Ballard Power-Aktie: Nach Jahren der Krise dreht sich das Bild
GeoPura bringt ein neues Geschäft zu Ballard
Seit dem 28. August gehört das britische Unternehmen GeoPura offiziell zu Ballard Power. Der Kaufpreis liegt zunächst bei 275 Millionen Pfund, weitere 27,5 Millionen Pfund können später hinzukommen, wenn bestimmte finanzielle Ziele erreicht werden.
Der Deal verändert Ballard stärker, als es auf den ersten Blick wirkt. Bisher verdient das Unternehmen vor allem mit Brennstoffzellensystemen für Busse, Züge, Schiffe und stationäre Anwendungen. GeoPura vermietet dagegen komplette wasserstoffbetriebene Stromlösungen und kümmert sich gleichzeitig um Versorgung und Logistik.
Damit kommt ein Geschäft dazu, das regelmäßige und wiederkehrende Einnahmen bringen soll. GeoPura selbst rechnet 2026 mit einem Umsatz von rund 38 Millionen Pfund. Bis 2028 erwartet Ballard außerdem jährliche EBITDA-Synergien von rund 25 Millionen US$.
Ganz ohne Haken läuft die Übernahme natürlich nicht. Ballard zahlt einen Teil des Kaufpreises mit neuen Aktien. Die früheren GeoPura-Eigentümer halten nach Abschluss des Deals rund 14,1% an Ballard. Für bestehende Aktionäre bedeutet das eine entsprechende Verwässerung.
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Bei den Zahlen geht es endlich in die richtige Richtung
Auch das eigentliche Geschäft zeigt Fortschritte. Im zweiten Quartal stieg der Umsatz gegenüber dem Vorjahr um 15% auf rund 21 Millionen US$. Noch wichtiger war aber die Entwicklung bei der Marge. Die Bruttomarge sprang von -8% auf +20%. Gleichzeitig wurden die Betriebskosten kräftig gedrückt.
Der bereinigte EBITDA-Verlust schrumpfte dadurch von 30,6 Millionen auf nur noch 9,8 Millionen US$. Ballard verliert also weiterhin Geld, aber längst nicht mehr so viel wie zuvor. Dazu kommt eine weiterhin ziemlich komfortable Bilanz. Ende Juni lagen noch rund 502 Millionen US$ Cash bereit.
Auch bei den Aufträgen sieht es besser aus. Im zweiten Quartal kamen neue Bestellungen im Wert von 64 Millionen US$ herein. Der gesamte Auftragsbestand stieg dadurch auf rund 157 Millionen US$. Das ist für Ballard momentan wohl die wichtigste Entwicklung. Kostensenkungen allein reichen irgendwann nicht mehr. Jetzt muss auch beim Umsatz mehr kommen und GeoPura soll dabei helfen.
Analysten bleiben noch vorsichtig
Bei den Analysten ergibt sich momentan ein gemischtes Bild. Das durchschnittliche Kursziel liegt bei rund 3,50 US$ und damit deutlich über dem letzten Kurs von etwa 2,24 US$. Rechnerisch wären das noch rund +56%. Trotzdem lautet der Konsens bislang nicht Kaufen. Zwei Analysten raten zum Kauf, zehn zum Halten und drei zum Verkauf.
HSBC ist zuletzt etwas mutiger geworden. Anfang August wurde Ballard von „Hold“ auf „Buy“ hochgestuft. Das Kursziel liegt bei 3,60 US$, womit vom aktuellen Niveau rund +61% drin wären. Die Übernahme von GeoPura war dabei ein wichtiger Grund für die positivere Einschätzung.
Andere Häuser wollen erst mehr sehen. Susquehanna bleibt bei „Hold“ und senkte sein Kursziel zuletzt auf 3,00 US$. Auch TD Cowen sieht die Aktie bei 3,00 US$ und bleibt neutral. Damit ist die Lage ziemlich klar. Die Analysten sehen durchaus Kurspotenzial, wollen aber erst sehen, ob Ballard seine besseren Margen halten und GeoPura erfolgreich integrieren kann.
ℹ️ Ballard Power in Kürze
- Ballard Power Systems (WKN: A0RENB) ist ein kanadischer Hersteller von Brennstoffzellen mit Sitz in Burnaby bei Vancouver.
- Kerngeschäftsfeld ist die Entwicklung und Herstellung von Brennstoffzellen für den Einsatz in Fahrzeugen.
- Die Wasserstoffantriebe der Kanadier kommen in Bussen, Zügen, Schiffen, Gabelstaplern und Baumaschinen zur Anwendung.
- Darüber hinaus produziert Ballard Power Notstromversorgungsmodule, die etwa in Mobilfunkbasisstationen zum Einsatz kommen.
- Ballard Power notiert an der Toronto Stock Exchange und der Nasdaq und ist derzeit ca. 675 Millionen US$ wert.
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Fazit
Bei Ballard hat sich zuletzt einiges verbessert. Die Verluste gehen zurück, die Bruttomarge ist wieder positiv und auch der Auftragseingang zieht an. Mit GeoPura kommt nun ein Geschäft dazu, das Ballard mehr wiederkehrende Umsätze bringen soll. Für die große Wende muss daraus jetzt aber auch dauerhaft mehr Umsatz und irgendwann Gewinn werden. Gelingt das, könnten die aktuellen Analystenziele wieder erreichbar werden. Bis dahin bleibt Ballard eine Turnaround-Story, bei der nach vielen schwierigen Jahren zumindest wieder mehr in die richtige Richtung läuft.