PayPal-Aktie -15%: Übernahme geplatzt — jetzt schnell kaufen?
Die Kaufinteressenten ziehen sich zurück
Es ist eine Nachricht, die PayPal-Aktionären gar nicht schmecken dürfte. Das Konsortium aus dem Finanzdienstleister Stripe und dem Finanzinvestor Advent International hat seine Übernahmepläne für PayPal vollständig zurückgezogen.
Eine offizielle Begründung für den Abbruch der Gespräche zwischen den beiden Parteien gibt es nicht. Spekulationen zufolge konnten sich Stripe und Advent nicht mit PayPal über einen akzeptablen Kaufpreis einigen.
Das Angebot des Konsortiums lag bei 60,50 US$ je Aktie, was einer Gesamtbewertung von ca. 53 Milliarden US$ entsprochen hätte. Das war der PayPal-Führung offenbar zu wenig. Zudem existierten aufseiten des Zahlungsdienstleisters Medienberichten zufolge Bedenken wegen regulatorischer Hürden und Finanzierungsrisiken.
Ob Advent und Stripe ihre Angebot in den kommenden Wochen noch einmal überarbeiten werden, ist völlig unklar. Genauso unklar ist, ob möglicherweise ein anderer Bieter seinen Hut mit einem höheren Übernahmeangebot für PayPal in den Ring werfen wird.
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Bald wieder unter 50 US$?
Die PayPal-Aktie ist in den letzten Wochen auf den Kurs des kolportierten Übernahmeangebots gestiegen. Durch den heutigen Crash bricht sie wieder auf knapp über 50 US$ ein. Sollte der Widerstand bei 50 US$ nicht halten, drohen wieder Kurse von rund 45 US$.
Wie es nun weitergeht
Das PayPal-Management scheint davon überzeugt zu sein, alleine in eine bessere Zukunft zu steuern als in einem Zusammenschluss mit einem anderen Finanzdienstleister. Ich habe da so meine Zweifel.
PayPal ist keine Wachstumsgeschichte mehr. Im abgelaufenen zweiten Quartal ist der Umsatz um 5% gegenüber dem Vorjahr gestiegen. Mit diesem Wachstum muss man auch im Gesamtjahr 2026 rechnen. 2027 wird es möglicherweise einen kleinen Wachstumsschub auf 7% geben.
Bei der operativen Gewinnmarge sehe ich auch nur noch wenig Potenzial. Sie ist mit knapp 20% bereits ziemlich hoch für einen Zahlungsdienstleister.
PayPal ist zwar nach wie vor Marktführer im Bereich der globalen Online Payments, aber dieser Markt ist seit Jahren extrem wettbewerbsintensiv. Neben den großen Konkurrenten Adyen und Stripe gibt es zahlreiche mittelgroße Wettbewerber. Hinzu kommt, dass große Technologiekonzerne wie Alibaba, Amazon, Alphabet und Apple seit Jahren mit Macht in das Segment der Zahlungsabwicklungen eindringen.
Dieser beinharte Wettbewerb beschränkt das Wachstum und vor allem die Margen von PayPal. Daran wird sich in den kommenden Jahren nichts ändern.
Vor diesem Hintergrund ist mir die Bewertung der PayPal-Aktie mit einem Forward-KGV von 12 zu ambitioniert. Viele Anleger machen meiner Meinung nach den Fehler und schauen bei PayPal auf den Langfristchart. Ja, vor fünf Jahren war das Unternehmen fast sechsmal so viel wert. Diese Zeiten werden aber nie wieder zurückkehren.
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ℹ️ PayPal in Kürze
- PayPal (WKN: A14R7U) betreibt den weltweit bekanntesten Online-Bezahldienst. Im letzten Quartal nutzten über 420 Millionen Verbraucher weltweit den Service für Online-Überweisungen und die Bezahlung von Rechnungen im Internet.
- Das Unternehmen mit Sitz in San José im US-Bundestaat Kalifornien ist Teil des Nasdaq 100 und des S&P 500 Index.
- PayPal ist Mitglied im S&P 500 und rund 53 Milliarden US$ wert.
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Fazit
Ich sehe derzeit keine starken Kurskatalysatoren für die PayPal-Aktie. Die Tatsache, dass bislang kein weiteres Übernahmeangebot neben dem von Advent und Stripe auf dem Tisch liegt, macht mich stutzig.
Sie zeigt mir, dass das Interesse des Marktes an einem Erwerb von PayPal sehr begrenzt ist. Wettbewerber werden ihre guten Gründe dafür haben.