Rheinmetall-Aktie fällt weiter – hält jetzt diese Unterstützung?
Das Sommertief kommt wieder näher
Am Mittwoch verlor Rheinmetall zeitweise mehr als -4%, zum Handelsschluss blieb ein Minus von rund -3,75%. Einen klaren negativen Unternehmensauslöser gab es dabei nicht. Im Gegenteil, die Nachrichten rund um höhere deutsche Verteidigungsausgaben und zusätzliche Beschaffungen für die Ukraine bleiben grundsätzlich positiv. Der Verkaufsdruck wirkt deshalb momentan eher wie eine Fortsetzung der schwachen Kursentwicklung der vergangenen Wochen.
Im Chart wird es damit langsam wieder interessant. Das letzte größere Tief liegt im Bereich um 900 € und ist inzwischen nicht mehr weit entfernt. Schon beim letzten Anlauf kamen dort wieder Käufer rein und auch diesmal könnte die Zone bei einer weiteren Korrektur erneut für Unterstützung sorgen.
Dass der Kurs dort automatisch dreht, ist natürlich nicht gesagt. Solange die Aktie aber oberhalb dieses Tiefs bleibt und dort wieder Nachfrage reinkommt, wäre die übergeordnete Stabilisierung noch nicht komplett vom Tisch.
In diesem Zusammenhang: Regierungen stocken strategische Rohstoffreserven massiv auf – unser Report „Rüstung – Megatrend im Rohstoffsektor“ analysiert zwei Aktien, die zu großen Profiteuren werden dürften.

Rheinmetall-Aktie
Weiter oben wartet weiterhin der harte Brocken
Auf der Oberseite bleibt der Bereich um 1.200 € weiterhin ein wichtiger Widerstand, an dem erneut Verkaufsdruck aufkommen könnte. Dort liegt im Volumenprofil auch der Point of Control, also die Zone, in der im gezeigten Zeitraum besonders viel gehandelt wurde. An diesem Bereich ist die Rheinmetall-Aktie zuletzt immer wieder hängen geblieben. Solange es der Aktie nicht gelingt, sich darüber festzusetzen, besteht deshalb weiterhin die Gefahr, dass neue Erholungsversuche schon vorher wieder verkauft werden.
Für einen saubereren Ausbruch nach oben müsste Rheinmetall diese Zone irgendwann hinter sich lassen und anschließend auch oberhalb davon bleiben. Erst dann würde der Chart wieder deutlich mehr Luft bekommen und die vorherige Abwärtsbewegung wäre ein gutes Stück entschärft.
Fundamental bleibt Rheinmetall stark
Fundamental hat sich an der Rheinmetall-Story trotz der schwachen Aktie wenig geändert. Im ersten Halbjahr stieg der Umsatz um 39% auf 5,23 Mrd. €, das operative Ergebnis legte sogar um 74% zu. Gleichzeitig wuchs der Auftragsbestand auf rund 80,5 Mrd. €, wodurch ein großer Teil des künftigen Geschäfts bereits gut abgesichert ist.
Auch die Analysten bleiben überwiegend positiv. Die Deutsche Bank sieht das Kursziel weiterhin bei 1.800 €, Goldman Sachs sogar bei 2.300 €. JPMorgan und Jefferies sind mit jeweils 1.350 € vorsichtiger, liegen damit aber ebenfalls noch deutlich über dem aktuellen Kurs. Damit bleibt die Lage ziemlich zweigeteilt. Charttechnisch steht Rheinmetall weiter unter Druck, fundamental läuft das Geschäft dagegen stark.
ℹ️ Rheinmetall in Kürze
- Rheinmetall (WKN: 703000) ist ein deutscher Rüstungskonzern und Automobilzulieferer mit Sitz in Düsseldorf.
- Nach Airbus ist Rheinmetall der zweitgrößte deutsche Hersteller von Rüstungsgütern.
- Schwerpunkte der Waffenproduktion sind militärische Rad- und Kettenfahrzeuge wie Kampf- und Schützenpanzer sowie Munition.
- Rheinmetall ist Mitglied in den Leitindizes DAX und EuroStoxx 50. Der Börsenwert liegt aktuell bei rund 49 Milliarden €.
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Fazit
Bei Rheinmetall bleibt die Lage spannend. Fundamental läuft das Geschäft stark, im Chart steht die Aktie aber weiter unter Druck. Der Bereich um 900 € bleibt deshalb die wichtigste Unterstützung. Hält diese Zone erneut, könnte von dort wieder eine Erholung starten.