McDonald’s-Aktie: Huch, Hühnchen, Hochstufung?
Huch: 8,5 Milliarden US$ verschrecken die Börse
McDonald’s will seine Restaurants modernisieren, die Technik vereinheitlichen und Arbeitsabläufe vereinfachen. Dafür stellt der Konzern seinen Franchisenehmern bis 2036 insgesamt rund 8,5 Milliarden US$ zur Verfügung. Etwa 5 Milliarden US$ sollen bereits bis 2030 über Mietnachlässe und Investitionszuschüsse fließen.
Die hohe Summe erschreckte Anleger. Zusätzlich warnte das Management davor, dass die Zahl der Restaurantbesuche in wichtigen Märkten stagnieren könnte, solange die Inflation hoch bleibt. In den USA waren die vergleichbaren Erlöse im zweiten Quartal lediglich um 0,8% gestiegen. Die operative Trendwende braucht somit Zeit.
Die Milliarden sind allerdings keine reine Schadensbegrenzung. McDonald’s will Restaurants einfacher und günstiger betreiben. KI-gestützte Technik, modernisierte Küchen und schlankere Prozesse sollen die Effizienz auf Restaurantebene um rund 2,5 Prozentpunkte verbessern. Für ein durchschnittliches US-Restaurant entspräche das laut Konzern ungefähr 100.000 US$ zusätzlichem jährlichem Cashflow. Nach den Zuschüssen von McDonald’s sollen sich die Investitionen für die Franchisenehmer innerhalb von rund vier Jahren amortisieren.
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Hühnchen soll neue Kunden bringen
Neben der Produktivität steht das Menü im Mittelpunkt. Bis 2030 will McDonald’s seinen weltweiten Marktanteil bei Hühnchen um 1,5 Prozentpunkte steigern. Dasselbe Ziel gilt für Getränke, während die Führungsposition bei Rindfleisch verteidigt werden soll.
Das ist strategisch nachvollziehbar. Hühnchen spricht eine breite Kundengruppe an und bietet McDonald’s mehr Möglichkeiten für neue Produkte als das traditionelle Burgergeschäft. Mit McCrispy, Chicken McNuggets und den zurückgekehrten Snack Wraps verfügt der Konzern bereits über weltweit einsetzbare Marken. Weitere Produkte wie handpanierte Chicken-Sandwiches könnten folgen.
Gleichzeitig reagiert McDonald’s damit auf die steigenden Rindfleischpreise und den Erfolg spezialisierter Wettbewerber. Die gewaltige Restaurantbasis von mehr als 46.000 Standorten ermöglicht es, erfolgreiche Produkte schnell international auszurollen. Das ist ein Vorteil, den kleinere Restaurantketten kaum kopieren können.
Bis 2030 soll die operative Marge auf einen niedrigen bis mittleren Wert oberhalb von 50% steigen. Gleichzeitig strebt McDonald’s eine Umwandlung von 85 bis knapp 90% des Nettogewinns in freien Cashflow an.
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Hochstufung ist etwas zu viel gesagt
Die DZ Bank beließ die McDonald’s-Aktie nach dem Investorentag auf „Kaufen“, senkte den fairen Wert jedoch von 330 auf 300 US$. Eine tatsächliche Hochstufung ist das nicht. Gegenüber dem Schlusskurs nach dem Strategie-Schock ergibt sich trotzdem ein Potenzial von knapp 27%.
Analystin Katharina Schmenger hält die vorgestellten Maßnahmen für sinnvoll. Kurzfristig belaste das Investitionsprogramm, langfristig dürften sich höhere Produktivität und Marktanteilsgewinne jedoch auszahlen. Auch die UBS bleibt trotz eines reduzierten Kursziels von 320 US$ bei ihrer Kaufempfehlung.
Interessant ist vor allem die Bewertung. Die Aktie wird inzwischen nur noch mit ungefähr dem 18-Fachen der für 2027 erwarteten Gewinne gehandelt und damit am unteren Ende ihrer historischen Bewertungsspanne. Zudem erhöhte McDonald’s die Quartalsdividende um knapp 4% auf 1,93 US$. Daraus ergibt sich eine Dividendenrendite von mehr als 3%. Die Ausschüttung wurde inzwischen 50 Jahre in Folge angehoben.
ℹ️ McDonald's in Kürze
- Die McDonald's Corporation (WKN: 856958) betreibt und lizenziert international McDonald's-Restaurants. Das Unternehmen wurde 1940 gegründet und hat seinen Hauptsitz in Chicago, Illinois.
- Mit über 42.000 Filialen ist McDonald's eine der weltweit größten Fast-Food-Ketten und Immobilienunternehmen.
- McDonald's ist Mitglied in den US-Leitindizes Dow Jones Industrial und S&P 500 und an der Börse ca. 168 Milliarden US$ wert.
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Fazit
Der Markt reagiert auf die hohen Investitionen zu kurzfristig. Mit einem KGV von unter 20, mehr als 3% Dividendenrendite und guten Chancen auf steigende Margen halte ich die McDonald’s-Aktie inzwischen für attraktiv. Die NEXT-Strategie muss zwar erst wirken, doch nach dem Kurssturz überwiegt für mich die Chance.