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Nike-Aktie: Raus aus dem S&P 100 – wie tief geht es noch?

Index-Rückschlag
Bei Nike kommt aktuell einiges zusammen. Der Konzern steckt weiter mitten im Turnaround, China läuft schwach und die Aktie hat in diesem Jahr deutlich verloren. Jetzt folgt auch noch der Rauswurf aus dem S&P 100. Gleichzeitig baut CEO Elliott Hill die Führung weiter um und versucht, Nike über neue Produkte, stärkere Händlerbeziehungen und mehr Kontrolle im China-Geschäft wieder auf Kurs zu bringen.

Nike fliegt aus dem S&P 100

Zum 21. September wird Nike aus dem S&P 100 gestrichen. An die Stelle des Sportartikelkonzerns rückt unter anderem Palo Alto Networks. Nike bleibt zwar weiterhin im deutlich wichtigeren S&P 500, trotzdem ist die Meldung für die Stimmung rund um die Aktie alles andere als schön.

Der Schritt zeigt auch, wie stark Nike an Börsenwert verloren hat. Während große Tech-Konzerne immer weiter gewachsen sind, gehört Nike inzwischen nicht mehr zu den 100 Unternehmen, die S&P für diesen Index auswählt.

Kurzfristig kann die Umstellung zusätzlich für Bewegung sorgen. Fonds und ETFs, die den S&P 100 nachbilden, müssen ihre Zusammensetzung anpassen. Für die langfristige Entwicklung von Nike ändert der Index-Rauswurf zwar nichts am eigentlichen Geschäft, als Signal kommt er aber zu einem ziemlich ungünstigen Zeitpunkt.

Gerade in unsicheren Marktphasen können Dividenden-Aktien als Stabilisator dienen. Diese zehn Dividenden-Titel kombinieren defensiven Charakter mit interessanten Kurschancen.

Neue Führung soll den Turnaround beschleunigen

Parallel dazu baut Nike die Führung weiter um. Jane Ewing übernimmt zum 7. September den neu geschaffenen Posten als Chief Commercial Officer. Sie kommt nach fast 14 Jahren bei Walmart und war zuletzt unter anderem für Sam’s Club China verantwortlich. Bei Nike soll sie künftig den weltweiten Vertrieb sowie Nike Direct führen.

Damit bekommt sie direkt einen Bereich, bei dem Nike aktuell ziemlich unterschiedliche Entwicklungen sieht. Im letzten Quartal stieg der Wholesale-Umsatz um 4% auf 6,6 Milliarden US$, während Nike Direct um 7% auf 4,1 Milliarden US$ zurückging. Das digitale Nike-Geschäft verlor sogar 12%.

Unter dem früheren Management hatte Nike den eigenen Direktvertrieb stark ausgebaut und dabei einige Händlerbeziehungen zurückgefahren. Elliott Hill dreht diesen Kurs inzwischen teilweise wieder um. Der Großhandel bekommt wieder mehr Gewicht und Nike versucht, seine Produkte breiter und gleichzeitig kontrollierter in den Markt zu bringen.

China bleibt das große Problem

Deutlich schwieriger läuft es weiterhin in China. Im letzten Quartal gingen die Umsätze dort währungsbereinigt um 17% zurück. Nike verliert Marktanteile an lokale Marken wie Anta und Li Ning, gleichzeitig machen auch internationale Konkurrenten wie On und Hoka Druck.

Nike reagiert darauf ziemlich deutlich. Ab Januar sollen wichtige Handelspartner Nike-Produkte nicht mehr über ihre eigenen Onlineshops verkaufen. Online will der Konzern stärker über die eigenen Kanäle sowie offizielle Shops bei Tmall, JD.com und Douyin gehen.

Damit soll Nike wieder mehr Kontrolle über Preise, Rabatte und die eigene Marke bekommen. Der Schritt könnte kurzfristig aber Umsatz kosten. BNP Paribas hatte bereits davor gewarnt, dass durch die neue Strategie 500 Millionen bis 1 Milliarde US$ an Verkäufen wegfallen könnten.

ℹ️ Nike in Kürze

  • Nike (WKN: 866993) mit Sitz in Beaverton im US-Bundesstaat Oregon ist der weltweit führende Hersteller von Sportartikeln.
  • Der Erfolg des 1964 gegründeten Unternehmens basiert auf seinen Sportschuhen. Heutzutage vermarktet Nike darüber hinaus ein sehr breites Sortiment an Sport- und Freizeitbekleidung, Sport-Accessoires sowie Uhren und Fitness-Trackern.
  • Der Sportartikelkonzern verkauft seine Ware sowohl über den Groß- und Einzelhandel als auch über eigene Brand-Stores und einen Online-Shop.
  • Nike ist Mitglied in den US-Leitindizes Dow Jones Industrial und S&P 500. In Deutschland ist sie über Tradegate handelbar. Der Marktwert liegt aktuell bei etwa 57 Milliarden US$.

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