Volkswagen-Aktie: Ein neuer Move?
Was zur Sprache kam
Ducati gehört innerhalb des VW-Konzerns zu Audi. Der Audi-Chef Gerot Döllner sagte gestern in einem Interview, dass Audi sein Markenportfolio überprüfe und dabei auch Ducati Gegenstand der Überlegungen sei. Ein Verkauf würde nicht nur Geld in die VW-Kasse spülen, sondern auch Managementaufwand reduzieren.
Aktuell steht noch kein Käufer für Ducati fest. Es gibt allerdings einen interessanten Namen: Patritalia soll bereits im Sommer Interesse an einer Übernahme von Ducati bekundet haben. Das ist eine italienische Investment-Holding mit Sitz in Modena, die noch sehr jung ist (erst 2025 gegründet). Ihr Geschäftsmodell ist ziemlich ungewöhnlich. Sie holen italienische Unternehmen, die sich heute in ausländischem Besitz befinden, zurück nach Italien.
Im Juni 2026 hat Patritalia nach eigenen Angaben ein indikatives Angebot über 2,5 Milliarden € für 100% von Ducati abgegeben. Das ist mehr, als die aktuellen Schätzungen des tatsächlichen Unternehmenswertes von Ducati betragen. Diese liegen bei 1,25 Milliarden €.
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Ducatis Wert
Ducati ist ein italienischer Premium-Motorradhersteller aus Bologna, gegründet 1926, und baut vor allem sportliche und hochwertige Motorräder. Ducati ist also ungefähr das, was Ferrari für Sportwagen ist. Zwar ist es eine kleine Marke im Vergleich zum gesamten VW-Konzern, aber sehr prestigeträchtig und profitabel. Trotzdem gibt es ein Aber und gute Gründe für einen Verkauf.
Ducati läuft 2026 deutlich weniger umsatzstark und profitabel als noch 2023/24. Im ersten Halbjahr 2024 waren es noch 606 Millionen € Umsatz. Im darauffolgende ersten Halbjahr 2025 nur noch 558 Millionen €. In ersten Halbjahr 2026 schrumpfte der Umsatz auf 489 Millionen €.
Auch die operative Marge, die Kennzahl, die jeden potenziellen Käufer am ehesten interessiert schrumpfte von 15,1% (2024) auf 9,5% (2025) und zuletzt auf 6% (2026). Und genau darauf könnte der neue Käufer von Ducati pokern: auf ein Comeback der Mega-Zahlen.
Der Mega-Plan
Die VW-Konzernführung überprüft derzeit ein Portfolio von rund 600 Beteiligungsgesellschaften. Alles, was strategisch nur geringe Synergien mit der Fertigung von Elektro-Autos oder Massenfahrzeugen hat, wird gekickt. Ziel ist eine drastische Komplexitätsreduktion, Kostenersparnis und die Fokussierung auf das Kerngeschäft (PKW und Nutzfahrzeuge).
ℹ️ Volkswagen in Kürze
- Die Volkswagen AG (WKN: 766403) mit Sitz in Wolfsburg ist der nach Umsatz größte und nach Absatz zweitgrößte Fahrzeughersteller der Welt. Zusätzlich zur Kernmarke Volkswagen ist die VW AG auch Muttergesellschaft zahlreicher weiterer Autohersteller, darunter Audi, Lamborghini, Porsche, Seat und Skoda.
- Neben dem Pkw-Bereich gehört auch der Geschäftsbereich Nutzfahrzeuge mit den Unternehmen MAN und Scania zum VW-Konzern. Zudem bietet der Konzern zahlreiche Finanzdienstleistungen an, darunter Finanzierungen und Versicherungen.
- Volkswagen ist Mitglied im deutschen Leitindex DAX und aktuell ca. 41,6 Milliarden € wert.
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Fazit
Ein Verkauf von Ducati (sowie potenziell weiteren Randbereichen) beweist Disziplin beim Kapitalmanagement und ist für mich ganz klar ein lautes, aber positives Signal. Auch wenn es noch zu früh ist, um Rückschlüsse zu ziehen, so sieht man doch, wie schnell und seriös die Restrukturierung angegangen wird. Nicht zu vergessen: Die VW-Aktie hat ein extrem niedriges KGV von derzeit 8 und dazu noch eine Dividendenrendite von 6,2%.
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