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Ölpreis: Jetzt fast 100 Dollar – wie weit geht die Rally noch?

Energie im Aufwind
Redaktion | Wirtschaft

Die Ölpreise haben am Dienstag ihren Aufwärtstrend fortgesetzt. Brent-Rohöl der Nordseesorte zur Auslieferung im November kletterte auf 97,81 US$, ein Plus von 0,53 Prozent gegenüber dem Vortag. Zwischenzeitlich war der Preis sogar bis auf 99,46 US$ gestiegen und näherte sich damit der psychologisch bedeutsamen 100-US$-Marke gefährlich nah. Auch die US-Sorte WTI zog deutlich an.

Huthi-Angriffe treiben den Markt

Als Haupttreiber des Preisanstiegs nannten Händler Angriffe der jemenitischen Huthi-Miliz auf saudi-arabisches Territorium. Das Energieministerium in Riad bestätigte, dass im Süden des Landes mehrere Energieanlagen getroffen worden seien und in der Folge Feuer ausgebrochen seien. Der Betrieb musste vorübergehend teilweise eingestellt werden. Saudi-Arabien, eines der größten Ölförderländer der Welt, kennt solche Angriffe. Die Huthi-Miliz hatte die Energieinfrastruktur des Königreichs bereits in den Jahren vor dem Iran-Krieg teils schwer beschädigt.

Brent im Aufwind seit Ende August

Am 26. August kostete ein Barrel Brent noch rund 86 US$. Anfang Juli war der Preis sogar bis auf 70 US$ gefallen, getragen von Hoffnungen auf ein Ende des Nahost-Konflikts, nachdem er in den ersten Monaten nach Ausbruch des Iran-Kriegs bis auf 126 US$ gestiegen war. Seitdem läuft die Erholung.

Zusätzlichen Aufwind bekommt der Ölmarkt durch eine starke chinesische Nachfrage. Chinesische Raffinerien haben laut Bloomberg ihre Rohöleinkäufe erhöht und damit die Preise für Sorten aus Afrika, Kanada und Lateinamerika nach oben getrieben, auch wenn das nicht zwingend auf eine dauerhaft stärkere Nachfrage hindeutet. Gleichzeitig warten Marktteilnehmer auf die Details eines Abkommens zwischen Iran und Oman zur Sicherung der Schifffahrt durch die Straße von Hormus. Iran soll laut Bloomberg erklärt haben, das Abkommen stehe unmittelbar bevor und solle eine vorübergehende sichere Route umfassen.

Goldman Sachs sieht anhaltenden Druck

Goldman-Sachs-Analysten schrieben in einer Studie, die Märkte würden zunehmend einen lang anhaltenden Konflikt im Nahen Osten einpreisen. Die Experten hoben ihre Ölpreisprognosen leicht an, da sie davon ausgehen, dass die Schifffahrtsstörungen bis ins Jahr 2027 andauern könnten. Die Risiken für die Preisprognose seien weiterhin deutlich nach oben gerichtet, so die Analysten.

Was das für Ölaktien bedeutet

Meiner Meinung nach dürfte das aktuelle Umfeld Ölproduzenten wie Shell, TotalEnergies oder BP kurzfristig weiter stützen. Bleibt der Druck durch geopolitische Spannungen und chinesische Nachfrage bestehen, könnten die Kurse dieser Schwergewichte weiter steigen. Sollte die 100-US$-Marke bei Brent nachhaltig überwunden werden, wäre das ein starkes Signal für den gesamten Energiesektor. Ich sehe das Aufwärtspotenzial weiterhin als intakt an.

Quelle: dpa-AFX

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