Walmart hat am Donnerstag an der Börse einen heftigen Einbruch erlitten. Die Aktie des weltgrößten Einzelhändlers verlor im frühen New Yorker Handel 8,7 Prozent und notierte zuletzt bei gut 104 US$. Das ist der tiefste Stand seit Ende November 2025 und gleichzeitig der größte Tagesverlust seit 2022.
US-Geschäft enttäuscht
Im Dow Jones Industrial, der seinerseits um 0,6 Prozent nachgab, belegte Walmart den letzten Platz. Chartechnisch ist das Bild trüb: Die Aktie notiert unter der 21- und der 50-Tage-Linie, was auf einen belasteten kurz- und mittelfristigen Kurstrend hindeutet. Die Konkurrenz bekam den Sog ebenfalls zu spüren. Costco gab gut 2 Prozent nach, Kroger kam mit minus 0,5 Prozent glimpflicher davon.
Dabei liefen die Gesamtquartalsergebnisse für das zweite Geschäftsquartal gar nicht so schlecht. Wachsende Werbeeinnahmen, ein florierendes Online-Geschäft und Zollrückzahlungen der US-Regierung sorgten für Rückenwind. Die Jahresprognose für das bis Ende Januar 2027 laufende Geschäftsjahr wurde sogar angehoben. Das entscheidende Problem war das US-Kerngeschäft, und genau dort wurden die Erwartungen verfehlt.
Analysten sehen Bewertungsfrage offen
Corey Tarlowe vom Analysehaus Jefferies bezeichnete die Ziele für das dritte Quartal trotz der angehobenen Jahresziele als enttäuschend. Steven Shemesh von der kanadischen Bank RBC verwies auf das schwächer als erwartet ausgefallene vergleichbare Umsatzwachstum in den USA. Das dürfte die Diskussion über die Bewertung der Aktie am Laufen halten.
Seit dem im Mai erreichten Rekordhoch bei gut 135 US$ hat die Aktie rund 23 Prozent verloren. Seit Jahresanfang steht ein Minus von gut 6 Prozent zu Buche. Neben den Sorgen um ein weiteres Abflachen des US-Wachstums drückt noch ein weiterer Faktor auf die Stimmung: Im Mai warnte Walmart bereits, dass hohe Treibstoffkosten infolge des Iran-Kriegs in den kommenden Monaten den Gewinn belasten könnten.
Was das für die Aktie bedeuten könnte
Meiner Meinung nach ist das charttechnische Bild für Walmart aktuell alles andere als ermutigend. Das Unterschreiten der 21- und 50-Tage-Linie in Kombination mit dem schwachen US-Kerngeschäft dürfte weiteren Druck auf den Kurs ausüben. Solange sich das vergleichbare Umsatzwachstum in den USA nicht spürbar erholt und die Bewertungsfrage ungeklärt bleibt, könnte die Aktie volatil bleiben und die Marke von 104 US$ zum nächsten Test werden.
Quelle: dpa-AFX
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