Berkshire Hathaway-Aktie: Neue Führung, neue Milliardenwetten
Große Veränderungen bei Berkshire: Investmentlegende Warren Buffett ist als Verwaltungsratsvorsitzender zurückgetreten und zum Ehrenvorsitzenden geworden. Greg Abel führt das Unternehmen bereits operativ, während Howard Buffett den Vorsitz im Aufsichtsrat übernimmt.
Abel hat bereits damit begonnen, die enormen Liquiditätsreserven des Unternehmen stärker einzusetzen. Berkshire investierte zehn Milliarden Dollar in Alphabet, übernahm Taylor Morrison für 6,8 Milliarden Dollar und kaufte im zweiten Quartal eigene Aktien im Wert von 4,5 Milliarden Dollar zurück.
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Abel setzt neue Akzente bei der Kapitalallokation
Zum Ende des zweiten Quartals verfügte Berkshire noch über 365,5 Milliarden Dollar an Barmitteln und US-Staatsanleihen. Gleichzeitig kaufte das Unternehmen erstmals seit mehr als drei Jahren wieder mehr Aktien, als es verkaufte.
Die Alphabet-Beteiligung ist dabei besonders bemerkenswert. Der Technologiekonzern gehört inzwischen zu den fünf größten Beteiligungen von Berkshire. Hinzu kommen der Einstieg in D.R. Horton und die Übernahme von Taylor Morrison, mit der Berkshire seine Position im US-Wohnungsbau ausbaut.
Auch die Beteiligungen an den fünf großen japanischen Handelskonzernen bleiben strategisch relevant. Berkshire hält dort bereits mehr als zehn Prozent an jedem Unternehmen und erwägt offenbar weitere Aufstockungen.
Operative Geschäfte liefern Rückenwind
Das Versicherungsgeschäft könnte in der zweiten Jahreshälfte von höheren Zinsen und einer bislang ungewöhnlich ruhigen Hurrikansaison profitieren. Berkshire hält allein 324,9 Milliarden Dollar in US-Staatsanleihen, sodass höhere Renditen unmittelbar auf die Kapitalerträge wirken.
BNSF entwickelte sich ebenfalls solide. Der Gewinn der Eisenbahntochter stieg im ersten Halbjahr um 9,5 Prozent. Gleichzeitig wächst Berkshire Hathaway Energy weiter. Der Gewinn nach Steuern legte im zweiten Quartal um 26,9 Prozent zu, während der steigende Strombedarf von Rechenzentren langfristig zusätzliche Investitionen und Wachstum ermöglichen könnte.
Auch die übrigen Industrie-, Dienstleistungs- und Einzelhandelsaktivitäten entwickelten sich positiv. Ihre Gewinne stiegen im zweiten Quartal um 24,1 Prozent.
Die Bewertung bleibt moderat
Berkshire wird derzeit mit etwa dem 13-Fachen der vergangenen Gewinne bewertet. Das liegt deutlich unter dem Bewertungsniveau des S&P 500 und ist für ein Unternehmen dieser Größe vergleichsweise niedrig.
Das Nettoanlageportfolio wird auf rund 699,8 Milliarden Dollar geschätzt. Für das operative Geschäft werden für 2026 rund 37 Milliarden Dollar Gewinn angenommen. Bei einem Multiplikator von 13 ergibt sich daraus ein Wert von etwa 481 Milliarden Dollar.
Zusammen mit dem Anlageportfolio ergibt sich eine geschätzte faire Bewertung von rund 1,18 Billionen Dollar. Das entspricht ungefähr 552 Dollar je Aktie der Klasse B und liegt damit rund acht Prozent über der aktuellen Marktkapitalisierung von etwa 1,09 Billionen Dollar.
GEICO und Konjunktur bleiben größte Risiken
Nicht alle Entwicklungen sind positiv. Bei GEICO stieg die Schadenquote im zweiten Quartal deutlich von 71,8 auf 76,6 Prozent. Gleichzeitig erhöhten sich die Werbeausgaben, während der Vorsteuergewinn des Versicherungsgeschäfts auf 994 Millionen Dollar nahezu halbiert wurde.
Auch höhere Zinsen können sich negativ auswirken. Eine schwächere Konjunktur würde BNSF durch geringere Transportmengen treffen und könnte gleichzeitig die Nachfrage nach Häusern bei Taylor Morrison belasten.
ℹ️ Berkshire Hathaway in Kürze
- Berkshire Hathaway Inc. (WKN: A0YJQ2) ist eine 1955 gegründete US-Holdinggesellschaft mit Sitz in Omaha im Bundesstaat Nebraska.
- Die Investmentholding ist untrennbar mit dem Gründer und Vorsitzenden Warren Buffett verbunden, der von Millionen von Anlegern als einer der besten Investoren der Welt verehrt wird.
- Buffetts Holding hält gegenwärtig Beteiligungen an über 80 Unternehmen aus verschiedensten Branchen, darunter Technologie, Erst- und Rückversicherung, Energieversorgung, Öl- und Gasproduktion, Finanzdienstleistungen sowie Groß- und Einzelhandel.
- Mit einem Börsenwert von rund 1 Billion US$ zählt Berkshire Hathaway zu den den wertvollsten Konzernen der Welt.
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Fazit
Berkshire Hathaway steht vor einer neuen Phase, in der Abel zunehmend eigene strategische Akzente setzen kann. Die hohe Liquidität, das breit aufgestellte operative Geschäft und die vergleichsweise moderate Bewertung bleiben zentrale Faktoren für die weitere Entwicklung der Aktie.
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