Der Goldpreis hat am Freitag einen kräftigen Sprung gemacht. In London wurde eine Feinunze für 4.601 US$ gehandelt, das sind fast zwei Prozent mehr als am Vortag. Höher stand Gold zuletzt Mitte Mai. Auslöser ist die Debatte rund um die Anleihepolitik der US-Regierung.
Bessents Plan drückt auf die Renditen
US-Finanzminister Scott Bessent hat am Mittwoch angekündigt, den Kauf von US-Staatsanleihen deutlich auszuweiten. Das Ziel dahinter ist simpel: niedrigere Renditen, geringere Kosten beim Schuldendienst. Für Gold ist das eine direkte Steilvorlage, denn das Edelmetall wirft selbst keine Zinsen ab. Seit der Ankündigung ist der Goldpreis um fast 300 US$ je Feinunze gestiegen.
Vertrauen in den Dollar bröckelt
Carsten Fritsch von der Commerzbank bringt es auf den Punkt. Seiner Einschätzung nach erodiert das Vertrauen in den US-Dollar als sicheren Hafen, erkennbar daran, dass Investoren für den Kauf amerikanischer Staatsanleihen immer höhere Renditen verlangen. Gold profitiert direkt. Fritsch verweist auf kräftige Zuflüsse in Gold-ETFs, also Wertpapiere, die mit physischem Gold hinterlegt sind.
Starker Anstieg nach Jahrestief
Den Höchststand hatte Gold im Januar bei knapp 5.600 US$ markiert, dann folgte ein langer Abschwung bis unter 4.000 US$ im Juni. Erst im August setzte die deutliche Erholung ein, die nun in diesen Dreimonats-Hochs mündet.
Was das für die Goldaktien bedeutet
Meiner Meinung nach dürfte der aktuelle Preisanstieg vor allem Goldproduzenten wie Barrick Gold oder Newmont beflügeln. Steigende Goldpreise verbessern deren Margen direkt, was den Aktien Rückenwind geben könnte. Gleichzeitig sollte man im Blick behalten, dass Gold-ETFs bereits starke Zuflüsse verzeichnen, was den Preisdruck nach oben weiter verstärken könnte. Vor diesem Hintergrund könnten Goldaktien in den kommenden Wochen zu den gefragteren Titeln gehören.
Quelle: dpa-AFX
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