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Home Depot-Aktie: Starke Zahlen - jetzt zugreifen?

Baumarktriese trotzt der Flaute
Carsten Kaletta
Die Home-Depot-Aktie stemmt sich am Dienstag gegen den schwachen Gesamtmarkt und gewinnt nach überraschend starken Quartalszahlen knapp 2 %. Umsatz und Gewinn übertreffen die Erwartungen, zudem bestätigt der US-Baumarktriese seine Jahresprognose. Ist das der Startschuss für eine nachhaltige Erholung der Aktie?

Umsatz schlägt die Erwartungen

Home Depot hat im zweiten Geschäftsquartal einen Umsatz von 47,86 Milliarden US$ erzielt und damit die Erwartungen der Analysten übertroffen. Der Konsens hatte lediglich bei rund 47,27 Milliarden US$ gelegen.

Auch im Vergleich zum Vorjahresquartal kann sich die Entwicklung sehen lassen. Damals standen 45,3 Milliarden US$ in den Büchern. Damit legten die Erlöse um rund 5,7 % zu.

Allerdings ist das Wachstum nicht ausschließlich organischer Natur. Home Depot hatte im vergangenen Jahr den Trockenbauhändler GMS für ein Transaktionsvolumen von rund 5,5 Milliarden US$ inklusive übernommener Schulden erworben. Die Übernahme trägt inzwischen spürbar zum Umsatzwachstum des Konzerns bei. Bereits im ersten Quartal steuerte GMS rund 1,3 Milliarden US$ zu dem gesamten Umsatzzuwachs von 1,9 Milliarden US$ bei.

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Gewinn überrascht positiv

Noch überzeugender fällt die Entwicklung auf der Ergebnisseite aus. Unter dem Strich stieg der Quartalsgewinn um 4,7 % auf knapp 4,8 Milliarden US$.

Der von Anlegern besonders beachtete bereinigte Gewinn je Aktie verbesserte sich sogar um 5,1 % auf 4,92 US$. Analysten hatten im Vorfeld lediglich rund 4,72 US$ erwartet. Damit übertraf Home Depot den Konsens deutlich.

„Unsere Ergebnisse für das zweite Quartal haben unsere Erwartungen übertroffen“, erklärte Finanzchef Richard McPhail. Nach seinen Angaben verzeichnete das Unternehmen Nachfrage in sämtlichen Geschäftsbereichen.

Kleine Projekte stützen das Geschäft

Positiv entwickelt sich insbesondere die Nachfrage nach kleineren Projekten und notwendigen Reparaturen. Das ist angesichts des weiterhin schwierigen US-Immobilienmarktes keine Selbstverständlichkeit.

Hohe Finanzierungskosten und die schwache Dynamik am Häusermarkt führen dazu, dass viele Verbraucher kostspielige Renovierungen weiterhin aufschieben. Kleinere Projekte und Reparaturen werden dagegen auch in einem schwierigen wirtschaftlichen Umfeld durchgeführt.

Beim Kundenverhalten zeigt sich zudem ein interessantes Bild: Zwar kommen weniger Kunden in die Märkte, dafür fällt der durchschnittliche Einkaufswert höher aus. Die Nachfrage erweist sich damit insgesamt als widerständsfähig.

Prognose bestätigt

Auch beim Ausblick gibt es keine böse Überraschung. Für das laufende Geschäftsjahr erwartet Home Depot weiterhin ein Umsatzwachstum zwischen 2,5 und 4,5 %.

Auf vergleichbarer Basis sollen die Erlöse zwischen Stagnation und einem Plus von 2 % liegen.

Beim bereinigten Gewinn je Aktie stellt das Management eine Entwicklung zwischen dem Vorjahreswert von 14,69 US$ und einem Zuwachs um bis zu 4 % in Aussicht.

Gerade angesichts der schwierigen Rahmenbedingungen ist die Bestätigung der Prognose ein wichtiges Signal. Die Geschäfte laufen offenbar stabil genug, um an den bisherigen Jahreszielen festzuhalten.

Aktie zeigt relative Stärke

Die Börse honoriert das Zahlenwerk. Die Home-Depot-Aktie gewinnt am Dienstag knapp 2 % und zeigt damit in einem insgesamt schwachen Marktumfeld bemerkenswerte relative Stärke.

Der S&P 500 verliert gleichzeitig (vorbörslich) rund 0,5 %, während der technologielastige Nasdaq sogar etwa 1,2 % nachgibt. Sorgen über die geopolitische Lage im Nahen Osten und Rohölpreise von mehr als 90 US$ je Barrel drücken auf die Stimmung.

Dass sich die Home-Depot-Aktie diesem negativen Umfeld entziehen kann, spricht dafür, dass Anleger das Zahlenwerk klar positiv bewerten.

Unterstützung kommt auch von Analystenseite. Stifel erhöhte das Kursziel von 320 auf 340 US$, RBC Capital von 340 auf 343 US$. Bernstein reduzierte sein Kursziel dagegen geringfügig von 346 auf 344 US$. Insgesamt bleibt das Bild damit konstruktiv.

Führung vorübergehend neu aufgestellt

Eine Besonderheit gibt es derzeit auch an der Konzernspitze. Vorstandschef Ted Decker befindet sich seit dem 12. August auf einer vorübergehenden medizinischen Auszeit.

In seiner Abwesenheit wird der Baumarktriese von Senior Executive Vice President Ann-Marie Campbell und Finanzchef Richard McPhail geführt. Für Anleger dürfte allerdings zunächst die operative Entwicklung wesentlich wichtiger sein als diese vorübergehende personelle Konstellation.

ℹ️ Home Depot in Kürze

  • The Home Depot (WKN: 866953) mit Hauptsitz in Atlanta im US-Bundesstaat Georgia ist der weltweit größte Baumarktkonzern und bietet Baumaterialien, Heimwerkerprodukte, Gartenartikel sowie Dienstleistungen für Privat- und Profikunden an.
  • Der Konzern betreibt mehr als 2.300 Filialen in den USA, Kanada und Mexiko und verbindet sein stationäres Geschäft mit einem umfangreichen Online-Angebot.
  • Home Depot ist Mitglied in den US-Leitindizes Dow Jones und S&P 500. Der Börsenwert des Unternehmens beträgt aktuell rund 337 Milliarden US$.

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Carsten Kaletta

Fazit

Home Depot liefert ein starkes Quartal ab. Umsatz und Gewinn übertreffen die Erwartungen, die Nachfrage zeigt sich robuster als befürchtet und der bestätigte Jahresausblick sorgt für zusätzliche Sicherheit. Dass die Aktie in einem schwachen Gesamtmarkt knapp 2 % gewinnt, ist zudem ein Zeichen relativer Stärke.

Besonders interessant bleibt die Aktie für Dividendenjäger. Mit einer Dividendenrendite von etwas mehr als 3 % und einem durchschnittlichen Dividendenwachstum von rund 9 % in den vergangenen fünf Jahren gehört Home Depot zu den attraktiveren Dividendenwerten im Dow Jones.

Für bereits investierte Anleger bleibt die Aktie daher aus meiner Sicht eine Halteposition. Dividendenorientierte Neueinsteiger können nach den überzeugenden Zahlen erste Positionen aufbauen. Wer dagegen vor allem auf dynamisches Kurswachstum setzt, sollte zunächst abwarten, ob sich die operative Erholung in den kommenden Quartalen bestätigt.

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