Netflix-Aktie: Ben-Graham-Formel zeigt über 90 US$!
Wachstum verlangsamt sich
Netflix steigerte den Umsatz im zweiten Quartal um 13,4% auf 12,56 Milliarden US$. Das operative Ergebnis legte um 11% auf 4,19 Milliarden US$ zu. Unter dem Strich verdiente der Streaming-Konzern 3,40 Milliarden US$ beziehungsweise 0,80 US$ je Aktie.
Die operative Marge fiel leicht von 34,1 auf 33,4%. Für das Gesamtjahr erwartet Netflix jedoch weiterhin eine Verbesserung von 29,5 auf 31,5%. Der Umsatz soll um 13 bis 14% auf 51,0 bis 51,4 Milliarden US$ wachsen, während das operative Ergebnis voraussichtlich um mehr als 20% steigt.
Der wichtigste zusätzliche Wachstumstreiber ist das Werbegeschäft. Hier stellt Netflix für 2026 eine ungefähre Verdopplung auf 3 Milliarden US$ in Aussicht. Gleichzeitig soll sich das Umsatzwachstum im dritten Quartal auf knapp 12% verlangsamen. Diese Entwicklung veranlasste JPMorgan, die eigenen Umsatz-, Ergebnis- und Cashflow-Schätzungen für 2026 und 2027 um 1 bis 2% zu reduzieren.
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Rückkäufe verstärken das Gewinnwachstum
Netflix erwirtschaftete im zweiten Quartal einen freien Cashflow von 1,53 Milliarden US$. Für das Gesamtjahr stehen weiterhin rund 12,5 Milliarden US$ in Aussicht. Ein großer Teil des verfügbaren Kapitals fließt inzwischen an die Aktionäre zurück.
Allein im zweiten Quartal kaufte der Konzern eigene Aktien für 4,7 Milliarden US$ zurück – so viel wie nie zuvor. Weitere 27,1 Milliarden US$ sind genehmigt. Das entspricht rund 8% des aktuellen Börsenwerts. Die verwässerte Aktienzahl sank innerhalb eines Jahres bereits um etwa 2%. Deshalb stieg der Gewinn je Aktie mit 11% etwas stärker als der Nettogewinn.
Rückkäufe schaffen allerdings nur dann nachhaltig Wert, wenn Netflix die eigenen Aktien nicht zu teuer erwirbt. Bei einem erwarteten KGV von rund 22 fällt die Bewertung inzwischen moderater aus als in weiten Teilen der vergangenen Jahre.
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Was sagt die Ben-Graham-Formel?
Die vereinfachte Ben-Graham-Formel multipliziert den Gewinn je Aktie mit dem Faktor 8,5 zuzüglich des doppelten langfristigen Gewinnwachstums. Bei einer bereinigten Gewinnbasis von rund 3,18 US$ je Aktie und einem vorsichtig angesetzten Wachstum von 10% ergibt sich ein rechnerischer Wert von 90,63 US$.
Bei 12% Wachstum wären es bereits 103,35 US$. Die Formel reagiert äußerst empfindlich auf die angenommene Wachstumsrate und wurde ursprünglich nicht für digitale Plattformkonzerne entwickelt. Sie ist deshalb kein exaktes Kursziel, zeigt aber, dass die aktuelle Bewertung bei anhaltend zweistelligem Wachstum nicht überzogen erscheint.
JPMorgan setzt das Kursziel bei 85 US$ an. Goldman Sachs sieht 94 US$, während die Bank of America 105 US$ für möglich hält. Der Analystenkonsens liegt bei rund 93 US$.
ℹ️ Netflix in Kürze
- Mit über 300 Millionen Kunden ist Netflix (WKN: 552484) der weltgrößte Streaming-Anbieter für Filme und Serien.
- Das 1997 gegründete Unternehmen hat seinen Sitz im kalifornischen Los Gatos.
- Netflix ist Mitglied in den US-Leitindizes Nasdaq 100 und S&P 500 und hat einen Börsenwert von ca. 331 Milliarden US$.
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Fazit
Netflix ist vielleicht keine Aktie, mit der sich Ben-Graham ursprünglich beschäftigt hätte. Aber das profitable Wachstum führt dazu, dass wir die Aktie inzwischen derart bewerten können. Der Aktienmarkt neigt meiner Meinung nach zu stark dazu, Netflix nach seinem schwächeren Umsatzwachstum zu bewerten. Das dürfte ein Fehler sein, wenn sich das Gewinnwachstum im zweistelligen Prozentbereich stabilisiert. Vor diesem Hintergrund halte ich die Aktie für günstig.