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BMW-Aktie unter Druck: Kann die Neue Klasse jetzt die Wende bringen?

iX3 gibt Hoffnung
Bei BMW sieht der Kurs momentan deutlich schwächer aus als die Produktstory. Die Aktie notiert nur noch knapp über dem Jahrestief und liegt mehr als -30% unter dem 52-Wochen-Hoch. Gleichzeitig läuft die Nachfrage nach der neuen iX3-Plattform erstaunlich stark. Hier liegt gerade die Hoffnung, dass BMW nach dem schwachen ersten Halbjahr wieder etwas mehr Schwung bekommt.

Der iX3 könnte für BMW wichtiger werden als gedacht

Mit der Neuen Klasse hat BMW einen ziemlich großen Neustart gewagt und beim ersten Modell scheint das bislang ganz gut aufzugehen. Für den neuen iX3 lagen schon im Frühjahr mehr als 50.000 Bestellungen vor. In Europa entfiel zeitweise ungefähr jede dritte Bestellung eines vollelektrischen BMW auf den iX3. Wegen der hohen Nachfrage läuft das Werk im ungarischen Debrecen bereits im Zwei-Schicht-Betrieb.

Das kommt BMW gerade ziemlich gelegen, denn der europäische Markt entwickelt sich derzeit deutlich besser als China oder die USA. Im August wuchsen die Verkäufe von Elektroautos in Europa erneut kräftig, während China und Nordamerika schwächer unterwegs waren. Für BMW ist das interessant, weil die Neue Klasse hier bereits gut angenommen wird und der Konzern bis 2027 mehr als 40 neue oder überarbeitete Modelle auf die neue Technik und Designsprache bringen will.

Wenn BMW dieses Tempo halten kann, würde die Neue Klasse damit nicht nur ein einzelnes erfolgreiches Modell bleiben, sondern Schritt für Schritt einen viel größeren Teil des Portfolios erfassen.

Gerade in unsicheren Marktphasen können Dividenden-Aktien als Stabilisator dienen. Diese zehn Dividenden-Titel kombinieren defensiven Charakter mit interessanten Kurschancen.

China bleibt aber weiterhin der große Haken

Ganz so entspannt ist die Lage trotzdem nicht. Im zweiten Quartal brach der Vorsteuergewinn von BMW um 35% auf 1,7 Milliarden € ein. Besonders weh tat China, wo die Verkäufe im Quartal um rund 30% zurückgingen. Gleichzeitig fiel die operative Marge im Autogeschäft auf nur noch 2,3%.

BMW reagiert darauf inzwischen deutlich härter. Unter dem neuen CEO Milan Nedeljkovic sollen Strukturen überprüft werden, die früher praktisch als unantastbar galten. Geplant sind unter anderem rund 8.000 Stellenstreichungen, weniger Komplexität bei Modellen und Prozessen sowie Einsparungen in Vertrieb, Einkauf und Entwicklung.

Das zeigt ziemlich gut, warum die Aktie trotz der starken Nachfrage nach dem iX3 bisher nicht richtig anspringt. Europa läuft besser und die Neue Klasse kommt gut an, auf der anderen Seite drücken China, Tarife und niedrige Margen weiter auf das Ergebnis.

Analysten sehen teilweise deutlich höhere Kurse

Bei den Analysten gehen die Meinungen deshalb auch ziemlich auseinander. Die Deutsche Bank bleibt bei Buy und sieht das Kursziel bei 90 €. Bernstein liegt bei 82 €, genauso wie Goldman Sachs und JPMorgan. Jefferies kommt auf 70 €, während RBC mit 60 € deutlich vorsichtiger ist.

Interessant ist vor allem die Einschätzung der Deutschen Bank. Dort wird positiv hervorgehoben, dass BMW trotz der schwachen Ergebnisentwicklung weiterhin eine robuste Bilanz und eine ordentliche Cash-Entwicklung hat.

Ende September steht außerdem ein Kapitalmarkttag an, bei dem BMW nochmal genauer zeigen dürfte, wie die Kostensenkungen und die neue Modellstrategie in den kommenden Jahren aussehen sollen.

ℹ️ BMW in Kürze

  • Die BMW AG (WKN: 519000) baut Automobile und Motorräder im Premiumbereich. Neben der Stammmarke BMW gehören auch die Marken Mini und Rolls-Royce zum Autokonzern aus München.
  • Mit rund 2,6 Millionen abgesetzten Fahrzeugen (2025) zählt BMW zu den 15 größten Autoherstellern der Welt.
  • BMW ist Mitglied im deutschen Leitindex DAX und im europäischen Leitindex EuroStoxx 50. Mit einem Börsenwert von rund 38 Milliarden € ist der Autobauer eines der wertvollsten Unternehmen Deutschlands.

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Fazit

Bei BMW läuft gerade einiges gegeneinander. Die Aktie ist stark zurückgekommen, China bleibt schwierig und die Margen stehen unter Druck. Gleichzeitig scheint die Neue Klasse bei den Kunden ziemlich gut anzukommen. Wenn BMW aus dem starken Start des iX3 mehr machen kann und die Kosten runterbekommt, wäre bei einem Kurs um 62 € durchaus einiges an Nachholpotenzial drin.