SpaceX-Aktie: Was Elon Musk hier plant ist kaum zu glauben
SpaceX baut einen Weltraumbahnhof für 100 Milliarden Dollar
SpaceX will in Louisiana einen neuen Weltraumbahnhof bauen und dafür 100 Milliarden US$ investieren. Auf rund 125.000 Acres soll mit der „Starbase Louisiana“ der bislang größte Standort des Unternehmens entstehen. Der Baubeginn ist für 2027 geplant und bereits 2029 soll dort das erste Starship abheben.
Ein paar zusätzliche Startrampen reichen für das, was SpaceX dort vorhat, allerdings nicht aus. Geplant ist vielmehr eine Art eigene kleine Stadt für das Starship-Programm. Auf dem Gelände sollen Treibstoff produziert und Strom erzeugt werden, dazu kommen Anlagen für die Verarbeitung der Raketen, ein Tiefwasserhafen und sogar ein eigener Flughafen.
Langfristig sollen von Louisiana aus Tausende Starship-Flüge pro Jahr möglich werden. Das klingt erstmal völlig verrückt, passt aber ziemlich gut zu dem, was Elon Musk in den kommenden Jahren mit SpaceX vorhat. Starship soll schließlich nicht nur Menschen zum Mond und irgendwann zum Mars bringen, sondern auch immer größere Mengen an Satelliten in den Orbit transportieren. Und damit wird langsam auch klar, warum SpaceX überhaupt einen Weltraumbahnhof in dieser Größenordnung braucht.
Starlink ist längst zu einem Milliardengeschäft geworden
Das Geld für solche Projekte kommt mittlerweile zu einem großen Teil aus Geschäften, die vor einigen Jahren selbst noch Zukunftsmusik waren. SpaceX setzte im zweiten Quartal 7,8 Milliarden US$ um und damit rund 92% mehr als ein Jahr zuvor. Allein der Bereich Connectivity, zu dem Starlink gehört, brachte rund 4,3 Milliarden US$ ein. Die Zahl der Starlink-Kunden hat sich innerhalb eines Jahres von 6 auf rund 12 Millionen verdoppelt.
Dazu wächst bei SpaceX mittlerweile noch ein zweites Geschäft ziemlich schnell. Mit der Bereitstellung von Rechenleistung erzielte die KI-Sparte im vergangenen Quartal bereits 2,6 Milliarden US$ Umsatz. Ein Jahr zuvor spielte dieser Bereich noch eine deutlich kleinere Rolle.
Damit verändert sich auch die Geschichte hinter SpaceX immer mehr. Raketen bleiben natürlich das Fundament, doch mit Starlink und dem KI-Geschäft entstehen daneben Geschäftsbereiche, die selbst Milliardenumsätze liefern können. Unter dem Strich schrieb SpaceX im zweiten Quartal allerdings weiterhin einen Verlust von 541 Millionen US$. Ein Jahr zuvor waren es noch etwas mehr als eine Milliarde US$ gewesen.
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Ohne Starship funktionieren die großen Pläne kaum
An dieser Stelle kommt Starship wieder ins Spiel. Für die nächsten Generationen der Starlink-Satelliten braucht SpaceX deutlich mehr Transportkapazität und langfristig soll die Rakete vollständig wiederverwendbar werden. Je häufiger dieselbe Hardware erneut eingesetzt werden kann, desto günstiger könnte jeder einzelne Flug werden.
Beim 13. Testflug im Juli gelang dabei ein wichtiger Schritt. Erstmals setzte Starship 20 Starlink-V3-Satelliten aus und das Raumschiff selbst überstand den Flug bis zur kontrollierten Wasserung im Indischen Ozean. Beim Super-Heavy-Booster lief dagegen noch nicht alles nach Plan. Beim Landemanöver zündeten nur fünf der vorgesehenen 13 Triebwerke.
Daran sieht man aber auch, wo SpaceX momentan steht. Starship funktioniert bereits weit genug, um echte Nutzlasten ins All zu bringen, von einem komplett routinierten und vollständig wiederverwendbaren System ist man aber noch entfernt. Für die Bewertung der SpaceX-Aktie dürfte dieser Punkt in den kommenden Jahren ziemlich wichtig werden. Wenn Starship irgendwann tatsächlich in hoher Frequenz fliegen kann, würden nicht nur klassische Raketenstarts günstiger. SpaceX könnte damit auch den Ausbau seiner eigenen Geschäftsbereiche massiv beschleunigen.
Musk denkt längst über Starlink hinaus
Und hier werden die Pläne noch einmal eine Nummer größer. SpaceX möchte künftig nicht nur Internet-Satelliten ins All bringen, sondern arbeitet auch an orbitaler Infrastruktur für künstliche Intelligenz. Für solche Pläne wären riesige Mengen an Satelliten notwendig und dafür braucht es wiederum Starship und deutlich mehr Startkapazität. Der neue Standort in Louisiana soll laut SpaceX neben Starship-Missionen auch die geplante Satelliteninfrastruktur für KI unterstützen.
Plötzlich hängen also mehrere Teile der SpaceX-Geschichte zusammen. Starlink bringt immer mehr Geld rein, Starship soll die Kosten für den Transport ins All drücken und neue Startanlagen sollen dafür sorgen, dass deutlich häufiger geflogen werden kann. Daraus könnten später wiederum ganz neue Geschäftsbereiche entstehen.
Auf dem Papier klingt das ziemlich stark. SpaceX muss diese Pläne aber erstmal umsetzen und da liegt auch das Risiko. Ein 100-Milliarden-US$-Projekt ist eine gewaltige Investition und bei Starship gibt es technisch weiterhin einiges zu lösen. Hinzu kommen Genehmigungen und mögliche Umweltauflagen rund um den neuen Standort.
ℹ️ Space Exploration Technologies Corp. in Kürze
- SpaceX ist ein führendes privates Raumfahrtunternehmen mit dem Ziel, die Raumfahrt durch kostengünstige Raketen zu revolutionieren. Mittlerweile sind viele Raketenteile wiederverwendbar, somit wurde die Raumfahrt wesentlich preiswertet.
- Das Unternehmen wurde 2002 von Elon Musk gegründet und entwickelte sich zu einem der führenden Weltraumunternehmen der Welt. Der Konzern gliedert sich in die Sparten Raumfahrt, und Satelliten, verbunden mit Starlink sowie neuerdings in die KI-Sparte xAI.
- Die Aktie wird an der Nasdaq gelistet. Der Unternehmenswert liegt bei etwa 1,85 Billionen US$.
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Fazit
Bei SpaceX geht es mittlerweile um deutlich mehr als Raketenstarts. Starlink wächst kräftig, das KI-Geschäft bringt bereits Milliarden ein und mit Starship soll die Grundlage für die nächste Ausbaustufe geschaffen werden. Der neue Weltraumbahnhof für 100 Milliarden US$ zeigt ziemlich deutlich, welche Dimensionen Musk mittlerweile im Kopf hat. Jetzt muss SpaceX allerdings beweisen, dass Starship irgendwann auch zuverlässig und oft genug fliegt, damit aus diesen gewaltigen Plänen ein ebenso großes Geschäft werden kann.