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Commerzbank-Aktie: Beginnt jetzt das Endspiel?

Gespräch mit Bund
Die Commerzbank-Aktie konnte im August weiter zulegen. Am Donnerstag notiert sie aktuell bei 40,10 €. Damit liegt der Kurs nur knapp unter dem Mehrjahreshoch von etwa 40,70 €. Nun steht ein Treffen zwischen Finanzminister Lars Klingbeil und UniCredit-CEO Andrea Orcel an. Hier stellt sich die Frage: Was ist von diesem Gespräch zu erwarten?

Bund bereit zu Gesprächen

Lange Zeit lehnte der Bund als zweitgrößter Anteilseigner mit rund 12% eine Übernahme der Commerzbank ab. Dabei wurde immer wieder darauf verwiesen, dass die Vorgehensweise der UniCredit nicht akzeptabel sei.

Weitere Bedenken betreffen die Sicherstellung der Finanzierung des Mittelstands, den Schutz der Beschäftigten sowie die Bedeutung der Commerzbank für den Finanzplatz Frankfurt.

Mit der Erhöhung ihres Anteils auf knapp 50% kontrolliert die italienische Großbank UniCredit das Frankfurter Institut faktisch. Bei Hauptversammlungen dürfte sie damit einen erheblichen Einfluss besitzen.

Finanzminister Lars Klingbeil hat UniCredit-CEO Andrea Orcel nun zu einem persönlichen Gespräch eingeladen. Laut einer dpa-Meldung soll dieses am 14. September im Bundesfinanzministerium stattfinden.

Gegenstand des Gesprächs dürfte vor allem sein, in einen direkten Austausch zu kommen und die Position der Bundesregierung darzulegen. Sollte sich die UniCredit gegenüber den Interessen des Bundes offen zeigen und entsprechende Lösungen anbieten, könnte dies eine Übernahme beschleunigen.

Gleichzeitig wurde darauf verwiesen, dass auch zwischen den beiden Banken konstruktive Gespräche notwendig seien. Bisher zeigte die UniCredit nur wenig Bereitschaft, intensive Verhandlungen mit dem Management um Commerzbank-Chefin Bettina Orlopp aufzunehmen.

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Mögliche Szenarien einer Übernahme

Ursprünglich stand vor allem ein Zusammenschluss der UniCredit-Tochter HypoVereinsbank (HVB) mit der Commerzbank im Raum. Andrea Orcel zeigte sich in diesem Zusammenhang grundsätzlich gesprächsbereit, hält einen vollständigen Zusammenschluss jedoch möglicherweise erst in einigen Jahren für sinnvoll.

Bis dahin könnte die Commerzbank zunächst unter ihrem eigenen Namen und mit ihrem bestehenden Filialnetz weitergeführt werden. Sollte es später zu einem Zusammenschluss kommen, stellt sich die Frage nach dem Hauptsitz der neuen Gesellschaft.

Die HVB hat ihren Sitz in München, die Commerzbank in Frankfurt. Hier könnte Frankfurt durchaus den Vorzug erhalten.

Auch die Finanzierung des Mittelstands dürfte weiterhin sichergestellt bleiben. Sowohl die HVB als auch die Commerzbank sind wichtige und etablierte Partner des deutschen Mittelstands.

Bei der Beschäftigungssituation könnten vor einem Zusammenschluss ebenfalls Vereinbarungen getroffen werden. Denkbar wäre beispielsweise ein zeitlich begrenzter Kündigungsschutz. Allerdings könnte es indirekt zu einem Stellenabbau kommen, etwa durch einen Einstellungsstopp. Orcel hat zudem angekündigt, die Führungsebene deutlich verkleinern zu wollen.

Damit könnten wesentliche Bedingungen der Bundesregierung grundsätzlich erfüllt werden. Selbst eine Beteiligung des Bundes könnte möglicherweise zunächst bestehen bleiben.

Bewertung

Im Kern geht es aus meiner Sicht nicht mehr darum, ob eine Übernahme erfolgt, sondern vielmehr darum, wie diese umgesetzt wird.

Eine wichtige Voraussetzung bleibt allerdings, dass erfolgreiche Gespräche zwischen den beiden Banken geführt werden. Bisher bemängelte die Commerzbank, dass die UniCredit noch kein schlüssiges Konzept für einen möglichen Zusammenschluss vorgelegt habe.

Ob es im Zuge einer möglichen Übernahme zu einer Erhöhung des Angebotspreises kommt, bleibt hingegen fraglich.

ℹ️ Commerzbank in Kürze

  • Die Commerzbank (WKN: CBK100) ist eine Universalbank mit Sitz in Frankfurt am Main. Gemessen an der Bilanzsumme ist sie das viertgrößte Geldhaus Deutschlands.
  • Das Bankinstitut betreut rund elf Millionen Privat- und Firmenkunden in Deutschland und Europa und besitzt mit rund 400 Filialen eines der dichtesten Filialnetze aller deutschen Privatbanken.
  • Die Aktie ist im DAX gelistet, an der Börse ist die Commerzbank derzeit aktuell mit 43,4 Milliarden € bewertet.

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Fazit

Mit der Bereitschaft des Bundes zu Gesprächen tritt die mögliche Übernahme der Commerzbank in eine neue Phase. Damit wird sie aus meiner Sicht zunehmend wahrscheinlicher.

Ein Einstieg auf dem aktuellen Kursniveau erscheint mir jedoch nicht mehr besonders attraktiv. Anleger, die bereits investiert sind, können weiterhin abwarten.

Für die Aktie spricht nach wie vor die aktuelle Dividendenrendite von rund 2,7 %. Zudem besteht die Möglichkeit, dass die Dividende künftig weiter angehoben wird.

Ergänzend sei erwähnt: Gerade in unsicheren Marktphasen können Dividenden-Aktien als Stabilisator dienen. Diese zehn Titel kombinieren defensiven Charakter mit interessanten Kurschancen – eine Kombination, die aktuell selten geworden ist.