Nordex-Aktie nach -31%: Wie tief geht es noch?
Starke Zahlen helfen dem Kurs nicht
An der operativen Entwicklung liegt die Kursschwäche kaum. Im zweiten Quartal steigerte Nordex den Umsatz um +16,3% auf rund 2,2 Milliarden €, während sich das EBITDA auf 223,8 Millionen € mehr als verdoppelte. Die Marge sprang von 5,8 auf 10,3% und der Auftragseingang legte um +32,2% auf 3,1 GW zu. Für das Gesamtjahr hält der Windkraftanlagenbauer an seiner Prognose von 8,2 bis 9,0 Milliarden € Umsatz und einer EBITDA-Marge zwischen 8 und 11% fest.
Warum die Aktie dennoch schwächelt, hat mein Kollege Alexander Hirschler gestern in seiner Einordnung zur Frage nach einem gesunden Rücksetzer oder einer größeren Trendwende beleuchtet. Neben Gewinnmitnahmen nach der außergewöhnlichen Rally sorgen vor allem politische Unsicherheiten rund um den weiteren Windkraftausbau für Zurückhaltung. Gleichzeitig gehen auch die Analystenmeinungen deutlich auseinander, während der hohe Auftragsbestand von rund 17 Milliarden € die langfristige Visibilität weiterhin stützt.
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Quelle Chart: stock3
Der Bruch der Unterstützung bei 37,72 € verschärft das kurzfristige Chartbild nochmals. Solange diese Marke nicht zurückerobert wird, favorisiere ich eine Fortsetzung der Korrektur. Zunächst dürfte dabei 32,53 € in den Fokus rücken, bevor die wesentlich interessantere Auffangzone um 30,70 € erreicht werden könnte. Dort wäre aus meiner Sicht erstmals wieder mit einer kräftigeren Gegenbewegung zu rechnen. Fällt allerdings auch diese Unterstützung, würde sich das Abwärtspotenzial bis 25,66 € ausdehnen.
Für eine vorzeitige Trendwende müssen die Käufer dagegen deutlich mehr leisten als nur eine kurzfristige Stabilisierung. Entscheidend wäre zunächst die Rückeroberung von 41,34 € und anschließend der Bruch der seit dem April-Hoch fallenden Abwärtstrendlinie. Gelingt dieser Befreiungsschlag, könnte sich das Bild wieder zugunsten der Bullen drehen und 49 beziehungsweise das Rekordhoch bei 51,70 € auf die Agenda rücken.
ℹ️ Nordex in Kürze
- Die Nordex SE (WKN: A0D655) mit Sitz in Hamburg entwickelt und produziert Onshore-Windkraftanlagen (für den Betrieb an Land). Außerdem ist Nordex in der Planung von Windparks bis zu deren schlüsselfertiger Errichtung tätig.
- Neben der Hauptproduktionsstätte in Rostock fertigt das Unternehmen an weiteren Standorten in Deutschland, Brasilien, Indien, Mexiko und Polen.
- Insgesamt installierte Nordex bislang Windenergieanlagen in über 40 Ländern mit einer Leistung von ca. 51 Gigawatt.
- Nordex im Mitglied im MDAX und TecDAX und an der Börse ca. 8,6 Milliarden € wert.
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Fazit
Die Nordex-Aktie hat mit dem Fall unter 37,72 € das nächste technische Warnsignal geliefert. Trotz starker Geschäftszahlen bleibt deshalb zunächst die Unterseite zu favorisieren. Mein bevorzugter Fahrplan führt über 32,53 € bis in die Zone um 30,70 €, wo sich eine neue Einstiegschance ergeben könnte. Erst oberhalb von 41,34 € und der fallenden Abwärtstrendlinie wäre die laufende Korrektur aus meiner Sicht nachhaltig entschärft.
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