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Nvidia-Aktie: Dieser Ausblick überrascht selbst die Wall Street

Die Erwartungen werden gesprengt
Nvidia hat die Erwartungen erneut deutlich geschlagen und seinen Quartalsumsatz innerhalb eines Jahres mehr als verdoppelt. Noch mehr Aufmerksamkeit bekommt aber der neue Ausblick. Denn beim Wachstum scheint vorerst kein Ende in Sicht.

Nvidia knackt schon fast die 100-Milliarden-Marke

Bei Nvidia sind mittlerweile selbst ziemlich hohe Erwartungen offenbar noch nicht hoch genug. Im vergangenen Quartal setzte der Chipkonzern 96,2 Milliarden US$ um und damit 106% mehr als noch vor einem Jahr. Analysten hatten im Schnitt lediglich mit rund 92,3 Milliarden US$ gerechnet.

Auch beim Gewinn fiel die Überraschung deutlich aus. Bereinigt verdiente Nvidia 2,22 US$ je Aktie, während an der Wall Street lediglich rund 2,09 US$ erwartet worden waren. Der Nettogewinn erreichte 59,7 Milliarden US$ und hat sich damit innerhalb eines Jahres mehr als verdoppelt.

Dabei muss man sich die Dimension langsam wirklich einmal vor Augen führen. Nvidia steht inzwischen kurz davor, 100 Milliarden US$ Umsatz innerhalb eines einzigen Quartals zu erzielen und wächst trotzdem noch dreistellig.

Der Grund dafür ist weiterhin derselbe, nur wird das Geschäft immer größer. Unternehmen stecken enorme Summen in neue KI-Rechenzentren und ein großer Teil dieser Infrastruktur läuft auf Nvidia-Technologie.

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Das Rechenzentrumsgeschäft wird immer größer

Deutlich sieht man das beim Data-Center-Geschäft. Hier kamen im vergangenen Quartal 89 Milliarden US$ Umsatz zusammen. Gegenüber dem Vorjahr entspricht das einem Wachstum von 117%. Vor gerade einmal einem Jahr war dieses Geschäft also nicht einmal halb so groß.

Und ausgerechnet jetzt beginnt bereits der nächste Produktzyklus. Die neue Vera-Rubin-Plattform läuft laut Nvidia inzwischen in die volle Produktion. Erste Systeme befinden sich bereits bei großen Cloud-Anbietern und sollen dort die nächste Generation der KI-Infrastruktur antreiben.

Für Nvidia ist das ziemlich wichtig. Blackwell hat das Wachstum der vergangenen Quartale getragen und bevor dieser Zyklus überhaupt richtig ausläuft, steht mit Rubin bereits die nächste Generation bereit.

Jensen Huang sieht deshalb momentan auch wenig Anzeichen dafür, dass die Nachfrage plötzlich nachlässt. Im Gegenteil: Nvidia kann weiterhin nicht alle Bestellungen bedienen und geht davon aus, dass die Nachfrage das verfügbare Angebot vorerst übersteigt.

Auch die Neoclouds werden für Nvidia immer wichtiger

Neben Microsoft, Amazon oder Google gibt es mittlerweile noch eine zweite Kundengruppe, die für Nvidia immer wichtiger wird. Sogenannte Neoclouds wie CoreWeave, Nebius oder IREN bauen speziell für KI-Anwendungen riesige Rechenzentren auf und bestellen dafür entsprechend viele Nvidia-Chips.

Wie schnell dieses Geschäft wächst, wurde im Earnings Call ziemlich deutlich. Nvidias Umsatz im Bereich AI Enterprise Infrastructure, zu dem auch das Geschäft mit den Neocloud-Anbietern gehört, ist zuletzt um 138% auf rund 40 Milliarden US$ gestiegen. Gleichzeitig erwartet Nvidia, dass die Kapazitäten seiner Neocloud-Partner im laufenden Jahr auf rund 8 Gigawatt steigen.

Das ist auch deshalb wichtig, weil immer wieder die Frage aufkommt, wie lange die großen Hyperscaler ihre enormen KI-Investitionen noch weiter hochfahren können. Nvidia hängt mittlerweile eben nicht mehr nur an einer Handvoll großer Tech-Konzerne. Mit den Neoclouds kommt eine weitere Gruppe hinzu, die momentan ebenfalls ziemlich aggressiv neue Rechenleistung aufbaut.

Die Nvidia-Aktie reagiert trotzdem erstmal verhalten

Bei all den starken Zahlen könnte man eigentlich erwarten, dass die Nvidia-Aktie direkt deutlich nach oben springt. Das passierte nach Veröffentlichung der Zahlen aber zunächst nicht.

Die Aktie fiel nachbörslich zeitweise um rund -5%, obwohl sowohl Umsatz und Gewinn als auch der Ausblick über den Erwartungen lagen. Erst während des Earnings Calls drehte die Stimmung und die Aktie lag zwischenzeitlich sogar rund +5% im Plus. Besonders die Aussicht auf etwa 70% Umsatzwachstum im übernächsten Geschäftsjahr sorgte für neuen Optimismus.

Dass Anleger nach starken Nvidia-Zahlen erstmal verkaufen, ist mittlerweile allerdings nichts komplett Neues mehr. Nach den vergangenen vier Quartalsberichten reagierte die Aktie jeweils negativ, obwohl Nvidia die Erwartungen regelmäßig schlagen konnte.

Das zeigt ganz gut, wie hoch die Messlatte mittlerweile liegt. Bei Nvidia reicht es längst nicht mehr, einfach nur bessere Zahlen als erwartet vorzulegen. Der Markt rechnet praktisch schon damit. Anleger wollen zusätzlich einen Ausblick sehen, der selbst die ohnehin hohen Erwartungen noch einmal übertrifft.

Das erklärt auch die ziemlich wilde Reaktion gestern Abend. Die 96,2 Milliarden US$ Umsatz und der Ausblick auf 108 Milliarden US$ waren stark, aber offenbar noch nicht genug für den ganz großen Wow-Effekt. Erst als Nvidia im Call deutlich machte, dass selbst im übernächsten Geschäftsjahr noch ungefähr 70% Wachstum möglich sein sollen, drehte die Aktie deutlich nach oben.

ℹ️ Nvidia Corporation in Kürze

  • Die Nvidia Corporation (WKN: A1K023) ist einer der weltweit größten Entwickler von Grafikprozessoren und Chipsätzen.
  • Die Chips und Prozessoren des Konzerns kommen in Personal Computern, Spielekonsolen, Rechenzentren und autonom fahrenden Autos zum Einsatz.
  • Das in Santa Clara im US-Bundesstaat Kalifornien beheimatete Unternehmen ist Marktführer im Bereich Hochleistungschips für Anwendungen auf Basis künstlicher Intelligenz.
  • Nvidia ist Mitglied in den US-Indizes Nasdaq 100, S&P 500 und Dow Jones und ist aktuell mit rund 5,07 Billionen US$ das wertvollste Unternehmen der Welt.

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Fazit

Nvidia hat mit den Zahlen erneut gezeigt, wie viel Schwung weiterhin im KI-Geschäft steckt. 96,2 Milliarden US$ Umsatz, ein stark wachsendes Data-Center-Geschäft und der Ausblick auf bereits 108 Milliarden US$ im kommenden Quartal sprechen eine ziemlich klare Sprache. Die Aussagen im Earnings Call kamen bei Anlegern gut an und ließen die Aktie nach anfänglicher Zurückhaltung zeitweise um mehr als +5% steigen. Die starke Nachfrage der Neoclouds und das erwartete Wachstum zeigen dabei, dass Nvidia bislang kaum Anzeichen für eine größere Abkühlung des KI-Booms sieht.