjahr erreichte Allianz mit 9,4 Milliarden € ein neues Rekordergebnis beim operativen Gewinn. Das waren 8,6% mehr als im Vorjahr. Für das Gesamtjahr hält der Konzern an einem operativen Ergebnis von 17,4 Milliarden € fest, mit einer Spanne von plus oder minus 1 Milliarde €.

Auch die DZ Bank hatte erst vergangene Woche ihre Gewinnschätzungen angehoben und den fairen Wert von 486 auf 495 € erhöht. Analyst Thorsten Wenzel verwies dabei auf die Kombination aus Gewinnwachstum und hohen Ausschüttungen.

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Der Kurs läuft auf eine wichtige Zone zu

Nach dem gestrigen Rücksetzer ist die Allianz-Aktie vom Point of Control nur noch rund -3% entfernt. Dieser liegt im betrachteten Volumenprofil knapp um 400 € und ist deshalb eine Zone, die man im weiteren Verlauf im Blick behalten sollte.

Der Point of Control zeigt den Kursbereich, in dem über den betrachteten Zeitraum das meiste Volumen umgesetzt wurde. Dort haben also besonders viele Käufe und Verkäufe stattgefunden. Solche Zonen werden später häufig noch einmal wichtig, weil viele Marktteilnehmer dort bereits Positionen aufgebaut haben und bei einem erneuten Rücklauf wieder aktiv werden.

Bei Allianz liegt diese hohe Handelsaktivität rund um 400 €. Sollte der Kurs nach dem kräftigen Rücksetzer noch etwas weiter nachgeben, könnte in diesem Bereich deshalb wieder mehr Nachfrage aufkommen. Eine erste Stabilisierung oder auch eine Gegenbewegung wäre dort durchaus möglich.

Hält die Zone nicht und rutscht die Aktie klar darunter, wäre die nächste größere Unterstützung bei rund 387 € zu finden. Vom aktuellen Kurs aus wären das noch einmal etwa -7% Abwärtspotenzial. Auch in diesem Bereich hatte die Aktie zuvor mehrfach reagiert, weshalb dort wieder mehr Kaufinteresse aufkommen könnte.

Allianz-Aktie

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ℹ️ Allianz SE in Kürze

  • Die Allianz (WKN: 840400) mit Hauptsitz in München ist der größte Versicherungskonzern der Welt.
  • Kerngeschäft des Konzerns sind die Kranken-, Lebens-, Sach- und Unfallversicherung.
  • Darüber hinaus betreibt die Allianz den Geschäftsbereich Asset Management, in dem sie das Vermögen von Privatpersonen und institutionellen Anlegern verwaltet.
  • Die Allianz ist Mitglied im deutschen Leitindex DAX und im europäischen Leitindex EuroStoxx 50. An der Börse ist der Konzern rund 162,9 Milliarden € wert.

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Fazit

Der gestrige Kursrutsch sieht zunächst heftig aus, lässt sich aber nicht auf eine neue schlechte Meldung bei Allianz zurückführen. Das schwächere Marktumfeld, wieder steigende Ölpreise und der Bruch mehrerer kurzfristiger Chartmarken haben den Verkaufsdruck verstärkt. Operativ steht Allianz weiterhin solide da. Das erste Halbjahr brachte einen Rekord beim operativen Ergebnis und auch die Jahresprognose bleibt bestehen. Gleichzeitig liegt das jüngste Kursziel der DZ Bank mit 495 € deutlich über dem aktuellen Niveau. Im Chart fehlen vom aktuellen Kurs nur noch rund -3% bis zum Point of Control knapp um 400 €. Dort liegt die größte Handelsaktivität des betrachteten Zeitraums und damit auch eine gute Chance auf eine erste Gegenbewegung. Hält die Zone nicht, wartet bei rund 387 € die nächste größere Unterstützung.