Oerlikon-Aktie +75% seit März: Was kommt jetzt?
Mission 2030 vorgestellt
Auf dem Kapitalmarkttag stellte der Schweizer Konzern seine Ziele bis 2030 vor.
Nach Abschluss der Transformation zu einem fokussierten Pure-Play-Unternehmen, also der Konzentration auf klar definierte Geschäftsfelder, tritt Oerlikon in eine neue Phase der Wertschöpfung ein. Sowohl Umsatz als auch Ergebnis sollen bis dahin deutlich steigen.
Beim Umsatz wird ein Wert von mehr als 2 Milliarden SFR angestrebt. Dabei soll das organische Wachstum durchschnittlich 6% pro Jahr betragen.
Die operative EBITDA-Marge soll bis 2030 auf 20% steigen. Bei der Verzinsung des eingesetzten Kapitals wird ein Wert von mehr als 10% angestrebt.
Insgesamt erscheinen diese Ziele aus heutiger Sicht erreichbar.
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Jahresprognose angehoben
Aufgrund der guten bisherigen Geschäftsentwicklung hat das Unternehmen seine Jahresziele angehoben.
Beim Umsatzwachstum wird nun ein Wert im mittleren einstelligen Prozentbereich erwartet. Zuvor war lediglich ein Wachstum im unteren einstelligen Prozentbereich in Aussicht gestellt worden. Im Vorjahr lag der Umsatz bei 1,6 Milliarden SFR.
Auch bei der EBITDA-Marge wurden die Erwartungen angehoben. Statt 17,5% werden nun 18,5 bis 19,5% erwartet.
Grundlage für die besseren Erwartungen ist der um 11% auf 920 Millionen SFR gestiegene Auftragsbestand.
Voraussetzung für die Erreichung der Jahresziele ist allerdings, dass die Rohstoffpreise insbesondere für Wolfram und Yttrium stabil bleiben.
Ertrag deutlich gesteigert
Die Transformation wirkt sich inzwischen positiv auf die Ertragsentwicklung aus.
In den ersten sechs Monaten stieg das operative EBITDA gegenüber dem Vorjahreszeitraum von 131 auf 156 Millionen SFR. Die EBITDA-Marge erhöhte sich um 300 Basispunkte auf 19,7%.
Besonders positiv ist die Entwicklung beim Periodenergebnis: Aus einem Verlust von 46 Millionen SFR im Vorjahreszeitraum wurde ein Periodenüberschuss von 40 Millionen SFR.
Bewertung
Die Transformation hin zu einem fokussierten Pure-Play-Unternehmen, zeigt zunehmend Wirkung. Das gilt insbesondere für die Ertragsentwicklung.
Nach der abgeschlossenen strategischen Neuausrichtung dürfte nun wieder stärker das Wachstum im Mittelpunkt stehen.
Angesichts der für 2030 gesetzten Ziele spricht derzeit einiges dafür, dass Oerlikon auch in den kommenden Jahren eine solide Ertragsentwicklung erreichen kann.
Es handelt sich hier um eine aussichtsreiche Aktie im Nachbarland der Schweiz.
ℹ️ Oerlikon in Kürze
- Oerlikon (WKN: 863037) ist weltweit führend im Bereich der Oberflächentechnologien und Advanced Materials. Mit einem einzigartigen Portfolio, das Oberflächentechnologie, Hochleistungswerkstoffe, Beschichtungsanlagen und Komponenten.
- Oerlikon bedient eine Vielzahl von Branchen, von der Luft- und Raumfahrt, über Automobilbau, Energiewirtschaft und Medizintechnik bis hin zu Luxusgütern, Halbleitern und Werkzeugen.
- Neben dem Hauptsitz im schweizerischen Pfäffikon, ist Oerlikon in 38 Ländern mit etwa 10.000 Mitarbeitenden tätig.
- Die Aktie ist an der SIX Swiss Exchange gelistet und wird mit etwa 1,8 Milliarden SFR bewertet.
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Fazit
Im jüngsten Kursanstieg ist bereits ein erheblicher Teil der positiven Entwicklung berücksichtigt. Daher halte ich das kurzfristige Kurspotenzial auf dem aktuellen Niveau für begrenzt. Nach dem starken Anstieg ist zunächst eine Korrektur wahrscheinlicher.
Mittelfristig bin ich jedoch zuversichtlich und rechne mit weiter steigenden Kursen. Die aktuelle Unternehmensbewertung erscheint mir angesichts der Profitabilität und der langfristigen Wachstumsziele weiterhin moderat.
In diesem Zusammenhang: Regierungen stocken strategische Rohstoffreserven massiv auf – unser Report „Rüstung – Megatrend im Rohstoffsektor“ analysiert zwei Aktien, die Profiteur zu großen Profiteuren werden dürften.