Volkswagen-Aktie: Analysten hoffen auf die China-Wende
Volkswagen baut China-Geschäft stärker vor Ort auf
Eine der jüngsten Meldungen kommt von Audi und SAIC. Die Volkswagen-Tochter hat gemeinsam mit dem chinesischen Partner ein neues Innovationszentrum für die China-exklusive AUDI-Marke eröffnet. Entwicklung, Software und digitale Funktionen sollen dort stärker direkt für den chinesischen Markt entstehen, anstatt fertige Konzepte aus Europa später nur noch anzupassen.
Das klingt erstmal nach einer kleinen organisatorischen Änderung, ist für Volkswagen aber durchaus relevant. Chinesische Hersteller wie BYD, Geely oder Xiaomi bringen neue Modelle und Funktionen inzwischen in einem Tempo auf den Markt, mit dem viele europäische Autobauer bisher kaum mithalten konnten. Wenn Volkswagen in China wieder Marktanteile gewinnen will, muss der Konzern schneller werden und Produkte stärker an dem ausrichten, was Kunden dort tatsächlich kaufen wollen.
Dazu kommen die Partnerschaften mit SAIC und XPeng, über die Volkswagen schon seit einiger Zeit versucht, Entwicklungskosten zu senken und neue Plattformen schneller auf die Straße zu bringen. Dass inzwischen immer mehr Entscheidungen direkt in China getroffen werden, zeigt zumindest, dass VW die Strategie dort deutlich verändert hat.
Ein Selbstläufer wird das trotzdem nicht. Der Preisdruck bleibt hoch, heimische Marken sind bei chinesischen Kunden stark und auch bei Software hat Volkswagen weiterhin einiges aufzuholen. China bleibt damit einer der Bereiche, an denen man in den kommenden Quartalen ziemlich gut sehen kann, ob der Umbau im Konzern wirklich etwas bringt.
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Analysten sehen trotzdem deutlich höhere Kurse
An der Börse wird Volkswagen aktuell weiterhin ziemlich vorsichtig bewertet, bei den Analysten sieht es dagegen etwas freundlicher aus. Jefferies bleibt bei „Buy“ und einem Kursziel von 120 €, auch RBC sieht 120 € und bewertet die Aktie mit „Outperform“.
Die Deutsche Bank liegt mit 115 € etwas darunter, bleibt aber ebenfalls positiv. Analyst Tim Rokossa sieht Fortschritte beim Umbau des Konzerns und geht davon aus, dass sich die Kostensenkungen mit der Zeit stärker in den Zahlen zeigen könnten.
Etwas zurückhaltender ist Bernstein mit einem Kursziel von 100 € und „Market Perform“. Dort sieht man zwar ebenfalls Chancen durch die Veränderungen im Konzern, bleibt bei der Umsetzung aber vorsichtiger.
Im Schnitt liegen die Kursziele damit weiterhin deutlich über dem aktuellen Kurs. Ein großer Teil dieser Erwartungen hängt aber daran, dass Volkswagen nicht nur in Europa Kosten senkt, sondern auch in China wieder besser Fuß fasst. Wenn sich dort langsam eine Stabilisierung zeigt, würde das der gesamten Story rund um die Aktie deutlich helfen.
ℹ️ Volkswagen in Kürze
- Die Volkswagen AG (WKN: 766403) mit Sitz in Wolfsburg ist der nach Umsatz größte und nach Absatz zweitgrößte Fahrzeughersteller der Welt. Zusätzlich zur Kernmarke Volkswagen ist die VW AG auch Muttergesellschaft zahlreicher weiterer Autohersteller, darunter Audi, Lamborghini, Porsche, Seat und Skoda.
- Neben dem Pkw-Bereich gehört auch der Geschäftsbereich Nutzfahrzeuge mit den Unternehmen MAN und Scania zum VW-Konzern. Zudem bietet der Konzern zahlreiche Finanzdienstleistungen an, darunter Finanzierungen und Versicherungen.
- Volkswagen ist Mitglied im deutschen Leitindex DAX und aktuell ca. 40,86 Milliarden € wert.
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Fazit
Volkswagen versucht in China inzwischen deutlich mehr direkt vor Ort zu entwickeln und arbeitet dafür enger mit Partnern wie SAIC und XPeng zusammen. Das ist sinnvoll, weil der Konzern dort zuletzt einiges an Boden verloren hat und schneller werden muss. Die Analysten sehen trotzdem noch ordentlich Luft nach oben, teilweise bis 120 €. Dafür müsste Volkswagen aber zeigen, dass die neue China-Strategie auch wirklich im Geschäft ankommt und nicht nur auf dem Papier gut aussieht.