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BioNTech-Aktie: Diese Daten könnten die Wende bringen

Nächster Härtetest
Bei BioNTech geht es derzeit ordentlich hin und her. Erst sprang die Aktie nach positiven Krebsimpfstoff-Daten von Moderna kräftig nach oben, dann folgte mit dem Abbruch einer eigenen Darmkrebsstudie der nächste Rückschlag. Jetzt stabilisiert sich der Kurs wieder um 102 US$. Gleichzeitig stehen bereits die nächsten wichtigen Daten aus der Krebs-Pipeline vor der Tür.

Rückschlag bei Krebsstudie sorgt für Unsicherheit

Am vergangenen Freitag musste BioNTech einen Dämpfer hinnehmen. Gemeinsam mit Genentech beendet das Unternehmen eine Phase-2-Studie mit der personalisierten mRNA-Krebsimmuntherapie Autogene Cevumeran bei Darmkrebs. Ein unabhängiges Kontrollgremium kam zu dem Ergebnis, dass eine Fortsetzung der Studie wahrscheinlich keinen ausreichenden Nutzen beim Gesamtüberleben zeigen würde. Zusätzlich wurde eine numerische Ungleichheit bei den Todesfällen zwischen den Gruppen beobachtet. Die BioNTech-Aktie verlor daraufhin rund -7,5%.

Der Rückschlag trifft BioNTech an einer empfindlichen Stelle. Der Konzern will sich nach dem Corona-Boom zunehmend zu einem breit aufgestellten Krebsmedikamenten-Unternehmen entwickeln. Entsprechend stark reagiert die Aktie mittlerweile auf klinische Daten. Wie schnell sich die Stimmung drehen kann, hatte sich nur wenige Tage zuvor gezeigt.

Nach positiven Phase-3-Daten von Moderna und Merck für einen personalisierten mRNA-Krebsimpfstoff war BioNTech zeitweise um rund +20% nach oben gesprungen. Die Ergebnisse wurden am Markt auch als Bestätigung dafür gesehen, dass mRNA-Technologie grundsätzlich in der Krebsbehandlung funktionieren kann.

Der Studienabbruch bei BioNTech bedeutet allerdings nicht, dass die komplette Krebsstrategie gescheitert ist. Autogene Cevumeran wird unter anderem bei Bauchspeicheldrüsenkrebs weiter untersucht. Gleichzeitig setzt BioNTech inzwischen deutlich stärker auf bispezifische Antikörper und Antikörper-Wirkstoff-Konjugate.

 

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Die Zahlen zeigen den laufenden Umbau

Finanziell ist BioNTech noch stark vom Rückgang des Corona-Geschäfts geprägt. Im zweiten Quartal sank der Umsatz von 260,8 Millionen auf nur noch 105,6 Millionen €. Das entspricht einem Rückgang von rund 59,5%.

Gleichzeitig weitete sich der Nettoverlust von 386,6 Millionen auf 820,8 Millionen € aus und hat sich damit mehr als verdoppelt. Im gesamten ersten Halbjahr steht bereits ein Verlust von rund 1,35 Milliarden €.

Auch die Umsatzprognose wurde zuletzt gesenkt. Statt 2,0 bis 2,3 Milliarden € erwartet BioNTech für 2026 nur noch 1,6 bis 1,9 Milliarden €. Gemessen am Mittelpunkt der Prognose entspricht das einer Kürzung von rund 19%. Hauptgründe sind die schwächere Nachfrage nach COVID-19-Impfstoffen und verschobene Meilensteinzahlungen.

Finanziell kann sich BioNTech diesen Umbau allerdings weiterhin leisten. Ende Juni verfügte der Konzern über 16,6 Milliarden € an Zahlungsmitteln, Zahlungsmitteläquivalenten und liquiden Wertpapieren. Gleichzeitig laufen mittlerweile 14 zulassungsrelevante klinische Studien.

Schon im September kommen die nächsten wichtigen Daten

Lange müssen Anleger nicht auf neue Impulse warten. Vom 12. bis 15. September findet in Seoul die World Conference on Lung Cancer statt. BioNTech will dort neue Daten aus mehreren wichtigen Krebsprogrammen vorstellen. Besonders interessant werden erstmals Daten zur Kombination von Pumitamig und Elfetabart Drozuntecan bei Lungenkrebs. Pumitamig gehört inzwischen zu den wichtigsten Hoffnungsträgern des Unternehmens und wird gemeinsam mit Bristol Myers Squibb entwickelt.

Zusätzlich präsentiert BioNTech aktualisierte Überlebensdaten zu Gotistobart. Insgesamt umfasst das Lungenkrebsprogramm mittlerweile mehr als 16 laufende klinische Studien, darunter fünf Phase-3-Studien. Damit bekommt die Aktie bereits in wenigen Tagen den nächsten größeren Test. Gute Daten könnten den jüngsten Rückschlag schnell wieder in den Hintergrund rücken. Enttäuschungen dürften bei einer Biotech-Aktie wie BioNTech allerdings genauso schnell für neue Volatilität sorgen.

Im Chart wartet bei 92 US$ eine starke Unterstützung

Charttechnisch rückt nach dem jüngsten Rücksetzer zunächst die Zone um 100 US$ in den Fokus. Hier findet die BioNTech-Aktie aktuell eine erste Unterstützung. Sollte dieser Bereich nicht halten, wird vor allem die Marke um 92 US$ interessant. Dort liegt der Point of Control im gezeigten Volumenprofil. In diesem Bereich wurde besonders viel Volumen umgesetzt, weshalb die Zone bei einem weiteren Rücksetzer als starke Unterstützung dienen könnte.

Auf der Oberseite bleibt zunächst die Zone um 110 US$ im Weg. Dort ist die Aktie zuletzt mehrfach abgeprallt. Gelingt diesmal der Ausbruch, wäre zunächst Platz bis 117 US$ und anschließend bis 120 US$.

BioNTech-Aktie

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ℹ️ BioNTech in Kürze

  • BioNTech (WKN: A2PSR2) ist ein deutsches Biotech-Unternehmen mit Sitz in Mainz, das auf die Entwicklung und Herstellung patientenspezifischer aktiver Immuntherapien zur Behandlung von Krebs und Infektionskrankheiten fokussiert ist.
  • In den letzten Jahren wurde das Unternehmen durch seinen Impfstoff gegen das Coronavirus (Covid-19) weltbekannt und entwickelte sich zu einem Milliardenkonzern.
  • An der Börse ist BioNTech derzeit mit rund 25,5 Milliarden US$ bewertet.

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Fazit

BioNTech bleibt eine Wette auf den Erfolg der Krebs-Pipeline. Der Abbruch der Darmkrebsstudie ist ein Rückschlag, ändert aber noch nichts daran, dass mehrere wichtige Programme weit fortgeschritten sind und BioNTech finanziell weiterhin sehr stark aufgestellt ist. Jetzt rücken vor allem die neuen Krebsdaten im September in den Fokus. Fallen diese überzeugend aus, könnte die Stimmung schnell wieder drehen. Charttechnisch bleibt bei einem weiteren Rücksetzer vor allem der Point of Control um 92 US$ eine spannende Unterstützungszone.